Google Pixel 11 Pro: Das neue HiLight enttäuscht im Alltag
Google bringt mit dem Google Pixel 11 Pro die Benachrichtigungs-LED zurück ans Tageslicht. Das Feature nennt sich HiLight, sitzt als Leuchtpunkt auf der Rückseite und soll das alte Geblinke aus Android-Urzeiten ins KI-Zeitalter retten. Was in der Theorie nach einer überfälligen Rückbesinnung auf alte Tugenden klingt, ist in der Praxis vorerst eine halbgare Enttäuschung.
Aktuell darf die Leuchte nämlich fast nichts: Sie pulsiert weich, wenn Gemini zuhört oder arbeitet, und meldet sich bei Anrufen von favorisierten Kontakten. Das war es dann auch schon fast. Ob man das wirklich braucht? Wenn mein Kollege wegen eines Termins durchklingelt, bleibt die Rückseite dunkel, weil er schlicht nicht in meinen Favoriten gelistet ist. Alltagstauglichkeit sieht definitiv anders aus.
Drittanbieter-Support top, Hardware-Konzept ein Flop
Immerhin gibt es technisch einen handfesten Lichtblick: Google hat die Schnittstelle direkt zum Start für WhatsApp freigegeben. Das überrascht positiv, denn normalerweise mauern Hersteller bei neuen Hardware-Spielereien monatelang gegen externe Entwickler. Zudem schlägt das stufenlose Überblenden und Pulsieren der Farben die starren LEDs alter Tage um Längen.
Gegen das Glyph-Interface von Nothing sieht der kleine Punkt trotzdem kein Land. Während Nothing mit mehreren Lichtstreifen echte Ladebalken oder Timer visualisiert, verbaut Google lediglich eine einzelne, kreisrunde LED. Ein echter Fortschrittsbalken für Downloads oder den Ladestand lässt sich auf einem einzelnen Punkt schlicht nicht sinnvoll abbilden.
Verschenkte Chancen bei den eigenen Google-Diensten
Völlig unverständlich ist, warum Google seine eigenen Dienste links liegen lässt. Liegt das Smartphone beim Interview mit dem Display nach unten auf dem Tisch, will ich über ein dezentes rotes Glühen sehen, ob die Recorder-App noch aufzeichnet. Bisher: Fehlanzeige.
Gleiches Spiel an der Kasse: Warum bestätigt mir kein kurzes grünes Aufleuchten die Zahlung via Google Wallet? Auch ein optischer Countdown für die Kamera-App oder ein visueller Hinweis für den Bitte-nicht-stören-Modus wären absolute Pflichtaufgaben gewesen. Stattdessen verlässt sich der Hersteller darauf, dass Drittanbieter das Feature retten.
Warten auf den rettenden Feature Drop
Zum Marktstart ist HiLight im Pixel 11 Pro mehr Marketing-Gimmick als echter Produktivitäts-Booster. Google verfällt wieder in das alte Muster, Hardware auf den Markt zu werfen und die eigentliche Nutzbarkeit erst über spätere Feature Drops nachzureichen.
Das Potenzial für Werkzeuge wie Gitarren-Tuner oder Lieferstatus-Anzeigen ist da. Doch solange selbst Basisfunktionen wie Ladezustände fehlen, bleibt die Leuchte ein nettes optisches Beiwerk, das man nach zwei Tagen schlichtweg ignoriert. Das wurde aber auch schon mal durchdachter gelöst.
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