Citroën ë-C5 Aircross: 677 km Reichweite gibt es nur mit Aufpreis-Zwang

Mickrige 96 Zulassungen in ganz Spanien bis Mitte Oktober 2026 – der elektrische ë-C5 Aircross ist auf den europäischen Straßen bislang ein echter Geist. Für das Modelljahr 2027 setzt Citroën jetzt den Hebel an: Sechs neue Ausstattungslinien und bis zu 677 Kilometer Reichweite sollen das Ruder herumreißen. Wer allerdings glaubt, hier ein bezahlbares Langstrecken-Elektroauto für die Familie vorzufinden, erlebt bei der Aufpreispolitik eine böse Überraschung. Die Franzosen lassen sich Reichweite und grundlegende Wintertauglichkeit fürstlich entlohnen.
Die Kerntechnik der Plattform rührt der Stellantis-Konzern nicht an. Stattdessen wird die Modellhierarchie neu sortiert. Wer die große Batterie will, wird schlicht in teure Ausstattungslinien gezwungen.
Die Modellpalette im schnellen Daten-Check
Citroën teilt den ë-C5 Aircross 2027 in zwei Antriebsvarianten und sechs Ausstattungslinien auf (You, Plus, Business, Emeraude, Max, Prime):
| Ausführung | Leistung / Akku | WLTP-Reichweite | DC-Ladezeit (10–80 %) | Einstiegspreis (Spanien) |
| ë-C5 Aircross Basis | 154 kW / 73 kWh (NMC) | 520 km | ~32 min (160 kW Peak) | 42.706 Euro (You) |
| ë-C5 Aircross Long Range | 170 kW / 97 kWh (NMC) | 677 km | ~36 min (160 kW Peak) | 53.406 Euro (Emeraude) |
Großer 97-kWh-Akku: Für Basiskäufer tabu
Citroën staffelt die Antriebe knallhart: Das Einstiegsmodell kombiniert Frontantrieb mit 154 kW und einer 73-kWh-Batterie, die für 520 Kilometer WLTP gut ist. Wer echte Autobahn-Ausdauer verlangt, schielt auf den großen Akku mit 97 kWh und 170 kW. Dass der Citroën C5 Aircross Electric fast 700 km Reichweite aufruft, liest sich im Datenblatt beeindruckend.
Die Praxis hat allerdings einen dicken Haken im Geldbeutel: Den großen Akku sperrt Citroën für die drei unteren Linien You, Plus und Business komplett. Wer 677 Kilometer weit stromern will, muss mindestens die neue Linie Emeraude ordern – und legt dafür mindestens 53.406 Euro auf den Tisch.
Gegenüber dem Basispreis von 42.706 Euro für die 73-kWh-Variante sind das über 10.700 Euro Aufpreis. Zum Spitzenmodell Prime mit großem Akku für 56.706 Euro klafft sogar eine Lücke von glatt 14.000 Euro. Citroën degradiert die eigentliche Stärke des Autos damit zum Luxusgut.
160 kW Ladepeak und Wärmepumpen-Koppelgeschäft
Auf Langstrecke zählt neben der reinen Batteriegröße das Tempo an der Schnellladesäule. Mit maximal 160 kW DC-Ladeleistung bewegt sich das SUV auf solidem 400-Volt-Niveau. Der kleine Akku zieht in 32 Minuten von 10 auf 80 Prozent, der 97-kWh-Riese benötigt dafür 36 Minuten. Trotz 24 kWh mehr Kapazität verlängert sich der Ladestopp um lediglich vier Minuten – das ist respektabel gelöst.
Dass die Fertigung solch großer Batteriepakete im Konzern keine Selbstverständlichkeit ist, verdeutlichte der jüngste Batterie-Engpass bei Stellantis, der ganze Montagelinien stoppte.
Völlig daneben gegriffen hat Citroën bei der Klimatisierung: Eine Wärmepumpe zur Entlastung des Akkus bei niedrigen Außentemperaturen rückt der Hersteller erst im Spitzenmodell Prime serienmäßig heraus. Ein solches Koppelgeschäft für grundlegende Winter-Effizienz ist bei einem modernen E-Auto schlicht Quatsch. Wer kein Topmodell kauft, zahlt die Zeche an kalten Tagen über die Reichweitenanzeige.
Komfort allein rettet die Verkäufe nicht
Schon die Basis You bringt 19-Zoll-Räder, LED-Licht, ein 10-Zoll-Fahrerdisplay sowie einen 13-Zoll-Infotainment-Touchscreen mit. Im Topmodell Prime locken belüftete Massagesitze vorne, Sitzheizung im Fond und ein Panorama-Glasdach.
Nach den Software-Pannen beim kleineren Bruder, die wir bereits bei der Software-Krise beim Citroën ë-C3 analysiert haben, muss der C5 Aircross technisch und preislich fehlerfrei sitzen.
Die genannten Preise gelten für Spanien. Sollte Citroën die 97-kWh-Variante auch in Deutschland erst jenseits der 53.000-Euro-Marke ansetzen, wird das Modelljahr 2027 die Nische kaum verlassen. 677 Kilometer WLTP sind eine starke Ansage – aber wertlos, wenn der Einstiegspreis an der Zielgruppe vorbeifährt.
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