BYD Seal: Facelift verschärft das Ladeproblem

schräge Frontansicht des 2026er BYD Seal
Quelle: BYD
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Der BYD Seal 2026 bekommt mehr Kofferraum, einen größeren Frunk und zusätzliche Komforttechnik. Ausgerechnet beim entscheidenden Langstreckenthema bleibt aber fast alles beim Alten: Design und Excellence laden weiterhin mit maximal 150 kW DC, und BYD nennt für das Laden von 30 auf 80 Prozent 26 Minuten. Für 10 bis 80 Prozent weist die aktuelle Modellübersicht von InsideEVs 37 Minuten aus. Für eine knapp fünf Meter lange Elektro-Limousine ist das 2026 schwer zu übersehen.

Das Facelift selbst erkennt man außen kaum. BYD positioniert Markenlogo und Modellbezeichnung am Heck neu, erweitert die Farbauswahl und bietet ein neues Raddesign. Wichtiger sind ohnehin die Änderungen, die man nicht sofort sieht: Der Kofferraum wächst um 85 auf 485 Liter, während der Frunk von 53 auf 72 Liter zulegt. Das wurde aber auch Zeit.

Der größte Fortschritt steckt im Kofferraum

485 statt 400 Liter sind keine kosmetische Verbesserung. Gerade beim Seal war der knappe Kofferraum bislang ein handfester Nachteil, den auch der ADAC beim Vorgängermodell kritisierte. Zusammen mit dem größeren Frunk macht BYD seine Limousine deshalb tatsächlich alltagstauglicher.

Der Seal bleibt allerdings ein ziemlich großes Auto. 4,80 Meter Länge, 1,875 Meter Breite und 2,92 Meter Radstand stehen weiterhin im Datenblatt. Mit 485 Litern hinten und 72 Litern vorne wird der vorhandene Platz jetzt wenigstens besser genutzt.

Zum Modelljahr 2026 kommen außerdem ein kamerabasiertes Fahrerüberwachungssystem und der Bluetooth-Schlüssel hinzu, mit dem sich das Auto über ein Smartphone öffnen lässt. In der Ausstattung Design gibt es unter anderem Ledersitze, elektrische Kofferraumklappe, Parksensoren vorne und hinten sowie Heizung, Belüftung und Memoryfunktion für den Fahrersitz. Excellence ergänzt ein Head-up-Display. Das sind brauchbare Verbesserungen, keine Frage.

Beim Seal Design stimmen Reichweite und Leistung

Bei den Antriebsdaten lohnt sich genaues Hinsehen, denn hier führt eine Vermischung der Varianten schnell zu falschen Aussagen. Der Comfort kombiniert einen 61,4-kWh-Akku mit 170 kW Leistung und erreicht 460 Kilometer WLTP. Der interessantere Seal Design besitzt dagegen 82,5 kWh, Hinterradantrieb und 230 kW beziehungsweise 313 PS.

Und genau dieser Design schafft 570 Kilometer WLTP. Das ist gleichzeitig die höchste kombinierte WLTP-Reichweite im aktuellen deutschen Seal-Programm und deutlich besser als die 520 Kilometer, die man dem großen Akku pauschal zuschreiben könnte. 520 Kilometer gelten vielmehr für den stärkeren Excellence mit Allradantrieb.

Der Excellence liefert mit zwei Motoren 390 kW beziehungsweise 530 PS und beschleunigt in 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Wer diese Leistung wirklich braucht, ist eine andere Frage. Entscheidender finde ich: Auch beim normalen Design ist Leistung mit 230 kW sicher nicht die Baustelle dieses Autos.

150 kW sind nicht das eigentliche Problem

Das Problem ist dabei nicht völlig neu. Schon beim ersten Blick auf das BYD Seal Facelift war die weiterhin zurückhaltende Ladetechnik der auffälligste Schwachpunkt. Während der Comfort maximal 110 kW DC erreicht, kommen Design und Excellence auf 150 kW DC. Noch aussagekräftiger ist jedoch die Zeit am Schnelllader: Für alle drei Varianten werden 37 Minuten von 10 auf 80 Prozent ausgewiesen.

Beim Seal Design ergibt sich daraus laut InsideEVs über diesen Ladebereich eine durchschnittliche Ladeleistung von rund 94 kW. Genau deshalb ist die Diskussion über den reinen 150-kW-Peak wenig hilfreich. Auf Langstrecke zählt nicht, welchen Höchstwert das Display kurz anzeigen kann, sondern wie schnell ausreichend Energie für die nächste Etappe im Akku landet.

Der ADAC kam bereits beim Seal Design vor dem Modellwechsel zu einem entsprechend ernüchternden Ergebnis. Im ausführlichen Test wurde die Ladeperformance als unterdurchschnittlich beurteilt. Der neue Seal beseitigt nun den ebenfalls kritisierten kleinen Kofferraum, einen vergleichbaren Technologiesprung beim Laden dokumentieren die aktuellen Daten dagegen nicht.

Hyundai zeigt, wie groß der Abstand geworden ist

Wie altbacken 37 Minuten inzwischen wirken können, zeigt ausgerechnet ein SUV. Hyundai setzt beim Ioniq 5 auf ein 800-Volt-Batteriesystem und bewirbt für das aktuelle Modell 336 Kilometer zusätzliche Reichweite innerhalb von 15 Minuten unter den angegebenen Bedingungen. Der ADAC lobt beim überarbeiteten Ioniq 5 ebenfalls ausdrücklich das sehr schnelle Laden unter günstigen Voraussetzungen.

Noch interessanter ist die Reichweite: Der Ioniq 5 mit 84-kWh-Batterie und Heckantrieb kommt auf bis zu 570 Kilometer WLTP. Damit erreicht das deutlich anders proportionierte Crossover denselben offiziellen Maximalwert wie der Seal Design. Für BYDs flache Elektro-Limousine ist das kein besonders schmeichelhafter Vergleich.

Auch am Tesla Model 3 kommt der Seal nicht vorbei, wenn Stauraum und Effizienz wichtig sind. Der ADAC führt beim aktuellen Model 3 594 Liter Kofferraum und 88 Liter Frunk auf, während der überarbeitete Seal bei 485 beziehungsweise 72 Litern bleibt. Das Model 3 mit Hinterradantrieb weist Tesla aktuell außerdem mit 13,0 kWh/100 km WLTP aus, der Seal Design steht bei 16,6 kWh/100 km.

Das heißt nicht, dass diese Fahrzeuge ohne Weiteres identisch konfiguriert oder anhand einer einzigen Zahl zum Sieger erklärt werden können. Es zeigt aber ziemlich klar, wo BYD beim nächsten großen Update ranmuss: Der Seal braucht keinen stärkeren Motor und auch keinen größeren Bildschirm. Er braucht vor allem bessere Langstreckentechnik.

Das Facelift wird sogar teurer

Und dann wären da noch die Preise. BYD verlangt aktuell 47.990 Euro für den Comfort, 49.990 Euro für den Design und 53.990 Euro für den Excellence. InsideEVs beziffert den Aufschlag gegenüber den bisherigen Listenpreisen auf jeweils 1.000 Euro. Zeitlich begrenzte Boni und Förderungen können den tatsächlichen Kaufpreis deutlich reduzieren, ändern aber nichts an diesen regulären Listenpreisen.

Damit ist der BYD Seal 2026 für mich ein ungewöhnlich einseitiges Facelift. BYD behebt mit dem größeren Kofferraum einen echten Schwachpunkt und ergänzt sinnvolle Ausstattung. Gleichzeitig bleibt genau jener Bereich stehen, der beim Elektroauto auf langen Strecken besonders relevant wird.

570 Kilometer WLTP im Seal Design sind vernünftig. 37 Minuten von 10 auf 80 Prozent passen dazu deutlich weniger. Das ist der Kern dieses Updates: BYD macht den Seal praktischer, aber nicht entscheidend besser für die Langstrecke. Wer primär zu Hause lädt und selten sehr weit fährt, dürfte damit gut leben können. Wer regelmäßig Autobahnetappen fährt, sollte die Ladeperformance dagegen mindestens genauso ernst nehmen wie Reichweite, PS-Zahl und Ausstattung.

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Ein Kommentar

  1. „Das wurde aber auch Zeit.“ In jedem Artikel diese Botschaft. Findet die Redaktion, falls es so was überhaupt gibt, wirklich lustig? Mich nervt es, sicher ist es mein Problem. Aber es wird ja einen Grund geben warum ihr dies seit Monaten macht. Aber nur ihr kennt den Grund und ich werde ihn nie herausfinden. Falls der Grund ist, Leser zu nerven, dann habt ihr es bei mir erreicht. Herzlichen Glückwunsch. Ich werde keinen Kommentar mehr dazu abgeben können, denn euer Feed wird heute entfernt. Ihr werdet dies natürlich nicht veröffentlichen, auch das ist mir egal, aber irgendeiner wird es lesen. Es ist schade, denn es gab Zeiten, da war es hier recht informativ und alles andere als nervig.

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