Smart #2 Produktion startet: China feiert, Europa schaut in die Röhre

Ich fasse es nicht. Da startet Smart endlich die Serienproduktion des neuen Smart #2, und wir in Deutschland dürfen bis Mitte 2027 Däumchen drehen. Die Bänder im chinesischen Jinan laufen bereits seit dem 20. Oktober 2026, am 5. November stehen die ersten fertigen Autos bei den asiatischen Händlern. Und die europäischen Kunden? Die werden mit einem Vorverkauf abgespeist und auf das zweite Quartal 2027 vertröstet.
Der Smart #2 Produktionsstart auf einen Blick:
- Produktionsbeginn: 20. Oktober 2026
- Fertigungsort: Geely-Werk in Jinan (China)
- Plattform: Neue, maßgeschneiderte ECA-Architektur
- Marktstart China: 5. November 2026
- Auslieferung Deutschland: 2. Quartal 2027 (Kaufvertrag jetzt, Auto in über 6 Monaten)
Geely-Werk Jinan: Die europäische Illusion ist vorbei
Wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken: Wer beim neuen fortwo-Nachfolger noch auf europäische Fertigungs-Romantik oder das Erbe des Hambacher Werks hofft, ist im falschen Film. Die Produktion in Asien ist die knallharte wirtschaftliche Realität im A-Segment. Der Wagen basiert auf der völlig neu entwickelten ECA-Plattform, die Geely kompromisslos für den urbanen Raum und maximale Raumeffizienz zusammengeschraubt hat.
Dass die Integration der Tridion-Sicherheitszelle in diese neue Architektur als Kern-Entität erhalten bleibt, ist zwar ein schöner Gruß an die alte Smart-Ära und rettet das passive Sicherheitskonzept, ändert aber nichts an der neuen Geely-DNA des Fahrzeugs.
Vorverkauf läuft: Händler werden überrannt
Was diese absurde Wartezeit für uns noch schlimmer macht: Der deutsche Markt lechzt nach exakt dieser Fahrzeugklasse. Seit dem 13. Oktober 2026 läuft der Vorverkauf, und erste Rückmeldungen der Händler sprechen Bände. Die Nachfrage ist massiv.
Während uns andere Hersteller mit immer fetteren Batterie-SUVs jenseits der 2-Tonnen-Marke nerven, beweist der Ansturm der Kunden auf das Einstiegsmodell in den Schauräumen, was die Leute wirklich wollen: kompakte, wendige Elektro-Kisten für die Stadt. Dass der Wagen aus China kommt, interessiert die preissensiblen Käufer dabei offensichtlich überhaupt nicht.
Europa auf der Ersatzbank
Der Kontrast könnte nicht schmerzhafter sein. Während die chinesischen Kunden in wenigen Tagen mit ihrem neuen Elektro-Zwerg vom Hof stromern, heißt es hierzulande: Unterschreiben, anzahlen und zuschauen.
Ein halbes Jahr Wartezeit für ein Auto, das aktuell bereits auf Hochtouren vom Band fällt, ist eine bittere Pille und offenbart die strategische Priorisierung der Märkte. Wer die nackten Zahlen und Konditionen des Basismodells vor der Bestellung studiert hat, braucht jetzt extrem starke Nerven. Der Smart #2 ist Realität – aber das Mercedes-Geely-Joint-Venture parkt uns in Europa vorerst knallhart auf der Ersatzbank.
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