Google: Pixel 10a schafft Top fünf nur in Japan
Googles Pixel-Reihe hat ein ziemlich eigenartiges Problem: Android ist weltweit klar überlegen, Google selbst taucht mit dem Pixel in den Top fünf relevanter Märkte aber fast nirgendwo auf. Counterpoint Research hat für das zweite Quartal 2026 die meistverkauften Smartphone-Modelle in acht Ländern ausgewertet – und das Pixel 10a landet nur in Japan in den Top fünf.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil Android im gleichen Quartal weltweit auf 75 Prozent der Smartphone-Verkäufe kam. iOS erreichte 20 Prozent, HarmonyOS 5 Prozent. Gegenüber Q2 2025 verlor Android damit vier Prozentpunkte; gleichzeitig stieg der Anteil gegenüber dem ersten Quartal 2026 von 73 auf 75 Prozent. Die richtige Aussage lautet also nicht „Android stürzt ab“, sondern: Android bleibt riesig, gibt gegenüber iOS und HarmonyOS auf Jahressicht aber Boden ab.
Android gewinnt global – Google gewinnt diese Rechnung nicht
Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen Plattform und Hersteller beim Modellranking. In den USA bestehen die Top fünf aus drei iPhones und zwei Galaxy-A-Modellen. In Deutschland sind sogar vier der fünf meistverkauften Modelle iPhones; auf Platz fünf liegt das Galaxy A57 5G. Ein Pixel schafft es in beiden Märkten nicht in die Top fünf.
Auch China hilft Google nicht weiter: Dort dominieren iPhone und Huawei die Top fünf. In Südkorea sieht es komplett anders aus – Samsung stellt die ersten beiden Plätze mit dem Galaxy S26 Ultra 5G mit 28 Prozent und dem Galaxy S26 5G mit 19 Prozent. Das zeigt ziemlich schonungslos, wie unterschiedlich der Android-Markt je nach Land aussieht.
Nur Japan gibt dem Pixel echten Rückenwind
Dann Japan: Dort kommt das Google Pixel 10a 5G auf 7 Prozent und landet hinter dem iPhone 17 und iPhone 17e auf Platz drei. Das ist kein Zufallstreffer in einer exotischen Statistik, sondern Googles einziges Pixel-Modell in den Top fünf der acht von Counterpoint betrachteten Länder.
Und genau da wird die Sache für Google unangenehm. Das Pixel 10a ist technisch und preislich keineswegs als Nischen-Spielzeug positioniert: In Deutschland kostet es ab 549 Euro, bringt 8 GB RAM, den Tensor G4, ein 6,3-Zoll-pOLED-Display mit 60 bis 120 Hz und einen 5.100-mAh-Akku. Sieben Jahre Software- und Sicherheitsupdates machen das Gerät zudem langfristig attraktiv.
Trotzdem reicht dieses Paket außerhalb Japans nicht für einen Platz unter den meistverkauften Modellen dieser Auswahl. Genau hier liegt für Google das Problem: Ein gutes Produkt ist noch lange kein Massenprodukt.
Das teure Android-Modell gewinnt die Welt
Während das Pixel regional festhängt, schafft Samsung gerade das Gegenteil. Das Galaxy S26 Ultra war laut Counterpoint im Q2 2026 das meistverkaufte Android-Smartphone weltweit und landete insgesamt auf Platz vier. Laut Android Authority und 9to5Google ist es damit erstmals ein Ultra-Premium-Android-Gerät, das ein zweites Quartal eines Jahres anführt.
Der Clou: Samsung startete die Galaxy-S26-Serie später als die S25-Serie, wodurch mehr Verkäufe ins zweite Quartal rutschten. Das relativiert den Rekord – macht ihn aber nicht wertlos. Dazu passt der Preis: Das Galaxy S26 Ultra startete in Deutschland mit einer UVP von 1.449 Euro.
Noch interessanter wird es mit Blick auf die Komponentenpreise. Counterpoint meldet, dass die Smartphone-Speicherpreise im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um mehr als 80 Prozent stiegen. Die Folge: Die Komponenten-Kosten eines vergleichbaren Einsteiger-Smartphones lagen 70 Prozent über dem Vorjahreswert, im Mittelklassebereich waren es 52 Prozent. Gleichzeitig wurde DRAM im Premiumsegment zur teuersten Einzelkomponente.
Für Käufer wird der Markt gerade ungemütlich
Damit ergibt sich ein ziemlich klares Bild: Android bleibt die dominierende Plattform, aber der klassische Massenmarkt gerät unter Druck. Hersteller reagieren mit höheren Preisen, weniger Fokus auf günstige Modelle und mehr Premiumgeräten. Counterpoint sieht für Q2 2026 weltweit 11 Prozent weniger Smartphone-Auslieferungen, während der durchschnittliche Verkaufspreis um 17 Prozent auf einen Rekordwert von 400 Dollar stieg.
Und Google? Das Pixel 10a beweist immerhin, dass die Marke in einem einzelnen Markt sehr wohl Treffer landen kann. Aber wenn ein 75-Prozent-Betriebssystem nur in Japan ein Pixel in die Top fünf bringt, ist das für Google eher ein Regionalerfolg als ein globaler Durchbruch. Genau da liegt die eigentliche Geschichte hinter den aktuellen Zahlen.
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