Lenovo Chromebook Plus 14 Testbericht

Lenovo Chromebook Plus 14
Quelle: Schmidtis Blog

Seit seiner Ankündigung wird das Lenovo Chromebook Plus 14 mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Viele sehen in ihm den potenziellen neuen „König der Chromebooks“, ein Gerät, das endlich die Lücke zu den Premium-Laptops von Apple und Windows schließen soll. Die Kombination aus einem brillanten OLED-Display, einem leistungsstarken ARM-Chip und einem hochwertigen Design verspricht viel.

Doch hält das Chromebook das Versprechen und sind die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt? Das soll dieser Testbericht für euch herausfinden. Ich hatte in den letzten Wochen Zeit, das Lenovo Chromebook 14 Plus zu testen, dieses wurde mir von Google hierzu zur Verfügung gestellt. Dies hat natürlich keinen Einfluss auf das Testergebnis. Und los geht’s.

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Lieferumfang

Wer beim Auspacken des Lenovo Chromebook Plus 14 ein üppiges Zubehörpaket erwartet, wird enttäuscht. Der Lieferumfang präsentiert sich betont minimalistisch und konzentriert sich fast ausschließlich auf das Wesentliche.

Neben dem Gerät selbst findet sich in der umweltfreundlichen Kartonage lediglich ein kompaktes 65-Watt-Netzteil nebst passendem Netzkabel. Positiv hervorzuheben ist hierbei die konsequente Nutzung des USB-C-Standards: Das Ladegerät ist angenehm handlich und kann im Reisegepäck problemlos auch als Energielieferant für das Smartphone oder Tablet einspringen.

Abgerundet wird das physische Paket durch die obligatorische Kurzanleitung sowie die üblichen Garantieunterlagen. Auf Extras wie eine schützende Tasche oder einen Eingabestift verzichtet Lenovo hingegen konsequent. Wer das Display also mit einem Stylus bedienen möchte, muss den Kauf eines USI-kompatiblen Stifts separat einplanen.

Spezifikationen

Das Herzstück des Lenovo Chromebook Plus 14 bildet der brandneue MediaTek Kompanio Ultra 910, ein Achtkern-Prozessor mit einer Taktfrequenz von bis zu 3,6 GHz, der speziell für die Anforderungen moderner ChromeOS-Umgebungen entwickelt wurde. Unterstützt wird die CPU von einer integrierten ARM Immortalis-G925 MC11 Grafikkarte sowie – je nach Konfiguration – 12 GB oder 16 GB schnellem LPDDR5X-Arbeitsspeicher. Für Daten steht ein 256 GB großer UFS 4.0 Flash-Speicher zur Verfügung, der für extrem kurze Ladezeiten sorgt. Das visuelle Highlight ist das 14-Zoll-OLED-Display im 16:10-Format, das mit 1.920 x 1.200 Pixeln (WUXGA) auflöst, eine Helligkeit von 400 Nits erreicht und laut Hersteller den DCI-P3-Farbraum zu 100 % abdecken soll.

In puncto Konnektivität ist das Gerät mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 bereits für die Zukunft gerüstet. Anschlussseitig bietet das Gehäuse zwei USB-C-Ports (USB 3.1 Gen 1 mit DisplayPort 1.4 und Power Delivery 3.0), einen klassischen USB-A-Anschluss sowie eine kombinierte Audio-Klinke. Für Videokonferenzen ist eine hochauflösende 5-Megapixel-Webcam samt physischer Privatsphäre-Blende verbaut, während ein Quad-Lautsprecher-System mit Dolby Atmos-Zertifizierung für den nötigen Sound sorgt. Trotz des potenten 60-Wh-Akkus, der Laufzeiten von bis zu 17 Stunden ermöglichen soll, bleibt das Chromebook mit einem Gewicht von lediglich ca. 1,2 kg und einer Bauhöhe von knapp 16 mm angenehm portabel. Ein besonderes Merkmal ist zudem die integrierte NPU mit 50 TOPS, die speziell auf lokale KI-Berechnungen ausgelegt ist.

Design, Verarbeitung & Haptik

Das Lenovo Chromebook Plus 14 setzt auf ein hochwertiges, minimalistisches Design mit einer Mischung aus Aluminium und Kunststoff. Das Gehäuse besteht größtenteils aus gepulvertem Aluminium und vermittelt einen soliden, edlen Eindruck, während die Bodenplatte mit einem griffigen, geriffelten Wellenmuster aus Kunststoff für zusätzliche Stabilität und passive Kühlung sorgt – eine Hommage an das beliebte Google Pixelbook Go.

Mit einer Dicke von 15,79 mm und einem Gewicht von nur 1,17 kg (ohne Touchscreen) ist das Gerät angenehm schlank und leicht, dabei aber überraschend robust mit minimaler Biegung im Display und dem Tastaturdeck. Das einteilige Scharnier ist fest und hält die Position zuverlässig. Das als „Seashell“ bezeichnete Finish changiert je nach Lichteinfall von Metallic-Silber zu einem subtilen Goldton, was für optische Abwechslung sorgt.

Die Tastatur ist leichtgängig, präzise und mit angenehmem Hub, auch wenn sie nicht ganz an Thinkpad-Standards heranreicht. Das Trackpad aus Kunststoff (ca. 12 x 7,7 cm) ist reaktionsschnell und zuverlässig. Eine Besonderheit ist der dedizierte „Quick Insert“-Key, der kontextsensitive, oft KI-basierte Funktionen schnell zugänglich macht.

Die Konnektivität ist solide, wenn auch nicht spektakulär: Zwei USB-C 3.2 Gen1-Ports (zum Laden und für Peripherie), ein USB-A-Port und zukunftsicherer Wi-Fi 7 sowie Bluetooth 5.4. Die 5-MP-Webcam mit mechanischem Privacy-Shutter ist in einer kleinen Wölbung im Displaydeckel untergebracht.

Das Chromebook Plus 14 überzeugt mit einer ausgewogenen Mischung aus Portabilität, solider Verarbeitungsqualität und durchdachten Details. Der einzige spürbare Kompromiss ist die Kunststoff-Unterseite, die das Gefühl eines vollständigen Unibody-Aluminium-Gehäuses schmälert.

Ein Display zum Verlieben

Lenovos Chromebook Plus 14 sorgt vor allem wegen seines Bildschirms für Aufmerksamkeit. Das Gerät nutzt ein 14‑Zoll‑OLED‑Panel, das immer wieder für Begeisterung sorgt. Die Darstellung wirkt außergewöhnlich kontrastreich, Farben erscheinen präzise und intensiv, und dunkle Szenen profitieren von der typischen OLED‑Tiefe. Die Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln im 16:10‑Format bietet zudem viel Platz für produktive Aufgaben und kreative Anwendungen.

Die maximale Helligkeit reicht für Innenräume und viele Alltagssituationen problemlos aus. HDR‑Material profitiert ebenfalls, da das Panel eine entsprechende Zertifizierung besitzt. Allerdings zeigt sich bei einem Punkt eine deutliche Abweichung zwischen Marketing und Realität. Lenovo wirbt mit einer vollständigen Abdeckung des DCI‑P3‑Farbraums, doch unabhängige Messungen erreichen nur Werte im Bereich von 77 bis 84 Prozent. Die Darstellung ist kräftig, erreicht aber nicht die versprochene Breite des Farbspektrums.

Insgesamt bietet das Chromebook Plus 14 ein Panel, das in dieser Preisklasse selten zu finden ist. Der zusätzliche Platz durch das 16:10‑Format erleichtert viele Aufgaben, und die Bildqualität hebt das Gerät deutlich von anderen Modellen ab. Lediglich die starke Spiegelung bei hellem Licht trüben das Gesamtbild etwas. Trotzdem bleibt das Display der zentrale Grund, warum dieses Chromebook für viele Nutzer besonders attraktiv sein dürfte.

Ein Anschluss zum Verzweifeln

Die Probleme bei der Nutzung externer Monitore werden für viele User ein echter Deal-Breaker sein. Die Unterstützung dafür ist inkonsistent und für Nutzer, die ein Desktop-Setup anstreben, schlichtweg unbrauchbar:

Der linke USB-C-Anschluss ist auf eine Bildwiederholrate von 30Hz bei 4K-Auflösung limitiert, was für eine flüssige Darstellung unzureichend ist.

Der rechte Anschluss schafft zwar die ersehnten 4K bei 60Hz, doch hier gibt es erhebliche Probleme. Farben wirken oft „ausgewaschen“ und es kommt zu visuellen Artefakten wie einem „chromatic shift“, bei dem dünne Linien plötzlich die Farbe wechseln. Zudem gibt es massive Kompatibilitätsprobleme, insbesondere mit älterer, aber weit verbreiteter DP1.2-Hardware, was den Anschluss an bestehende Docks und Monitore zum Glücksspiel macht.

Das brillante Display kann man also zwar erweitern, aber für ein echtes professionelles Arbeiten mit externen Monitoren ist das Lenovo-Chromebook also nicht wirklich empfehlenswert.

Die paradoxe Leistung: Ein Sprint-Champion, der im Alltag stolpert

Auf dem Papier ist das Lenovo Chromebook Plus 14 ein absolutes Biest. Der verbaute MediaTek Kompanio Ultra 910 Chip gilt als der schnellste Prozessor, der je in einem Chromebook zum Einsatz kam. Man erwartet also eine Performance, die selbst anspruchsvolle Aufgaben mühelos bewältigt.

Doch hier zeigt sich die erste überraschende Wahrheit: Die rohe Leistung überträgt sich nicht nahtlos auf die Praxis. Das Problem liegt an der noch unzureichenden Software-Optimierung für die neue ARM-Architektur. Hier kommt es gelegentlich zu unerwarteten Leistungsproblemen bei sehr spezifischen, nicht-nativen Anwendungen. Vor allem bei der 4K-Videobearbeitung kommt das Chromebook an die Grenzen.

Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass die Software-Optimierung noch nicht mit der rohen Kraft der Hardware Schritt hält. Denn in Benchmarks macht das Lenovo Chromebook Plus 14 eine extrem gute Figur.

Ein weiteres Flaggschiff-Merkmal ist die leistungsstarke NPU mit bis zu 50 TOPS. Diese ermöglicht exklusive On-Device-KI-Funktionen wie intelligentes Gruppieren geöffneter Apps und Tabs (Smart Grouping) und verleiht dem Gerät eine deutliche Zukunftssicherung für lokale KI-Anwendungen, die anderen Chromebooks fehlt.

Die Stille ist der eigentliche Luxus

Inmitten der Diskussionen über Leistung und Displays geht ein Merkmal fast unter, das die tägliche Nutzungserfahrung vielleicht am nachhaltigsten prägt: das komplett lüfterlose Design. In einer Welt, in der selbst schlanke Ultrabooks bei der kleinsten Anforderung ihre Lüfter hochdrehen, arbeitet das Lenovo Chromebook Plus 14 absolut geräuschlos.

Diese Eigenschaft, ermöglicht durch die Effizienz des ARM-Chips, erinnert stark an den Weg, den Apple mit seinen M-Serien MacBooks eingeschlagen hat, und signalisiert einen wichtigen Markttrend. Das Gerät gibt selbst unter Volllast, etwa beim Streamen von 4K-Videos oder bei intensivem Multitasking, keinen Mucks von sich.

Diese Eigenschaft ist bei einem derart leistungsstarken 14-Zoll-Laptop eine Seltenheit und hebt ihn deutlich von vielen lauten Windows-Konkurrenten ab. Diese Stille ist kein kleines technisches Detail, sondern ein echter, oft übersehener Luxus, der die Konzentration fördert und die gesamte Nutzererfahrung auf ein neues Level hebt.

Die KI-Zukunft ist eingebaut, aber noch nicht angekommen

Auf dem Papier ist das Chromebook für die KI-Revolution gerüstet. In der Praxis wartet es noch auf den Startschuss. Im Herzen des Kompanio Ultra 910 schlägt eine beeindruckende Neural Processing Unit (NPU) mit einer Leistung von 50 TOPS (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde). Damit spielt das Gerät in derselben Liga wie die neuesten „AI PCs“ mit Chips von Qualcomm und AMD, was die Erwartungen an seine Fähigkeiten in die Höhe treibt.

Die überraschende Erkenntnis ist jedoch: Diese Zukunft ist noch nicht da. Die aktuelle Software-Unterstützung für diesen mächtigen Chip ist minimal. Derzeit nutzen nur eine Handvoll exklusiver KI-Funktionen die NPU, darunter eine „intelligente Gruppierung“ von Tabs und einige erweiterte Bildbearbeitungswerkzeuge in der Galerie-App. Für den Nutzer von heute ist der Mehrwert also noch sehr begrenzt. Das Gerät scheint für eine zukünftige Version von ChromeOS gebaut zu sein, in der künstliche Intelligenz eine weitaus größere Rolle spielt.

Man kauft also eine beeindruckende Hardware-Fähigkeit, deren volles Potenzial in der Software erst noch kommen wird.

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Akku

Die größte Stärke offenbart sich in der Praxis: Die Akkulaufzeit ist phänomenal. Das Gerät übertrifft konkurrierende Intel-Modelle deutlich und katapultiert Chromebooks zurück in die Spitzenliga der Ausdauer. Auch im Alltag hält es problemlos einen vollen Arbeitstag und länger durch.

Der Hersteller selbst verspricht bis zu 17 Stunden Akkulaufzeit, aber das wird nicht wirklich erreicht. Aber 16 Stunden kann man schaffen, dies dürfte dann schon wieder deutlich mehr sein, als man von Windows oder Mac-Laptops gewohnt ist. Wer also lange Sessions plant z.B. bei der Videowiedergabe oder beim Surfen, der ist beim Lenovo Chromebook Plus 14 genau richtig.

Der Preis macht es großartig – und kompliziert

Zweifellos rechtfertigen die hochwertige Verarbeitung aus Aluminium, der exzellente OLED-Bildschirm und die starke Rohleistung einen Premium-Preis. Mit einem Preis von 749 Euro für das 16/ 256 GB-Modell verlässt das Lenovo Chromebook Plus 14 jedoch das traditionelle Territorium der preisgünstigen Chromebooks.

Und genau hier liegt die überraschende Komplikation: Dieser Preis positioniert das Gerät in direkter Konkurrenz zu extrem vielseitigen Windows-Laptops und sogar zu Einstiegsmodellen des MacBook Air. Für einen ähnlichen Preis bekommt man also ein Gerät mit einem weitaus flexibleren Betriebssystem wie Windows oder macOS. Diese Systeme bieten eine ungleich größere Softwarekompatibilität, von spezialisierten professionellen Anwendungen bis hin zu einer breiten Palette an Spielen.

Dieser Preis stellt somit die klassische „Value“-Botschaft von Chromebooks in Frage. Käufer stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Wählt man die optimierte Einfachheit und Sicherheit von ChromeOS in einer fantastischen Hardware-Verpackung oder die universelle Anwendbarkeit eines konkurrierenden Ökosystems zum gleichen Preis? Und da dürften sich dann wirklich viele die Frage stellen, ob sie bereit sind, so viel Geld für ein Chromebook auszugeben.

Fazit

Das Lenovo Chromebook Plus 14 ist ohne Zweifel eines der besten und aufregendsten Chromebooks seit Jahren. Es brilliert in fundamentalen Bereichen wie Design, Displayqualität, exzellenter Energieeffizienz und Akkulaufzeit. Es zeigt, wie gut ein Premium-Chromebook sein kann.

Gleichzeitig ist es aber kein uneingeschränkt perfektes Gerät für jeden, wie die überraschenden Details bei der Anwendungsleistung, den externen Anschlüssen und der kaum genutzten KI-Hardware zeigen. Es ist ein Gerät voller Widersprüche, das ebenso sehr begeistert wie es Fragen aufwirft.

Die Frage ist also nicht nur, ob das Lenovo Chromebook Plus 14 ein großartiges Gerät ist – das ist es zweifellos. Die eigentliche Frage ist, ob ein Premium-Chromebook gegen die vollwertigen MacBooks und Windows-Laptops für den gleichen Preis bestehen kann? Diese Frage spaltet die User.

Für mich ist es ein echter Gamechanger. Würde ich mir das Lenovo Chromebook 14 Plus privat kaufen? Ja, unbedingt. Denn für mich bietet es alles, was ich benötige, die Android Apps, eine gutes Display, viel Power unter der Haube, eine Mega-Akkulaufzeit und vor allem auch die Möglichkeit, es über Chrome OS dank Linux hinaus uneingeschränkt nutzen zu können.

Für mich ist das Lenovo Chromebook eine echte Kaufempfehlung, einzig der hohe Preis kann abschreckend sein. Aber da wartet man dann einfach auf einen passenden Deal.


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2 Kommentare

  1. Was ein fragwürdiger Testbericht. Zum einen wird der Anschluss für Bildschirme stark kritisiert. Zum anderen heißt es im Fazit, dass „einzig der hohe Preis“ abschreckend sein kann. Ich vermute, dass große Teile des Textes mit KI geschrieben sind. So wie das meiste hier auf diesem Blog.

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