Gefälschte Abmahnungen per Mail: So locken Betrüger mit angeblichen Urheberrechtsverstößen in die Falle

Eine E-Mail mit einem Schreiben von Anwälten sorgt bei den meisten Empfängern sofort für Nervosität. Genau auf diesen Effekt setzen derzeit Kriminelle, die mit täuschend echten Nachrichten eine gefährliche Schadsoftware verbreiten.
Im Alltag teilen viele Nutzer über Plattformen wie Facebook oder Instagram Bilder, Videos oder Audiodateien, ohne lange über mögliche Rechtefragen nachzudenken. Diesen Umstand nutzen Angreifer gezielt aus. Wie das Portal Mimikama meldet, verschicken Betrüger aktuell Mails im Namen einer Kanzlei. Darin werfen sie den Empfängern vor, geschütztes Material online geteilt zu haben. Als angeblicher Beweis liegt ein Dokument bei, das als PDF erscheint. Wer dieses öffnet, installiert jedoch den Trojaner Kepavll!rfn.
Die Schadsoftware gibt Fremden umfassenden Zugriff auf den Rechner. Damit können Kriminelle Daten auslesen, weitere Schadprogramme installieren oder den Computer für Botnetze missbrauchen. Betroffene geraten so in ernste Gefahr. Besonders tückisch: Die gefälschten Schreiben sind professionell gestaltet und wirken auf den ersten Blick absolut authentisch.
Betrüger nutzen reale Namen
Laut Mimikama geben sich die Absender als Mitarbeiter der Kanzlei Andersen aus und behaupten, im Auftrag von AmRest zu handeln. Dieses Gastronomieunternehmen existiert tatsächlich und hat seinen Sitz in Spanien. Wer die Angaben überprüft, könnte daher glauben, die Vorwürfe seien echt. In Wahrheit stammt die Mail jedoch von einem Server in Vietnam, und weder AmRest noch Andersen haben damit etwas zu tun. Um Druck aufzubauen, setzen die Täter eine Frist von 48 Stunden und drohen mit rechtlichen Schritten, falls die Inhalte nicht entfernt werden.
Gelassen bleiben und nichts anklicken
Das Vorgehen folgt einem typischen Muster von Phishing- und Betrugsversuchen: Die Opfer sollen durch Drohungen unter Zeitdruck geraten und unüberlegt handeln. Seriöse Kanzleien würden niemals Beweise als Dateianhang verschicken, sondern offizielle Schreiben auf dem Postweg zustellen. Außerdem fehlen in den Mails wichtige Angaben wie eine Adresse oder direkte Kontaktmöglichkeiten. Wer die Nachricht in Ruhe prüft, erkennt schnell, dass die vermeintliche Abmahnung voller Widersprüche steckt. Wichtig ist, Anhänge unbekannter Herkunft niemals zu öffnen und Ruhe zu bewahren.
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