Google Home Speaker: KI-Upgrade mit teurer Abo-Falle

Warum Österreich das Teil schon früher hatte und wir in Deutschland wieder einmal warten mussten? Ein Rätsel. Aber sei’s drum: Der Google Home Speaker steht ab sofort für 119,99 Euro (oder knappe drei Monatsraten à 40 Euro) in den Regalen. Nach dem eher blassen Auftritt des Nest Audio will Google es jetzt wissen.
Das Herzstück ist Gemini for Home – und die Ansage ist klar: Schluss mit stur auswendig gelernten Sprachbefehlen. Und ja, in ersten Szenarien fühlt sich das erstaunlich geschmeidig an. Man verhaspelt sich mitten im Satz, wirft drei Befehle auf einmal hinüber oder stellt Rückfragen, ohne jedes Mal wieder brav „Ok Google“ in den Raum zu rufen.
Wenn die beste KI hinter der Bezahlschranke landet
Der Dämpfer folgt allerdings auf dem Fuß und hinterlässt ein ziemliches Geschmäckle. Wer nämlich das volle KI-Paket will – allen voran Gemini Live für flüssige Gespräche, die KI-Durchsuchung der Kamera-Historie oder die automatischen „Home Briefs“ –, wird monatlich zur Kasse gebeten.
Das dazugehörige Google Home Premium-Abo schlägt mit satten 9,99 Euro pro Monat zu Buche. Mal ehrlich: Wen überrascht es noch, dass Hardware immer öfter nur noch der Köder ist, um uns in dauerhafte Abos zu locken? Wenn man das mal kurz durchrechnet, hat man nach nicht einmal einem Jahr noch einmal den kompletten Kaufpreis des Speakers an Google überwiesen.
Immerhin packt Google sechs Gratismonate zum Schnuppern dazu. Da bin ich echt gespannt, wie viele Käufer nach Ablauf dieser Testphase wirklich dabeibleiben – oder ob das Teil danach zum leicht verkrüppelten Basis-Lautsprecher degradiert wird.
Überzeugender Sound und ein smarter Heimkino-Kniff
Was die Hardware angeht, macht die Kugel mit ihrem 3D-Strickstoff im Wohnzimmer optisch echt was her. Der dezent integrierte Lichtring am Boden zeigt unaufdringlich, ob Gemini gerade nachdenkt oder zuhört. Und fürs gute Gefühl beim Datenschutz gibt’s immerhin einen physischen Kippschalter, der das Mikrofon hardwareseitig stummschaltet.
Klanglich verspricht Google raumfüllenden 360-Grad-Sound, unterstützt von Mikrofonen, die sich dynamisch an eure Raumakustik anpassen. Richtig pfiffig wird es bei der Vernetzung: Zwei dieser Speaker lassen sich direkt mit dem Google TV Streamer zu einem kabellosen Raumklang-Set koppeln.
Ein starker Schachzug, weil Google damit direkt den Anreiz liefert, zwei Geräte auf einmal in den Warenkorb zu legen. Wer allerdings gehofft hat, direkt ein Modell mit integriertem Display abzugreifen, muss sich noch etwas gedulden – entsprechende Varianten sollen laut Branchenkreisen erst später folgen.
Fairer Hardware-Preis, aber stolze Folgekosten
Beim reinen Hardware-Preis von 119,99 Euro kann man eigentlich kaum meckern. Gemessen an Sound und Ausstattung liegt Google hier absolut auf Augenhöhe mit der Konkurrenz von Apple oder Amazon.
Die Kernfrage ist am Ende eine ganz andere: Haben wir im Smart Home wirklich Bock auf monatliche Abos? Wer bloß Playlists abspielen und smarte Lampen dimmen will, kommt auch ohne Zusatzkosten bestens klar. Wer dagegen die echte KI-Zukunft auf dem Nachttisch haben möchte, muss tief in die Tasche greifen.
Ich bin extrem gespannt auf die Verkaufszahlen. Mal sehen, ob Google mit diesem Modell die glorreichen Zeiten der alten Home-Mini-Verkäufe wiederbeleben kann – oder ob die Kunden bei 10 Euro Monatspass abwinken.
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