Polestar: Rekordabsatz aber noch größere Millionenverluste für Elektroautos

Polestar 4
Quelle: Polestar
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Polestar hat ein Problem, das viele Elektroauto-Hersteller derzeit schlaflose Nächte kostet: Mehr verkaufte Autos bedeuten nicht zwangsläufig ein besseres Ergebnis. Über 13.000 Fahrzeuge haben die Schweden im ersten Quartal 2026 an Kunden ausgeliefert. Das ist ein neuer Rekord für den Jahresauftakt und ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch wer glaubt, dass damit auch die Einnahmen sprudeln, irrt gewaltig. Der Umsatz blieb mit rund 633 Millionen US-Dollar nahezu auf dem exakten Niveau des Vorjahres stehen. Das verdeutlicht, wie hart der Preiskampf auf dem globalen Markt inzwischen tobt.

Die finanzielle Bilanz liest sich schmerzhaft. Der Nettoverlust hat sich innerhalb eines Jahres auf 383 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. Rechnet man das nüchtern auf jedes einzelne Fahrzeug um, zahlt Polestar pro verkauftem Auto immer noch rund 29.000 Dollar drauf. Immerhin stellt das eine leichte Besserung im Vergleich zum Vorjahr dar, als das Minus pro Einheit noch bei fast 40.000 Dollar lag. Dennoch verbrennt die Marke Geld in einem Tempo, das die Geduld der Investoren und der Mutterkonzerne auf die Probe stellen dürfte.

Die Gründe für das schwache Abschneiden sind vielfältig und liegen nur zum Teil in der Hand des Unternehmens. Während der Polestar 4 zwar ordentliche Stückzahlen liefert, drückt sein niedrigerer Verkaufspreis den Gesamtumsatz im Vergleich zu den teureren Modellen. Gleichzeitig belasten Zölle der USA und der EU die Bilanz schwer, da viele Modelle weiterhin in China vom Band rollen. Auch das Geschäft mit Emissionszertifikaten, das früher lukrative Zusatzeinnahmen garantierte, wirft immer weniger ab. Die Bruttomarge rutschte folgerichtig tief in den roten Bereich und landete bei minus 3,2 Prozent.

Michael Lohscheller, der neue Mann an der Spitze, versucht nun das Ruder mit klassischen Sanierungsmethoden herumzureißen. Er kürzt die Ausgaben in der Verwaltung und im Vertrieb, während das Budget für Forschung und Entwicklung unangetastet bleibt. Um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu verringern und die Sichtbarkeit zu erhöhen, wurde das Händlernetz weltweit auf mittlerweile 230 Standorte ausgebaut. Polestar setzt darauf, dass die schiere Präsenz vor Ort die Verkaufszahlen so weit nach oben treibt, dass die Fixkosten irgendwann gedeckt sind.

Die Hoffnung ruht nun auf den kommenden Monaten und einer breiteren Modellpalette. Ein praktischer Ableger des Polestar 4 als Kombi soll noch in diesem Jahr das Portfolio ergänzen, um Kunden anzusprechen, denen die aktuelle Formsprache zu wenig Nutzwert bietet. Für 2027 ist dann der Nachfolger des Polestar 2 geplant, gefolgt von einem kompakten SUV namens Polestar 7. Es bleibt ein Wettlauf gegen die Zeit.


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