Samsung Health: Update spart Zeit, holt Strava – doch ein Abo droht

Samsung Health
Quelle: Samsung
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Das Schlaf-Coaching von Samsung hat mich bislang vor allem Nerven gekostet. Wer wissen wollte, welcher Schlaftyp er ist, musste die Uhr wochenlang ununterbrochen am Handgelenk tragen, bevor der Algorithmus sich überhaupt zu einer Diagnose herabließ.

Mit dem aktuellen Update für Samsung Health zieht der Hersteller endlich die Reißleine und stutzt diesen ermüdenden Vorlauf drastisch zusammen.

Gleichzeitig schließt Samsung eine schmerzhafte Lücke für Läufer – bereitet im Hintergrund aber schon die nächste Kasse vor.

Schlafanalyse in drei Nächten: Neues Pentagon und schnelle Ergebnisse

Bislang war die Einstiegshürde für Gelegenheitsnutzer schlicht zu hoch: Wer das Tracking für ein oder zwei Nächte vergaß, flog praktisch wieder aus der Wertung.

Künftig genügen exakt drei erfasste Nächte innerhalb eines Fensters von sieben bis 14 Tagen, damit die App das Schlafmuster analysiert und das passende Schlaftier zuweist. Direkt daran schließt sich ein vier- bis achtwöchiges Coaching an, das wöchentlich auf veränderte Schlafgewohnheiten reagiert.

Visuell bricht Samsung mit alten Balkendiagrammen und führt eine pentagonale Übersicht ein. Dieses Diagramm bündelt fünf Kernwerte auf einen Blick: Gesamtschlafdauer, Regelmäßigkeit der Schlafzeiten, nächtliche Wachphasen, subjektive Schlafzufriedenheit und den berechneten Energy Score.

Wie Samsung die Fitness-Metriken und den Energy Score umgebaut hat, deutete bereits vor Monaten auf diese Neuordnung hin, die Daten nun endlich ohne Umwege lesbar macht.

Tägliche Morgenberichte verknüpfen eure Tagesaktivität direkt mit der nächtlichen Erholung. Dazu schlägt das System konkrete Checklisten vor – etwa die Empfehlung, Smartphones mindestens 60 Minuten vor dem Schlafen wegzulegen.

Voraussetzung für die verkürzte Schlafanalyse ist die App-Version 6.24 auf Smartphones ab Android 11. Auf der Uhrenseite werden Modelle ab der Galaxy Watch 4, das Galaxy Fit3 sowie alle neueren Tracker unterstützt. Wer seine Vitalwerte primär über den Gesundheitsdaten sammelnden Galaxy Ring einspielt, profitiert ebenfalls sofort von den kürzeren Zyklen.

Running Coach zieht an und importiert Strava-Routen

Für ambitionierte Läufer waren die bisherigen Trainingspläne von Samsung schlicht zu lasch gestrickt. Samsung überarbeitet den Running Coach und integriert anspruchsvollere Tempovorgaben für Fortgeschrittene, statt euch nur im Wohlfühltempo über die Piste zu schicken.

Ganz ohne Vorarbeit geht es allerdings nicht. Um die individuelle Laufkapazität verlässlich einzustufen, verlangt das System einen ununterbrochenen Outdoor-Lauf von mindestens 12 Minuten mit aktiver GPS-Aufzeichnung.

Softwareseitig setzt das Feature One UI 8 auf der Smartwatch sowie Android 10 auf dem Smartphone voraus. Wer aktuelle Hardware wie die Galaxy Watch 9 und Ultra 2 nutzt, bekommt damit endlich Trainingsreize geliefert, die über lockeres Joggen hinausgehen.

Der größte Mehrwert für Ausdauersportler ist jedoch das Ende des Datensilos. Gespeicherte Strava-Routen für Straßenläufe, Trail-Running und Radtouren landen ab sofort per Direktimport in Samsung Health.

Damit entfällt das nervige Hantieren mit manuellen GPX-Dateien oder wackeligen Drittanbieter-Tools. Samsung schließt hier eine klaffende Lücke zu Garmin, wo dieser nahtlose Routenimport seit Jahren zum Standard gehört. Die weltweite Freischaltung der Schnittstelle macht die Galaxy Watch als vollwertige Sportuhr ein ganzes Stück konkurrenzfähiger.

Scan Meal per Foto-Check – doch Samsung will später Geld sehen

Die dritte Neuerung zielt auf die Ernährung ab und setzt voll auf Bilderkennung. Unter dem Namen Scan Meal startet ein Beta-Programm, bei dem ein einziges Foto der Mahlzeit ausreicht, um Portionsgrößen, Nährstoffverteilung und Kalorien automatisch zu erfassen.

Zur Bewertung der Essgewohnheiten führt die App einen vierstufigen Diet Score ein. Dieser bewertet die Ernährung anhand von sieben Dimensionen, darunter Flüssigkeitszufuhr, Nährstoffdichte und Mahlzeitenrhythmus. Begleitend stehen strukturierte Kurse mit einer Laufzeit von acht bis 14 Wochen zur Verfügung.

Auf dem Papier klingt das genial, in der Praxis hat die Sache aber zwei dicke Haken.

Zum Start steht die Scan-Meal-Beta ausschließlich US-Nutzern ab 19 Jahren auf Flaggschiffen der Galaxy S24-, S25- und S26-Reihe sowie ab dem Galaxy Z Fold6 und Z Flip6 offen.

Noch schwerer wiegt allerdings eine Klausel im Kleingedruckten: Samsung behält sich ausdrücklich vor, Scan Meal und erweiterte KI-Gesundheitsfunktionen künftig hinter einer Bezahlschranke einzusperren.

Das Muster ist altbekannt: Erst locken die Hersteller mit automatisierter Bequemlichkeit, und wenn man sich daran gewöhnt hat, halten sie die Hand auf. Wer Samsung Health bislang als dauerhaft kostenlose Komplettlösung geschätzt hat, muss sich wohl oder übel auf monatliche Gebühren für Premium-Funktionen einstellen.

Reicht euch die kostenlose Basis von Samsung Health für den Alltag völlig aus, oder wärt ihr tatsächlich bereit, für KI-Ernährungstipps monatlich Geld abzudrücken?

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