Warum Honor das Falt-Handy neu erfinden muss

Der Markt für faltbare Smartphones steht vor dem größten Umbruch seit Jahren. Bisher dominierten schmale, langgezogene Geräte meinen Test-Alltag, doch die Industrie schwenkt nun radikal um.
Der Abschied von der Fernbedienung
Der bekannte Leaker Digital Chat Station, der in der Vergangenheit eine treffsichere Historie bei asiatischen Lieferketten bewiesen hat, liefert frische Details zu Honors Plänen. Der Hersteller arbeitet an einem kompakteren, aber deutlich breiteren Falt-Handy. Dieser Schritt ist logisch, da das klassische, schmale Buchformat der ersten Generationen im Alltag oft unhandlich war.
Wenn man das aktuelle Galaxy Z Fold 7 oder ältere Modelle im Alltag nutze, stört mich das schmale Außendisplay seit jeher beim Tippen. Samsung zieht deshalb beim kommenden Galaxy Z Fold 8 in wenigen Wochen nach und wechselt auf ein breiteres Format. Apple treibt im September mit dem erwarteten iPhone Ultra die gesamte Branche in diese Richtung.
Das vermeintliche Honor Magic V7 – manche nennen es auch Magic V Wide – soll laut den Informationen erst 2027 erscheinen. Es wird voraussichtlich auf einen Qualcomms-Prozessor der Zwei-Nanometer-Generation setzen und ein inneres Display von circa 7,6 Zoll bieten. Das äußere Display schrumpft in der Höhe auf handliche 5,5 Zoll, gewinnt aber spürbar an Breite.
Die Kehrseite des gigantischen Akkus
Spannend wird es bei der Energieversorgung, denn hier will Honor einen Akku mit weit über 7.000 mAh verbauen. Das ist eine Ansage an Samsung und Apple, die bei ihren faltbaren Geräten traditionell eher knausern. Gekoppelt mit der Effizienz der kommenden Chip-Generation verspricht das eine Laufzeit, die im Alltag wichtiger als gedacht sein wird.
Aber dieser riesige Energiespeicher hat eine Kehrseite, die in der Praxis schmerzen dürfte. Mehr Kapazität bedeutet physikalisch trotz neuer Silizium-Kohlenstoff-Technologie meist mehr Gewicht. Das widerspricht dem Trend zu immer leichteren Falt-Handys, den Honor bisher konsequent angeführt hat.
Zudem wandert das Kamera-Design laut dem Leaker von einem runden Modul hin zu einem horizontalen Balken. Darin sollen eine mächtige 200-Megapixel-Hauptkamera und ein Periskop-Teleobjektiv Platz finden. Das ist ein nachvollziehbarer Kompromiss, um die Gehäusedicke flach zu halten, macht das Gerät auf dem Tisch liegend aber zu einer optischen Besonderheit. Mit einem kolportierten Startpreis von rund 10.000 Yuan bzw. 1.300 Euro wird das Gerät zudem spürbar teurer als sein Vorgänger.
Der globale Schwenk zum breiteren Seitenverhältnis
Der Markt für faltbare Smartphones erlebt eine Konsolidierung der Formfaktoren. Während Pioniere wie Huawei mit dem Pura X Max oder Xiaomi mit dem Mix Fold bereits breitere Displays im asiatischen Raum etabliert haben, zwingt der bevorstehende Markteintritt von Apple im Premium-Segment die verbleibenden Hersteller zur Anpassung.
Die Produktionsketten stellen sich zunehmend auf Displays im Format 16:9 für die Außenseite und 4:3 für die Innenseite ein. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus der Entwicklung von der reinen Reduzierung der Gehäusedicke hin zur Integration größerer Akkus und hochauflösender Kamerasysteme, um preislich mit klassischen Flaggschiff-Smartphones konkurrieren zu können.
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