Mercedes CLA verkauft sich stark in Europa

Mercedes CLA
Quelle: Mercedes-Benz AG
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Der neue Mercedes CLA legt in Europa einen sauberen Start hin. Rund ein halbes Jahr nach Produktionsbeginn meldet der Daten-Dienstleister Dataforce knapp 25.500 Neuzulassungen bis einschließlich Februar. Seit dem vergangenen September bringt der Autobauer monatlich etwa 4.000 Fahrzeuge auf die Straßen. Das Werk in Rastatt baut die Autos mittlerweile im Dreischichtbetrieb. Vertriebsvorstand Mathias Geisen meldet gut gefüllte Auftragsbücher bis weit in die zweite Jahreshälfte. Deutschland führt die interne Statistik mit über 9.600 Einheiten an. Danach folgen Großbritannien und Belgien. Firmenkunden greifen besonders oft zu. Sie machen die Hälfte der Käuferschaft aus. Privatleute stellen etwa 30 Prozent der Besteller. Ein Startpreis von rund 47.000 Euro macht das Modell attraktiv, drückt aber gleichzeitig die Gewinnmarge des Stuttgarter Konzerns.

Technisch markiert die Kompaktlimousine einen harten Schnitt. Das neue Betriebssystem MB.OS feiert hier seine Premiere. Die Software liefert die digitale Basis für alle kommenden Generationen. Sie verknüpft Google Maps direkt mit dem Mercedes-Design und steuert die autonomen Fahrfunktionen. Auch optisch beendet das Unternehmen ein ungeliebtes Kapitel. Die rundliche Tropfenform der alten EQ-Reihe verschwindet ersatzlos. Verbrenner und Elektroauto tragen jetzt wieder das gleiche Gesicht. Ein klassischer Wabengrill, der Stern und der Lorbeerkranz prägen die Front.

Auf dem chinesischen Automarkt droht dem Hoffnungsträger allerdings ein harter Aufprall. Der Dienstleister Marklines zählte zwischen Oktober und Januar lediglich 1.600 Registrierungen bei den Versicherungen. Im Januar rutschten die Verkaufszahlen sogar auf magere 220 Einheiten ab. Wegfallende staatliche Förderungen bremsen den Gesamtmarkt. Der Autoexperte Stefan Bratzel sieht das Hauptproblem jedoch bei der starken lokalen Konkurrenz. Chinesische Marken produzieren vergleichbare Autos schlichtweg billiger. Oliver Thöne verantwortet das China-Geschäft für Mercedes und ordnet den CLA dort als absolutes Nischenprodukt ein. Die asiatische Kundschaft kauft lieber große SUVs anstatt kompakter Limousinen.

Der Konzernchef Ola Källenius braucht dringend Erfolge. Andere Modelle müssen den asiatischen Markt bedienen. Der neue GLC läuft laut Geisen bereits hervorragend an. Eine elektrische E-Klasse folgt im kommenden Jahr. Bis 2027 rollt der Hersteller über 40 neue oder überarbeitete Autos zu den Händlern. Diese gigantische Modelloffensive soll die durchwachsene Elektro-Bilanz aufbessern. Bisher liegt der Anteil von Hybrid- und E-Autos am Gesamtabsatz bei mageren 19 Prozent. Im vergangenen Jahr fuhr nur jeder zehnte neue Mercedes rein elektrisch. Das Ziel lautet 40 Prozent. Stefan Bratzel fasst die Situation des Autobauers treffend zusammen. Die Autos müssen ab sofort bei den Kunden zünden, Ausreden akzeptiert der Markt nicht mehr.

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