smart #2: Erster Erlkönig verrät alle harten Fakten zum Fortwo-Erbe

Der Mythos lebt, aber die Karten werden komplett neu gemischt: Knapp vier Wochen vor der offiziellen Weltpremiere am 12. Oktober 2026 in Paris wurde der neue smart #2 erstmals als Erlkönig auf deutschen Straßen abgelichtet. Nach monatelangen Testfahrten in China und Europa rollt der Zweisitzer nun final über heimischen Asphalt. Die Erlkönig-Fotos von Moritz Leicht (smart-emotion.de) bestätigen, was viele erhofft haben – und enthüllen zeitgleich harte Kompromisse.
Unter der Haube verabschiedet sich die Marke von alten Zöpfen. Der Stromer basiert auf der neu entwickelten ECA-Plattform (Electric Compact Architecture). Die ikonische Tridion-Sicherheitszelle und der Hinterradantrieb bleiben erhalten. Damit der Zwerg aber nicht mehr wie der alte Fortwo 453 hölzern über Kanaldeckel poltert, verbaut smart an der Hinterachse endlich eine moderne Fünflenker-Hinterachse mit Einzelradaufhängung.
Wendekreis-Wunder trifft auf strammes LFP-Gewicht
Im Dschungel der Großstadt entscheidet die Wendigkeit. Hier bleibt der smart #2 stur seiner Linie treu: Exakt 6,95 Meter Wendekreis von Bordstein zu Bordstein stehen im Pflichtenheft. Damit drehst du nach wie vor in einer Sackgasse in einem Zug um.
Beim Akku setzt die Geely-Tochter auf kosteneffiziente LFP-Technik (Lithium-Eisenphosphat) von CATL. Die Batterie fasst 35,7 kWh Kapazität – mehr als doppelt so viel wie der alte Fortwo EQ mit seinen mickrigen 17,6 kWh. Das garantiert eine alltagstaugliche WLTP-Reichweite von knapp 300 Kilometer.
Der Haken an der LFP-Chemie zeigt sich auf der Waage: Laut den Zulassungsunterlagen des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) bringt der Zweisitzer ein Leergewicht von 1.130 kg auf die Straße. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 1.315 kg.
Ladezeiten und Motorleistung im harten Alltagstest
Wenn der Akku leer ist, geht es ohne lange Wartezeit weiter. Am Schnelllader lädt der Akku in weniger als 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent SoC. Der Lade-Peak liegt dabei deutlich oberhalb von 75 kW.
Für den Vortrieb sorgt ein Elektromotor von Infimotion. Die Basisversion liefert eine Spitzenleistung von 60 kW (80 PS), während die Dauerleistung bei 30 kW liegt. Das reicht für den urbanen Antritt an der Ampel locker aus, beschränkt den Tatendrang auf der Autobahn jedoch spürbar. Bei 140 km/h wird elektronisch abgeregelt.
Die Abmessungen im Detail laut MIIT-Register:
- Breite: 1.669 mm
- Höhe: 1.555 mm
- Radstand: 1.875 mm
Wer mehr Leistung will oder oben ohne fahren möchte, muss sich noch gedulden. Eine sportliche BRABUS-Variante mit voraussichtlich knapp über 110 PS sowie ein Cabriolet sind fest in der Pipeline, starten aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die weitere Entwicklungen rund um Elektromobilität und neue Stadt-Stromer bleiben spannend.
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