Vision Pro am Ende: Apple stoppt Hardware-Entwicklung und setzt auf KI-Brillen

Mike Rockwell leitet seit März 2025 nicht mehr primär die Zukunft des räumlichen Computings, sondern Siri. Diese Personalie erzählt in knapper Form, wie Apple intern die Prioritäten verschoben hat. Nachdem das M5-Update im Oktober 2025 verpuffte, zog der Konzern die Konsequenzen: Die aktive Hardware-Entwicklung neuer Vision-Pro-Modelle ruht. Die Vision Products Group existiert nicht mehr als eigenständige Einheit, ihre Ingenieure arbeiten jetzt an Siri und Smart Glasses.
Im Handel bleibt das Headset trotzdem. Apple verkauft es weiter, liefert visionOS-Updates und behandelt es als teures Werkzeug für Entwickler. Ein Nachfolger ist in näherer Zukunft nicht vorgesehen. Zu gering fiel die Resonanz aus. Seit dem Verkaufsstart wanderten rund 600.000 Einheiten an Kunden. Gleichzeitig registrierte Apple eine Rückgabequote, die branchenüblich weit über dem liegt, was das Unternehmen sonst gewohnt ist.
Das M5-Modell brachte einen schnelleren Chip, eine Bildwiederholrate von 120 Hertz, mehr Pixel und etwa eine halbe Stunde zusätzliche Laufzeit. Auch das Kopfband überarbeiteten die Designer für besseren Tragekomfort. An den Knackpunkten änderte sich nichts. Der Preis blieb bei 3.499 US-Dollar. Mit über 600 Gramm Gewicht und der externen Akkueinheit eignet sich das Gerät kaum für lange Sessions. Wer den Customer-Feedback-Bogen genau liest, findet hier den Hauptgrund für die Zurückhaltung.
Ein abgespeckter Ableger, der in Gerüchten als Vision Air kursierte, schaffte es nie aus der Konzeptphase. Apples Ingenieure konnten die Kosten nicht ohne drastische Abstriche senken. Also verwarf das Management das Vorhaben bereits im vergangenen Jahr.
Die Aufmerksamkeit wandert nun zu unauffälligeren Geräten. Apple forscht an leichten AR-Brillen, die sich an der Kategorie Ray-Ban Meta orientieren und zunächst ohne eingebautes Display antreten. Der Grund liegt in der Energieaufnahme: Die Technologie der Vision Pro zieht zu viel Strom für ein kleines Brillengestell. Stattdessen sollen KI-Funktionen das Nutzererlebnis tragen. Technologien aus dem gestoppten Headset – Optic ID, Eye-Tracking, Spatial Audio – werden dabei nicht entsorgt. Sie wandern in künftige Wearables, ein Szenario, das intern offenbar unter dem Codenamen Newton läuft.
Die Vision Pro bleibt vorerst ein Nischenprodukt für Enthusiasten und Entwickler. Erst wenn Batteriedichte und Leichtbau Fortschritte machen, ergibt eine neue Generation wieder Sinn. Bis dahin fließen die Ressourcen in iOS 27, Siri und die nächste Brillen-Generation.
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