Kia EV6 Facelift: Endlich die nervigen Schwächen behoben

schräge Seitenansicht des KIA EV6
Quelle: Kia
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Kia schraubt am EV6 – und repariert im Facelift genau das, was uns im Alltag bisher genervt hat. Statt alberner Design-Experimente gibt es handfeste Modellpflege an den richtigen Stellen: mehr Akku-Kapazität, ein sanfteres Fahrwerk und endlich zeitgemäße Smartphone-Konnektivität ohne Kabelzwang.

Wer den bisherigen EV6 gefahren ist, kennt das Dilemma: Tolle Ladetechnik, aber ein Infotainment mit zäher Bedienung und verstaubtem Kabel-Zwang für Apple CarPlay und Android Auto. Damit ist jetzt Schluss. Kia rüstet auf ein neues System um und liefert endlich kabelloses Smartphone-Mirroring ab Werk. Das wurde aber auch allerhöchste Zeit.

Mehr Akku und das Ende des Kabelsalats

Unter dem Blech packt Kia nun 84 kWh statt der bisherigen 77,4 kWh in den identischen Bauraum. Das bringt im Alltag spürbar mehr Puffer: Realistisch sind 420 bis 450 Kilometer Reichweite im Mix drin, ohne dass wir mit Schweißperlen auf der Stirn die nächste Ladesäule anpeilen müssen.

Praktisch bleibt das duale Bedienfeld unter dem Touchscreen für Klima und Menü-Direktzugriff. Innen verbaut Kia zudem ein neues Lenkrad und wertet die Oberflächen haptisch auf.

Fahrwerk und Geräuschkulisse: Endlich erwachsen

Die größte Schwachstelle des Vorgängers war das hölzerne Abrollverhalten auf miesen Straßen. Hier bessert Kia mit frequenzselektiven Dämpfern nach, die Querfugen und Kanten im Alltag deutlich besser wegschlucken, ohne dass das Auto zur schwammigen Schaukelbude mutiert.

Dazu kommt eine steifere Karosserie und spürbar mehr Dämmmaterial. Bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn herrscht jetzt endlich die Ruhe, die man von einem modernen Stromer erwartet. Weniger schön: Der gesetzlich vorgeschriebene EU-Tempolimit-Piepser nervt nach jedem Neustart und lässt sich nur umständlich über Untermenüs deaktivieren.

800-Volt-Power mit stolzem Preisschild

Beim Laden bleibt der EV6 eine echte Benchmark: Dank 800-Volt-Architektur zieht der Allradler bis zu 258 kW an der HPC-Säule und ballert in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Zusammen mit den 239 kW (325 PS) und 605 Nm Drehmoment des AWD-Antriebs ist der Durchzug gewohnt souverän.

Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht: Für den Kia EV6 AWD mit großem Akku ruft Kia mindestens 53.990 Euro auf. Preislich leider kein Schnäppchen, aber dank reichhaltiger Serienausstattung und 7 Jahren Garantie liefert Kia hier genau die Reife ab, die wir uns von Anfang an gewünscht hätten.

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