Volkswagen ID.Cross: Die späte Rückkehr zur automobilen Vernunft

schräge Frontansicht des neuen VW ID. Cross in Hellblau
Quelle: CocheSpias
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Volkswagen will es noch einmal wissen und wirft mit dem neuen ID.Cross ein heißes Eisen ins Feuer der Elektro-Kompaktklasse. Jahrelang mussten wir uns mit lieblos zusammengeklatschten Plastik-Cockpits und absurden Bedienkonzepten herumärgern, doch dieses Mal könnte der Plan tatsächlich aufgehen. Der offizielle Startschuss im Konfigurator am heutigen 15. Juli markiert das Ende einer Ära des Verzichts bei erschwinglichen E-Autos.

Schluss mit der Plastikwüste: Innenraum auf Augenhöhe

Volkswagen hat endlich kapiert, was uns Kunden im Alltag nervt. Wer den ID.Cross besteigt, merkt sofort den Unterschied zum alten Sparkurs der Wolfsburger. Ein hoher Anteil an Stoff sorgt für echtes Wohnzimmergefühl im Cockpit. Dazu kommen schicke Details wie die Abschlüsse aus Metall an den Schaltern für die Klimaanlage und die Fensterheber. Sogar das Ambientelicht ist toll integriert. Kein billiger Quatsch mehr. Ein echter Fortschritt für die Marke.

Der ID.Cross soll die Wende bringen. Mit einem Basispreis von ca. 28.000 Euro greift Volkswagen endlich wieder in der breiten Masse an, wo die Konkurrenz bereits gefährlich laut anklopft. Ein wichtiges Signal.

Platzwunder mit einem Haken im Fond

Heckklappe auf, Staunen an. Die neue MEB+ Plattform ermöglicht ein Kofferraumvolumen von über 475 Litern auf extrem kompakten Abmessungen. Clever gelöst. Unter diesem ebenen Ladeboden wartet ein tiefes Fach auf Gepäck – das erinnert stark an Tesla.

Die Kehrseite der Medaille betrifft die Musik-Fans. Wer sich die große Soundanlage gönnt, verliert durch den Subwoofer einiges an Platz in diesem tiefen Fach. Und wer hinten reist, muss Abstriche machen. Hinten sehen die Sitze jetzt nicht mega bequem aus, aber man wird dort auch länger sitzen können, wenn man nicht gerade einsneunzig groß ist. Immerhin nimmt ein kleiner Frunk unter der Fronthaube das nasse AC-Ladekabel auf. Das ist im Alltag wichtiger als gedacht.

Reichweite und Laden: Die nackten Zahlen im Alltags-Check

Technisch ist das kompakte SUV eng mit dem Skoda Epiq verwandt. Mit dem großen Akku verspricht VW eine Reichweite von maximal ca. 450 Kilometern. Wer wie ich sonst einen dicken Ioniq 5 mit 84-kWh-Akku fährt, blickt natürlich etwas verwöhnt auf diese Daten. Aber für die City und das Umland ist das eine spannende Ansage.

Das Schnellladen von 10 auf 80 Prozent klappt in unter 25 Minuten. Ein solider Wert. Im Alltag zählt schließlich nur, wie schnell ich nach dem Kaffee an der Säule wieder vom Hof komme. Wer den SUV-Look gar nicht abkann, schielt stattdessen auf den ID. Polo für rund 25.000 Euro. Für den ID.Cross werden dagegen wohl ca. 28.000 Euro fällig – und das noch vor Abzug von Kaufprämie und Förderung. Ein absolut fairer Kurs.

Der Richtungswechsel: Warum Wolfsburg die günstige Wende braucht

Der Markt für günstige Elektroautos war viel zu lange verwaist. Volkswagen hat die Einstiegsklasse sträflich vernachlässigt und der asiatischen Konkurrenz das Feld überlassen. Mit der MEB+ Plattform schlägt der Konzern nun zurück – nicht nur mit dem ID.Cross, sondern auch mit dem Skoda Epiq und dem Cupra Raval. Synergien nutzen, um die Produktionskosten zu drücken, lautet das Credo.

Das ist bitter nötig. Die Wolfsburger können es sich finanziell nicht mehr leisten, nur noch teure Dickschiffe anzubieten, während der Massenmarkt nach bezahlbaren Stromern verlangt. Der ID.Cross soll die Marke wieder in die Spur bringen und die dringend benötigten Stückzahlen liefern. Ein riskantes Spiel.

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