Gigaset GS5 Testbericht

Gigaset GS5
Quelle: Schmidtis Blog

Das Gigaset GS5 ist das Mittelklasse-Modell des deutschen Herstellers. Das Gerät wurde schon vor einigen Monaten offiziell vorgestellt, ich habe das Modell jetzt vom Hersteller zum Testen bekommen und will euch sagen, ob sich ein Kauf lohnt – oder eben nicht.

Das Gigaset GS5 wurde mir in der Farbe Dark Titanium Grey mit 4 GB RAM und 128 GB Speicher freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Dennoch hat dies keinen Einfluss auf das Testergebnis. Die UVP beträgt EUR 299,00 – mittlerweile bekommt man das Modell aber schon ab EUR 260,00.

Lieferumfang

Das Gigaset GS5 kommt in der typischen Gigaset-Verpackung aus scheinbar recycelter Pappe. Auf der Vorderseite ist ein Bild des Gerätes zu sehen, an der linken Seite das bekannte Orange mit dem Gigaset-Schriftzug. Auf der rechten Seite der Box findet man auch gleich wieder die wichtigsten Key-Specs des Gerätes.

Im Inneren finden wir dann neben dem eigentlichen Gerät auch noch ein USB C-Kabel, das SIM-Eject-Tool und Zettelkram. Und Überraschung: den Akku in einer extra Verpackung, denn dieser ist beim Gerät austauschbar! Das hatte ich seit Jahren nicht mehr bei einem Smartphone. Kopfhörer gibt es nicht. Und auch kein Netzteil liegt der Verpackung bei. Ist ja mittlerweile bei Samsung & Co. auch der Fall.

Gigaset verzichtet, abgesehen von der Schutzfolie zum Schutz des Display, komplett auf Plastik in der Verpackung.

Gigaset GS5
Quelle: Schmidtis Blog

Technische Daten

  • 6,3″ FullHD+ V-Notch Display
  • MediaTek Helio G85 2,0 GHz Octa-Core-Prozessor
  • 4 GB RAM
  • 128 GB interner Speicher, erweiterbar bis zu 512 GB
  • 48 MP Hauptkamera (Blende f/1.8) + 8 MP Ultraweitwinkel- & Makrokamera (Blende f/2.2)
  • 16 MP Frontkamera
  • 4.500 mAh Wechsel-Akku, kabelloses Laden bis zu 15W
  • Android 11(Garantie auf Android 12 und Sicherheitsupdates für bis zu 3 Jahre)
  • Gesichtserkennung, Fingerabdrucksensor auf der Rückseite
  • NFC + Bluetooth 5.0

Verarbeitung & Haptik

Das Gigaset GS5 ist ein klassisches Gerät. Das Design wirkt nüchtern, aber auch irgendwie edel. Es liegt solide in der Hand, ist nicht zu groß und gut verarbeitet. Bei mir hat nichts gewackelt oder geknarzt. Die Verarbeitung ist hochwertig, der Rahmen sieht aus wie Metall, ist es aber nicht und gehört zur abnehmbaren Rückseite, damit man den Akku problemlos wechseln kann. Dazu ist kein extra Werkzeug notwendig. Wenn man das Gerät umdreht, gibt es unten links eine kleine Lücke, wo ihr mit dem Fingernagel problemlos die Rückseite abnehmen könnt.

Gigaset GS5
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Mit 157,5 x 75 x 10,4 mm ist das Gerät nicht kompakt, aber auch nicht riesig und ist heutzutage eine normale Größe. Es ist allerdings etwas dicker als die Konkurrenz, was aber vielleicht am verbauten Wechselakku liegen könnte.

Darüber hinaus glänzt das Gigaset GS5 mit einer weiteren Besonderheit, die es ebenfalls seit Jahren bei Smartphones nicht mehr gibt: eine eben in der Rückseite verbaute Dual-Kamera. So liegt das Gerät plan auf dem Tisch auf, ohne das etwas wackeln kann.

Ansonsten gibt es noch den mittig auf der Rückseite verbauten Fingerabdrucksensor, rechts die Lautstärke-Tasten und einen in rot gehaltenen und geriffelten Power-Button. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Auf der Unterseite finden wir ein Lautsprechergrill, den USB Typ C-Anschluss und einen 3,5 mm Klinkenanschluss.

Display

Im Gigaset GS5 wurden die Displayabmessungen gegenüber dem Vorgänger nicht verändert. Es ist ein 6,3″ IPS-Panel mit 2.340 x 1.080 Pixel Auflösung mit 410 ppi verbaut. Was ihr aber vergeblich sucht, sind 90 Hz oder gar 120 Hz Bildwiederholungsrate, darauf hat der Hersteller bei seinem Panel verzichtet. Was auch recht selten geworden ist, es gibt rechts neben der Frontkamera eine Status-LED, die Nachrichten oder Laden anzeigt.

Gigaset GS5
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Der Bildschirm liefert eine gute Bildqualität mit lebendigen Farben und ausgeprägten Kontrasten. Die Farbgebung tendiert zu einem Blaustich und wirkt daher etwas kühler. In Bezug auf Schwarzwert und Kontrast kann der LC-Bildschirm nicht ganz mit den OLED-Bildschirmen mithalten, aber insgesamt liefert er ein schönes Bild.

Bei der Helligkeit gibt es aber ein paar Probleme, die Helligkeit des Bildschirms ist nicht überzeugend. Das merkt man besonders bei der Ablesbarkeit des Bildschirms im Freien bei Sonneneinstrahlung, diese ist deutlich eingeschränkt. Das Display ist einfach nicht hell genug, was ein wenig schade ist, da ansonsten an der Schärfe des Displays nichts zu meckern gibt.

Kamera

Kommen wir zu einem weiteren Schwachpunkt des Gigaset GS5. Es wurde eine 48 MP Hauptkamera (Blende f/1.8) und eine kombinierte 8 MP Ultraweitwinkel- & Makrokamera (Blende f/2.2) verbaut. Plan im Gehäuse verbaut, ist cool und findet man sonst so kaum noch bei anderen Herstellern. Doch leider weiß die Kamera nicht so recht zu überzeugen.

Dank der 48 MP Hauptkamera sind die Bilder sichtbar besser und wirken heller und lebendiger als die des Vorgängers. Nicht viel geändert hat sich beim Zoomen, das bei einer 4-fachen digitalen Vergrößerung mit einer eher weniger überzeugenden Qualität endet. Videos werden bestenfalls in Full HD (30 fps) mit der Frontkamera oder in QHD (1440p @ 30 fps) mit der Hauptkamera aufgenommen.

Gigaset GS5
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Das Hauptobjektiv vereint standardmäßig vier Pixel in einem, so dass es Fotos mit 12 MP aufnimmt. Auf Wunsch kann auf die vollen 48 MP zugegriffen werden, was mehr Bilddetails verspricht, aber zu deutlich größeren Bilddateien von knapp 20 MB pro Foto führt. Die Tiefenschärfe im Porträtmodus ist aufgrund des Fehlens eines zusätzlichen Objektivs eher schwach.

Alles in allem kommen bei Tageslicht gute Aufnahmen zustande, man kann sagen, die Aufnahmen sind ok. Ihr solltet da nicht allzu viel erwarten, die Bilder wirken oftmals etwas zu dunkel und kühl. Für Messenger reicht die Bildqualität aus, Urlaubserinnerungen würde ich damit nicht machen wollen.

Bei Ultraweitwinkelaufnahmen mit dem 8MP-Objektiv nehmen die Bilddetails und die Schärfe deutlich ab. Die Verzerrungen an den Rändern halten sich jedoch in Grenzen. Die Färbung unterscheidet sich leicht von der des Hauptobjektivs. Mit diesem Objektiv ermöglicht das GS5 auch Makroaufnahmen, ohne dass ein separates Objektiv benötigt wird, wie es die asiatische Konkurrenz gerne tut. Dies ermöglicht gute Nahaufnahmen mit einer Tendenz zur „Weitsichtigkeit“ – weil der Autofokus oft auf den weiter entfernten Bereich fokussiert.

Bei schlechten Lichtverhältnissen wird dann alles noch ein wenig schlechter. Da hilft dann auch kein Nachtmodus mehr. Diese Funktion ist nicht sehr hilfreich, so dass man abends mit starkem Bildrauschen rechnen muss.

Software & Performance

Im Inneren des Gigaset GS5 werkelt der MediaTek Helio G85, welcher im 12nm-Verfahren gefertigt wird. Hätte sich der Hersteller doch besser für einen schnelleren Prozessor entschieden, dann hätte das Gerät deutlich mehr Freude gemacht. Denn sagen wir es klipp & klar, der MediaTek ist zu langsam!

Das merkt man an der gesamten Performance. Die Apps starten nicht sofort sondern mit geringer Verzögerung, auch merkt man, dass es im System leichte Lags gibt. Gaming mit dem GS5 könnt ihr gleich vergessen, da stößt der SoC sofort an seine Grenzen.

Ferner unterstützt der Prozessor nur LTE, auf 5G müsst ihr also verzichten. Es gibt auch WLAN a/b/g/n/ac im 2,4- und 5-GHz-Band, Bluetooth 5.0 und NFC. Wifi-6 wird ebenfalls nicht unterstützt.

Für den täglichen Einsatz reicht das aber dennoch aus, da der Prozessor eher auf Ausdauer statt auf Performance getrimmt wurde. Zum Glück kommt hier fast pures Android zum Einsatz, so dass auch keine überladene Benutzeroberfläche das System noch zusätzlich ausbremst!

Das Gerät läuft noch mit Android 11, Android 12 soll aber noch laut Hersteller als Update irgendwann kommen. Positiv überrascht war ich davon, dass ich während meines Tests ein neues Sicherheitsupdate bekommen habe, und zwar der von Februar 2022. Nicht schlecht, damit hätte ich bei Gigaset jetzt nicht gerechnet.

Lautsprecher

Es gibt nur einen Lautsprecher, welcher an der Unterseite des Smartphones verbaut wurde. Dieser entspricht dem Preissegment, ihr dürft da keine großen Sachen erwarten. Er klingt eher etwas dumpf und wenn es einmal lauter wird, neigt er zum verzerren und klirren. Für die Musikwiedergabe solltet ihr lieber den Klinkenanschluss nutzen oder aber kabellose Kopfhörer nehmen, ist allemal besser als der Sound des Monolautsprechers. Das macht die Konkurrenz in dieser Preisklasse aber auch nicht besser.

Gigaset GS5
Quelle: Schmidtis Blog

Akku

Der Akku ist auch wieder einer Punkte des Gerätes, der einen überrascht. Er ist wechselbar (Wechselakku ist für EUR 25,00 im Gigaset-Shop erhältlich), mit 4.700 mAh auch groß genug und kann sogar kabellos geladen werden! Bei einem Gerät in dieser Preisklasse sucht man sowas auch sehr lange. Wasserdicht ist das Gerät natürlich wegen des Wechselakkus nicht.

Mit Kabel kann der Akku des Gigaset GS5 mit 18 Watt geladen werden, kabellos mit 15 Watt. Keine Rekordwerte, denn mit Kabel soll es laut Hersteller 2 Stunden dauern, bis man den Akku von 0 bis voll aufgeladen hat. Kabellos dauert es dann noch einmal ein wenig länger.

Gigaset GS5
Quelle: Schmidtis Blog

Das Telefon wird auch nur zu 90 Prozent geladen (der Wert kann in den Einstellungen geändert werden), was die Lebensdauer des Akkus um 50 Prozent verlängern soll. Gute Sache, sollten alle Hersteller so machen. Und ist der Akku einmal aufgeladen, hält er extrem lange durch. So schnell müsst ihr da nicht wieder an die Dose, ein Tag Nutzung sollte da problemlos möglich sein.

Fazit

Optisch weiß das Gigaset GS5 zu gefallen. Klares, einfaches Design mit einer im Gehäuse verbauten Kamera. Der Akku ist wechselbar, man kann kabellos laden, es gibt eine 3,5 mm Klinke und sogar eine Benachrichtigungs-LED – das alles findet man so zusammen bei keinem anderen Smartphone in dieser Preisklasse. Und dann ist es noch Made in Germany, die Endmontage findet in Bocholt statt.

Dafür ist das Display nicht das Beste, Laden dauert relativ lange, die Kameras könnten besser sein, 5G oder Wifi-6 werden nicht unterstützt und das System ist recht langsam. Punkte, die relativ leicht zu beheben wären, auch bei nur geringem Aufpreis.

Hätte Gigaset einen besseren Prozessor und Kamera verbaut, dann wäre das Gigaset GS5 ein echter Geheimtipp gewesen. Dennoch ist das Modell für User interessant, die erstmals ein Smartphone nutzen wollen, also Kinder bzw. Jugendliche oder vielleicht ältere Mitmenschen. Denn für WhatsApp (oder die entsprechenden Alternativen) und gelegentliche Schnappschüsse mit der Kamera reicht das Gerät locker aus.

Aber wie immer muss der persönliche Geschmack entscheiden, denn gerade in der Mittelklasse ist die Konkurrenz, vor allem aus China, extrem groß.

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