Samsung: KI-Speicher-Krise bringt Teuerung bis 2028

ikonischer heller Samsung-Schriftzug auf dunklen Hintergrund
Grafik: Schmidtis Blog
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Da ist die Katze also offiziell aus dem Sack: Die weltweite Engpass-Situation bei DRAM und NAND wird uns noch jahrelang begleiten. Samsung, der unangefochtene Platzhirsch im Speicher-Markt, hat in den aktuellen Zahlen zum zweiten Quartal Klartext gesprochen.

Die Prognose aus der Konzernzentrale ist eine Hiobsbotschaft für jeden Hardware-Käufer: Der Mangel wird sich nächstes Jahr weiter verschärfen und zieht sich mindestens bis 2028 durch. Wer gehofft hatte, dass sich die Preise für Speicherbausteine bald wieder beruhigen, hat die Rechnung ohne den unersättlichen Hunger der KI-Giganten gemacht.

Wafer-Kapazitäten wandern direkt in KI-Rechenzentren

Die Ursache liegt in den Produktionshallen selbst. Wenn große KI-Labore mehrjährige Abnahmeverträge unterzeichnen, um sich Kapazitäten zu sichern, stellt das die Prioritäten bei Samsung komplett auf den Kopf. Ein Silizium-Wafer, der für HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) in KI-Beschleunigern reserviert ist, kann schlichtweg nicht mehr für gewöhnlichen LPDDR5X-RAM oder Flash-Speicher genutzt werden.

Für Samsung ist das betriebswirtschaftlich verlockend: Man bindet Großkunden langfristig und minimiert das Risiko plötzlicher Nachfrageeinbrüche. Für den Consumer-Markt bedeutet das aber eine künstliche Verknappung auf Jahre hinaus.

Rekordgewinne in der Halbleitersparte, Frust bei Smartphones

Das eigentliche Schema zeigt sich beim Blick auf die eigenen Zahlen des Herstellers: Während die Halbleitersparte im Q2 dank schwindelerregender Speicherpreise Rekorde einfährt, stöhnt die hauseigene Smartphonemarke. Die gestiegenen Einkaufspreise fressen die Margen bei den Galaxy-Modellen auf.

Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten. Samsung hat die Endkundenpreise erhöht – mit dem Ergebnis, dass die Nachfrage spürbar nachgelassen hat. Ich bin echt gespannt, ob die Hersteller bei kommenden Modellen lieber den Speicher beschneiden, statt an der Preisschraube weiter zu drehen.

Apple und Nothing zeigen, wohin die Reise geht

Andere Branchengrößen stecken längst in demselben Dilemma. Apple hat die Preise bei mehreren MacBook- und iPad-Reihen bereits angezogen, um die teuren Komponenten auszugleichen. Beim Start-up Nothing ging man sogar so weit, das geplante CMF Phone 3 Pro kurzerhand komplett einzustampfen und unter der teureren Hauptmarke zu bringen – schlichtweg weil sich der geplante Einsteigerpreis nicht mehr halten ließ.

Apropos Strategie: Da der Aufbau neuer Chip-Fabriken Jahre dauert und Systeme der sogenannten „Agentic AI“ durch stetig steigenden Token-Verbrauch immer mehr Speicher beanspruchen, bleibt die Lage angespannt. Mein Rat für die nächsten Monate: Wer ohnehin ein Upgrade bei SSDs, Laptops oder Smartphones plant, sollte bei guten Angeboten nicht zu lange fackeln. Billiger wird es vorerst garantiert nicht.

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