JP Performance: Chinesische E-Autos sind beeindruckend – aber nicht unschlagbar

Xiaomi YU7 GT
Quelle: Xiaomi
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Jean Pierre Kraemer, bekannt als JP Performance, hat sich auf der Auto China Messe umgesehen und ein bemerkenswertes Fazit gezogen. Der Auto-YouTuber und Tuner, der lange ein scharfer Kritiker der deutschen Industrie war und chinesische Innovationen gelobt hat, sieht die Lage inzwischen differenzierter.

Kraemer stellt fest, dass die Masse der chinesischen Elektroautos auf nur wenigen Grundplattformen basiert. Gefühlt gibt es nur drei grundlegende Modelle, die hunderte Marken dann in leicht abgewandelter Form verkaufen. Viele große SUVs orientieren sich optisch stark am Range Rover, sportliche Limousinen wirken oft wie Taycan-Kopien. Dazu kommt die Befürchtung, dass zahlreiche dieser neuen Marken schnell wieder verschwinden werden. Hier sieht er einen klaren Vorteil für die deutsche Industrie: deutlich mehr Vielfalt und eigenständige Modelle.

Gleichzeitig lobt er die Chinesen aber an mehreren Stellen. Die Materialqualität sei durchweg hoch, selbst in günstigen Fahrzeugen. Luxusdetails wie hydraulische Softclose-Türen tauchen schon in Preisklassen auf, in denen man sie früher nicht erwartet hätte. Die Assistenzsysteme sind in vielen Modellen sehr weit entwickelt, und die Elektro-Architekturen erreichen ein extrem hohes Niveau bis in den Megawatt-Bereich. Der entscheidende Trumpf bleibt der Preis. Was chinesische Politik und Produktionsbedingungen ermöglichen, können europäische Hersteller unter hiesigen Rahmenbedingungen kaum nachmachen.

Dass deutsche Marken in China an Boden verlieren, überrascht Kraemer nicht. Viele Käufer setzen inzwischen auf einheimische Produkte, sobald diese vergleichbare Leistung bieten. Ein „chinesischer Taycan“ kostet teilweise nur die Hälfte des Originals. In Kernbereichen der Elektromobilität ist China den Europäern aktuell davongezogen.

Trotzdem sieht Kraemer keinen Grund zur Panik. Der Besuch auf der Messe relativiert die große Angst vor der chinesischen Flut. Die deutsche Industrie sollte den technologischen Rückstand gezielt aufholen – das hält er für machbar. Gleichzeitig müsse sie aber konsequent auf die eigenen Stärken setzen: unverwechselbares Design, klare Markenidentität und eine Vielfalt, die über bloße Kopien hinausgeht.

Kraemers Einschätzung ist interessant, weil sie von jemandem kommt, der bisher eher positiv auf China geschaut hat. Sie zeigt, dass die chinesischen Hersteller stark sind, aber keineswegs in allen Bereichen überlegen.

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