Mercedes EQS 2. Generation: 800-Volt-Technik, 926 km Reichweite, Steer-by-Wire und Preise ab 94.403 Euro

Mercedes EQS 2026
Quelle: Mercedes-Benz AG
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Mercedes hat den EQS technisch von Grund auf erneuert – und das merkt man vor allem unter der Haube. Die zweite Generation des elektrischen Flaggschiffs wechselt von 400- auf 800-Volt-Architektur, bekommt neue Antriebseinheiten, einen überarbeiteten Akku und als erstes deutsches Serienfahrzeug überhaupt eine Steer-by-Wire-Lenkung. Äußerlich bleibt das Fahrzeug der bekannten, polarisierenden Linienführung treu. Wer das Design des ersten EQS nicht mochte, wird auch hier nicht umgestimmt.

Der technisch relevanteste Schritt ist die 800-Volt-Umrüstung. Sie erlaubt Ladeleistungen von bis zu 350 kW. In zehn Minuten sollen laut Mercedes bis zu 320 Kilometer WLTP-Reichweite nachgeladen werden. Wer an 400-Volt-Stationen lädt, profitiert von einer virtuellen Batterieteilung: Jede Hälfte zieht bis zu 175 kW. Die Akkukapazität stieg bei gleichen Abmessungen von 118 auf 122 kWh nutzbarer Energie, ermöglicht durch einen höheren Siliziumoxidanteil in den Anoden. Das Topmodell EQS 450+ kommt damit auf bis zu 926 Kilometer nach WLTP, 13 Prozent mehr als sein Vorgänger.

Vier Varianten stehen zur Wahl. Der EQS 400 leistet 270 kW, verfügt über 112 kWh und startet bei 94.403 Euro. Der EQS 450+ bringt 300 kW, 122 kWh und kostet ab 108.635 Euro. Mit Allradantrieb folgen EQS 500 4MATIC (350 kW, ab 123.284 Euro) und EQS 580 4MATIC (430 kW, ab 134.732 Euro). Die Anhängelast der Heckantriebsvarianten wurde von 750 auf 1.600 Kilogramm mehr als verdoppelt. Bidirektionales Laden, also Vehicle-to-Grid und Vehicle-to-Home, ist vorgesehen, kommt aber erst per OTA-Update nach dem Marktstart.

Steer-by-Wire ist das zweite technische Highlight. Zwischen Lenkrad und Rädern gibt es keine mechanische Verbindung mehr. Sensoren und Steuergeräte übertragen Lenkeingaben elektronisch. Das ermöglicht eine situationsabhängige Lenkübersetzung, reduziert Kraftaufwand beim Rangieren und filtert Fahrbahnvibrationen heraus. Das Lenkrad fällt flacher aus, was den Blick auf das Fahrerdisplay verbessert. Die Funktion wird wenige Monate nach Markteinführung als Option verfügbar sein. Wer die klassische elektromechanische Lenkung bevorzugt, kann diese weiterhin wählen.

Das neue Betriebssystem MB.OS steuert sämtliche Fahrzeugbereiche, unterstützt vollständige OTA-Updates und bindet einen KI-gestützten MBUX Virtual Assistant auf Microsoft-Basis ein. Der serienmäßige MBUX Hyperscreen spannt eine 141 Zentimeter breite Glasfläche über drei Displays. Im Fond gibt es zwei 33,3-Zentimeter-Screens. Das Burmester-Soundsystem leistet 710 Watt mit Dolby-Atmos-Unterstützung. Assistenzsysteme arbeiten mit bis zu 27 Sensoren, der Parkassistent soll rund 60 Prozent schneller einparken als bisher.

Der EQS war nie ein Verkaufsschlager, und diese Generation wird das Grundproblem nicht lösen. Mercedes weiß das und plant die wirkliche elektrische S-Klasse, die frühestens um 2030 kommt. Der überarbeitete EQS ist damit das letzte Kapitel unter dem EQ-Label, bevor die S-Klasse elektrisch wird. Wer jetzt kauft, bekommt state-of-the-art Technik zu Preisen, die den Interessentenkreis klein halten.

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