Kia IMA-Plattform: 40 Prozent mehr Akkukapazität, günstigere Batterien und neues Infotainment für die nächste EV-Generation

Seit Jahren sorgt die Ladekontrolleinheit ICCU bei Hyundai- und Kia-Fahrzeugen für Ärger. Ausfälle, Reparaturen, verärgerte Kunden – das Problem ist bekannt und gut dokumentiert. Die neue IMA-Plattform (Integrated Modular Architecture), die die bestehende E-GMP ablösen soll, verspricht unter anderem ein überarbeitetes Energiemanagement, das genau diesen Schwachpunkt adressiert. Ob das in der Praxis funktioniert, wird sich erst zeigen, wenn echte Fahrzeuge auf der Straße sind.
Kia hat im Rahmen eines Investoren-Events erste technische Eckdaten zur IMA-Plattform kommuniziert. Der größte Sprung betrifft den Energiespeicher: Batterien der fünften Generation sollen eine um 15 Prozent höhere Energiedichte erreichen, was in der Praxis eine Kapazitätssteigerung von bis zu 40 Prozent ermöglicht. Konkret bedeutet das: Ein heutiger 80-kWh-Akku würde in der neuen Generation auf bis zu 112 kWh wachsen. Gleichzeitig sollen die Batteriekosten um 30 Prozent sinken. Mehr Reichweite für weniger Geld – das ist die Kernbotschaft, auch wenn offizielle Zahlen zu einzelnen Modellen noch fehlen.
Die Motorleistung steigt laut Kia um bis zu 9 Prozent. Das ist ein Zuwachs, der in der täglichen Nutzung kaum spürbar sein dürfte – ehrlicher gesagt handelt es sich eher um eine technische Kennzahl als um ein Kaufargument. Interessanter ist die angekündigte Verbesserung der Langstreckentauglichkeit, die direkt von der höheren Akkukapazität profitiert.
Beim Spannungssystem bleibt Kia offenbar bei der bisherigen Kombination aus 400 und 800 Volt. Eine Vereinheitlichung auf reine 800-Volt-Architektur auch in kleineren und kompakteren Modellen ist technisch und kostenseitig noch nicht für alle Segmente darstellbar – das dürfte der Hauptgrund für diesen Kompromiss sein.
Auf der Software-Seite bereitet Kia trotz der laufenden Einführung des aktuellen Pleos-Infotainments bereits das nächste System vor. Das neue System soll vollständig neu entwickelt werden und eine engere Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug schaffen. Den Namen Pleos will Kia offenbar beibehalten. Autonomes Fahren der Stufe 2++ soll ebenfalls Teil des Pakets werden.
Konkrete Modelle auf IMA-Basis hat bisher weder Kia noch Hyundai oder Genesis angekündigt. Der Marktstart ist realistisch erst kurz vor 2030 zu erwarten. Bis dahin bleibt die IMA eine Plattform auf dem Papier – technisch ambitioniert, aber noch weit von der Serienreife entfernt.
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
