smart #2: Patent-Leak enthüllt das echte Cockpit

ungetarnte Frontansicht des kommenden smart #2
Quelle: MIIT
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Endlich Schluss mit den verschwommenen Erlkönig-Bildern: Frische Patentunterlagen der chinesischen Behörde MIIT legen das Serien-Interieur des kommenden smart #2 komplett offen. Was ich auf den technischen Zeichnungen sehe, ist eine echte Erleichterung für alle, die vom radikalen Touch-Wahn der letzten Jahre die Nase gestrichen voll haben.

Smart spendiert dem geistigen ForTwo-Erben zwar das obligatorische Digital-Cockpit und einen freistehenden Touchscreen, lässt aber die Vernunft siegen. Unter dem Bildschirm sitzt eine solide Reihe haptischer Tasten für die Basisbedienung. Das wurde aber auch Zeit: Wer im dichten Stadtverkehr die Lüftung verstellen will, braucht kein verschachteltes Untermenü, sondern spürbare Knöpfe.

Retro-Details und handfeste Lade-Features

Optisch orientiert sich das Dashboard an den ersten Konzept-Studien: Markante, runde Lüftungsdüsen bringen einen Schuss Retro-Optik in den Innenraum, während mittig auf der Instrumententafel ein großer, runder Lautsprecher thront.

Im Alltag punkten jedoch andere Dinge: Die Mittelkonsole beherbergt zwei kabellose Ladeflächen für Smartphones sowie einen klassischen 12-Volt-Anschluss. Selbst an eine simple Halterung für Taschen am Handschuhfachdeckel haben die Entwickler gedacht. Genau diese pragmatischen Detaillösungen entscheiden darüber, ob ein Kleinstwagen im Alltag nervt oder funktioniert.

Kleiner als der Vorgänger: Geely liefert die Basis

Hinter den Kulissen teilen sich die Partner die Arbeit wie gewohnt auf: Mercedes-Benz liefert das Design, während Geely die technische Plattform namens Electric Compact Architecture (ECA) bereitstellt. Die Abmessungen zeigen, wie kompromisslos der Zweisitzer auf Parklücken zugeschnitten bleibt.

Mit einer Länge von 2.764 mm, einer Breite von 1.669 mm und einer Höhe von 1.555 mm ist der Neuling sogar 31 mm kürzer und 6 mm schmaler als der bisherige ForTwo. Bei einem Radstand von 1.875 mm bringt der City-Stromer ein fahrfertiges Leergewicht von 1.130 kg auf die Waage – für ein vollwertiges Elektroauto ein ausgesprochen schlanker Wert.

80 PS und 300 Kilometer Reichweite auf dem Papier

Angetrieben wird die Hinterachse von einem Permanentmagnet-Elektromotor mit 60 kW (rund 80 PS) Leistung, der bei 140 km/h elektronisch abgeregelt wird. Als Energiespeicher dient ein LFP-Akkupaket mit 35,7 kWh Kapazität, dessen Zellen Batteriespezialist CATL liefert.

Die versprochenen 300 km WLTP-Reichweite klingen auf dem Datenblatt nett, dürften bei winterlichen Minusgraden auf der Stadtautobahn aber eher auf reale 180 bis 200 Kilometer zusammenschmelzen. Völlig ausreichend für die City, aber kein Reichweitenwunder. Bis wir den Serienflitzer in Europa sehen, dauert es allerdings noch: Die offizielle Weltpremiere ist erst für den Pariser Autosalon im Oktober 2026 angesetzt.

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