Hyundai Ioniq 9: Teurer als Kia EV9, Probleme geerbt?

Hyundai greift beim Ioniq 9 tief in die Taschen der Kundschaft. Nach der Weltpremiere steht fest: Das elektrische Flaggschiff startet Anfang 2027 in Deutschland voraussichtlich erst jenseits der 75.000 Euro. Damit positioniert Hyundai den Siebensitzer deutlich über dem Schwestermodell Kia EV9 (72.490 Euro). Wer auf eine günstige EV9-Alternative gehofft hatte, schaut in die Röhre.
Preislich leider völlig daneben? Ganz so einfach ist es nicht. Hyundai stellt den Wagen bewusst als Luxus-Modell auf die Räder, das sich nicht mehr über den Preis, sondern über Platz und Technik definieren soll.
110,3 kWh Akku trifft E-GMP: Die Hardware im Fakten-Check
Technisch bedienen sich die Koreaner aus der bekannten E-GMP-Plattform. Unter dem Boden sitzt ein weiterentwickelter 110,3-kWh-Akku, der die RWD-Basisversion auf über 600 Kilometer WLTP-Reichweite hieven soll. Die Allradvariante leistet 283 kW (385 PS) und ist mit rund 550 Kilometern angegeben. Dank 800-Volt-Architektur klappt der Ladehub von 10 auf 80 Prozent an schnellen HPC-Säulen in unter 25 Minuten.
Features wie Vehicle-to-Load (V2L) sowie wahlweise sechs oder sieben Sitzplätze sind gesetzt. Optisch übernimmt die Serie die vertikalen Pixel-Tagfahrlichter der Studie SEVEN Concept. Die gegenläufigen Fondtüren fielen der Serienfertigung jedoch zu Gunsten konventioneller Türen zum Opfer.
ICCU-Ausfälle und 12-Volt-Drama: Erbt das Flaggschiff alte Schwächen?
Das wurde aber auch Zeit, dass Hyundai ein echtes Raumschiff bringt – doch der Schatten der E-GMP-Vergangenheit wiegt schwer. Ausfälle der Integrated Charging Control Unit (ICCU) und leere 12-Volt-Batterien machten bereits Besitzern von Ioniq 5 und Kia EV6 das Leben schwer.
Besonders im Flotteneinsatz traten diese Pannen zutage. Für ein Premium-SUV über 75.000 Euro wären solche Zickereien fatal. Hyundai muss bis zum Marktstart garantieren, dass diese Kinderkrankheiten endgültig ausgemerzt sind.
Volvo EX90 im Visier: Wo der Ioniq 9 im Markt steht
Im Konkurrenzumfeld ordnet sich der Wagen zwischen dem Kia EV9 und dem deutlich teureren Volvo EX90 (105.550 Euro) ein. Die Plattform soll flexibel mit zwei Radständen kommen, und ab 2028 ist sogar eine E-Camper-Reihe geplant. Wer es kleiner und billiger braucht, muss auf den künftigen Ioniq 3 warten.
Der Hyundai Ioniq 9 ist ein technologischer Leuchtturm für Familien mit hohem Budget. Ob die Kundschaft bereit ist, über 75.000 Euro für die Marke zu zahlen, hängt massiv davon ab, ob Hyundai die Kinderkrankheiten der Ladeelektronik im Griff hat.
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