Google Pixel Watch 5: Gleiches Design, aber saftige Preise
Ich trage die Pixel Watch 4 jetzt seit knapp einem Jahr täglich am Handgelenk. Die Ergonomie stimmt, der Tragekomfort ist top. Aber ganz ehrlich: Dass Google uns mit dem neuesten Leak von Evan Blass im fünften Anlauf exakt dasselbe Gehäuse noch einmal serviert, grenzt schon an ziemliche Mutlosigkeit im Google-Hauptquartier.
Bis auf eine klitzekleine Gravur auf der Rückseite unterscheidet sich die Google Pixel Watch 5 schlichtweg gar nicht vom Vorgänger.
Hardware-Recycling im Jahr 2026: Die Cortex-A53-Falle
Das eigentliche Trauerspiel spielt sich allerdings unter der Haube ab. Laut den durchgesickerten Spezifikationen des Modells „Godric“ verbaut Google nämlich erneut den verstaubten Qualcomm SW5100 samt seinen vier Cortex-A53-Kernen und 3 GB RAM.
Wir schreiben immerhin das Jahr 2026. Während Samsung und Apple bei ihren Smartwatch-Prozessoren an modernen 3nm- oder 4nm-Fertigungen feilen, um jede Milliwattstunde Akku herauszukitzeln, setzt Google stur auf eine Kerne-Architektur, die eigentlich ins Museum gehört. Wer rechenintensive Aufgaben auf dieser alten Basis ausführt, bringt den Chip schnell ins Schwitzen – und den Akku gleich mit.
| Spezifikation | Google Pixel Watch 5 (41mm / 45mm) | Bewertung im Marktvergleich |
| SoC | Qualcomm SW5100 (4x ARM Cortex-A53 @ 1,7 GHz) | Solide, aber technisch veraltet |
| Arbeitsspeicher | 3 GB RAM | Ausreichend für Wear OS |
| Display | 426 × 425 Pixel (320 dpi) | Gewohnt scharf und hell |
| Ladesystem | Proprietäres Pogo-Pin-Dock | Funktional, aber Zubehör-Zwang |
Auch beim Ladesystem bleibt alles beim Alten: Google setzt weiterhin auf sein proprietäres Pogo-Pin-Dock. Das lädt zwar flott, nervt im Alltag aber gewaltig, weil man unterwegs schon wieder ein extra Spezialkabel einpacken muss.

Höhere Preise ohne Gegenwert an der Hardware-Front
Besonders bitter wird es, wenn man auf die Preisschilder schaut. Denn während die Hardware auf der Stelle tritt, ziehen die Tarife quer durch die Bank an.
Für die kleine 41mm-Variante werden laut Leaks 399 $ (WiFi) bzw. 499 $ (LTE) fällig – was bei uns in Europa wohl auf stramme 419 € bis 499 € hinausläuft. Wer das 45mm-Modell ins Auge fasst, legt 429 $ (WiFi) bzw. 529 $ (LTE) hin. Das bedeutet hierzulande Spitzenpreise von bis zu 549 €.
Im Klartext: Ein Aufpreis von gut 5 bis 8 Prozent für eine Smartwatch, deren Display, Sensoren und Gehäuse absolut identisch zum Vorjahr sind. Der offizielle Startschuss fällt übrigens zusammen mit den Pixel-11-Smartphones in der Nacht vom 12. auf den 13. August 2026, ab dem 20. August 2026 soll die Uhr dann in den Regalen stehen.
Muss Gemini Intelligence jetzt das Ruder herumreißen?
Man fragt sich zwangsläufig: Wie rechtfertigt Google diesen Aufpreis? Die Antwort lautet schlicht Software. Der Suchriese setzt alles auf die Karte Wear OS mit tief integrierter Gemini Intelligence – was auch das prominente KI-Icon direkt auf dem Zifferblatt unterstreicht.
Mehrstufige App-Automatisierungen per Sprachbefehl und KI-Features wie „Create My Widget“ sollen direkt auf dem Handgelenk laufen. Mir stellt sich da allerdings sofort eine Kernfrage: Schafft es ausgerechnet dieser in die Jahre gekommene Qualcomm-Prozessor, solche anspruchsvollen KI-Workflows flüssig abzuwickeln, ohne dass die Akkulaufzeit komplett in die Knie geht?
Wer auf echte Hardware-Innovationen gehofft hat, guckt dieses Jahr in die Röhre. Und wer auf die Software hofft, muss fest daran glauben, dass Googles KI-Entwickler wahre Zauberkünste bei der Optimierung vollbracht haben.
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