Oppo Find X10 Pro Max: 1.799 Euro für beschnittene EU-Hardware

Oppo Find X10 globaler Launch
Quelle: OPPO
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Oppo will es in Deutschland wieder wissen, verlangt hiesigen Fans zum Comeback aber direkt einiges ab. Das Find X10 und das Find X10 Pro Max starten offiziell im europäischen Handel – zu echten Luxuspreisen. Doch wer die Datenblätter mit den chinesischen Originalen vergleicht, sieht sofort die unschöne Wahrheit: Für fast 1.800 Euro bekommen wir hierzulande weniger Technik serviert als Kunden in Asien.

850 mAh weniger Akku: Europäer bekommen die zweite Wahl

Der größte Dämpfer sitzt direkt im Akkugehäuse. Im chinesischen Heimatmarkt protzt die Serie mit einem gewaltigen 8.000-mAh-Silizium-Kohlenstoff-Akku, der neue Maßstäbe für Flaggschiff-Laufzeiten setzt. In den europäischen Datenblättern stehen für beide Modelle plötzlich nur noch 7.150 mAh.

Satte 850 mAh weniger Akkukapazität für exakt dasselbe Gehäuse sind schlicht ein Ärgernis. Schon bei den ersten Leaks rund um das Oppo Find X10 mit 8000-mAh-Akku war dieser riesige Stromspeicher der zentrale Kaufgrund gegenüber Samsung und Google. Dieser handfeste Vorteil schmilzt in Europa ohne jede Not zusammen.

Immerhin: Das Ladetempo bleibt mit 80 Watt SUPERVOOC, kabellosen 50 Watt AIRVOOC und bis zu 55 Watt über USB-PD unangetastet. Nach fünf Jahren Dauernutzung soll die Zelle laut Oppo noch über 80 Prozent Restkapazität behalten.

Beim Speicher setzt sich die Sparkur nahtlos fort. In China dürfen Käufer problemlos zu Varianten mit bis zu 16 GB RAM und 1 TB UFS 4.1-Speicher greifen. In Europa limitiert Oppo die Auswahl drastisch: Das normale Find X10 startet bei 12 GB LPDDR5X RAM und 256 GB Festspeicher, das Pro Max wird bei 12 GB RAM und 512 GB Speicher abgeriegelt. Mehr Reserven gibt es schlicht nicht.

Dreimal 200 Megapixel: Reine Sensor-Macht gegen Samsung und Google

Wo Oppo hingegen kompromisslos abliefert, ist die Kameratechnik. Das Oppo Find X10 Pro Max mit Dreifach-200-MP-Kamera verbaut als weltweit erstes Smartphone drei vollwertige 200-Megapixel-Sensoren auf der Rückseite.

Als Hauptsensor dient der gemeinsam mit Samsung entwickelte ISOCELL HPC im großen 1/1,3-Zoll-Format mit lichtstarker f/1.5-Blende und optischer Stabilisierung. Dessen DeepPix-Architektur steigert die Ladungskapazität der Sensorpixel um 60 Prozent, was einen extrem weiten Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen liefert.

Flankiert wird das Setup von zwei weiteren Samsung ISOCELL HP5 Sensoren im 1/1,56-Zoll-Format. Die Ultraweitwinkel-Kamera erfasst ein Sichtfeld von 124 Grad bei f/2.2 und packt Makroaufnahmen ab 4 Zentimeter Abstand. Das Periskop-Tele bietet 70 mm Brennweite, eine f/2.1-Blende, OIS und echten 3-fachen optischen Zoom. Standardmäßig speichert das System über den gesamten Zoombereich von 0,5x bis 9,9x Fotos mit 26 Megapixeln ab.

Für Fans extremer Brennweiten gibt es wieder spezielles Zubehör, wie man es schon vom Oppo Find X9 Ultra mit Tele-Zubehör kennt: Ein optionaler Hasselblad-Telekonverter vergrößert optisch auf das Zehnfache.

Videofilmer bekommen 8K bei 30 FPS sowie 4K bei 120 FPS auf allen drei Kameras, ergänzt durch Dolby Vision, O-Log2 und echtes Open Gate Capture samt nativer Unterstützung der Blackmagic Camera App.

Das günstigere Find X10 setzt auf ein Dual-200-MP-System: Als Hauptkamera arbeitet der kleinere Samsung ISOCELL HPE im 1/1,4-Zoll-Format mit f/1.6, kombiniert mit einem 200-MP-Periskop (65 mm, f/2.6) und einer 50-MP-Ultraweitwinkelkamera auf Basis des ISOCELL JN5. Die überarbeitete Lumo True Image Engine samt 24-Kanal-Multispektralsensor sorgt bei beiden Geräten für natürliche Farben statt künstlicher HDR-Schärfung.

2-Nanometer-Power trifft auf 1.799 Euro Vorbesteller-Poker

Unter der Haube fährt das Pro Max Geschütze auf, an denen sich die Konkurrenz die Zähne ausbeißen dürfte. Hier werkelt MediaTeks neuer Dimensity 9600 Pro, der im hochmodernen 2-nm-N2P-Verfahren bei TSMC gefertigt wird. Zwei C2-Ultra-Kerne takten mit bis zu 4,55 GHz, während die G2-Ultra NX Grafikeinheit 27 Prozent mehr Spitzenleistung und 18 Prozent schnelleres Raytracing stemmt. Im normalen X10 arbeitet der im 3-nm-Verfahren (N3P) gefertigte Dimensity 9600M.

Die Bildschirme sind makellos: Das Standardmodell bietet ein flaches 6,59 Zoll LTPO-AMOLED (2.768 × 1.272 Pixel) mit extrem schlanken 0,99 mm Rändern, während das Pro Max auf 6,78 Zoll (2.772 × 1.272 Pixel) und 1,15 mm Ränder setzt. Beide Displays regeln adaptiv zwischen 1 und 120 Hz (in Spielen bis 144 Hz), strahlen bei HDR-Inhalten mit 3.600 Nits (2.000 Nits im High-Brightness-Modus) und schonen empfindliche Augen mit 3.840 Hz PWM-Dimming.

Das Preisschild hat es allerdings in sich: Das Find X10 startet bei 1.299 Euro, während das Find X10 Pro Max stolze 1.799 Euro kostet. Vorbesteller erhalten bis zum 28. Oktober 2026 einen Sofortrabatt von 100 Euro, Trade-in-Boni von bis zu 250 Euro für Oppo- oder OnePlus-Geräte (150 Euro für Apple und Samsung) sowie ein Gratis-Gadget im Wert von rund 500 Euro (wählbar zwischen Telekonverter, Oppo Watch X3 oder Oppo Pad 5).

Ob diese Geschenke genügen, um hiesige Käufer zu überzeugen, bezweifle ich stark. Nach dem Deutschland-Aus von OnePlus fehlt Oppo hierzulande der Rückhalt in den Mobilfunkshops und das Vertrauen der Masse. Wer fast 1.800 Euro bar auf den Tisch legt, will keine hardwareseitigen Kompromisse beim Akku sehen.

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