Tesla: FSD-Sicherheitsdaten sollen EU-Zulassung erzwingen

Tesla hat die Schnauze voll von bürokratischen Verhinderungsspielchen und geht kurz vor der Entscheidung in Europa volles Risiko. Vor der anstehenden Abstimmung hat der Autobauer eine Ladung detaillierter Sicherheitsdaten zu FSD (Supervised) über ein öffentliches Dashboard online gestellt.
Der Plan dahinter liegt auf der Hand: Die EU-Regulierer sollen endlich den Weg für den Assistenten frei machen. Das wurde aber auch Zeit, denn bisher steckt die Technik im europäischen Paragrafendschungel fest.
Entscheidung im Oktober: Bricht Tesla die EU-Blockade?
Im Fokus steht die entscheidende Sitzung des Technischen Komitees für Kraftfahrzeuge (TCMV) am 6. Oktober 2026. Dort geht es um die Frage, ob das System breiter für den europäischen Markt freigegeben wird. Tesla will mit den veröffentlichten Flottendaten gezielt Ausnahmen von der strengen UN-Regelung R171 begründen.
Bisher ist der Fahrassistent in gerade einmal fünf Ländern offiziell am Start: in den Niederlanden, Dänemark, Belgien, Estland und Litauen. Über 70.000 Kunden spulen dort laut Tesla täglich mehr als eine Million Kilometer ab.
4,1-mal sicherer als der Mensch? Die harten Zahlen im Check
Die vorgelegten Zahlen klingen extrem selbstbewusst. Über einen Zeitraum von fünf Monaten und mehr als 102 Millionen gefahrenen Kilometern war das überwachte FSD-System laut Tesla 4,1-mal sicherer unterwegs als ein menschlicher Fahrer beim manuellen Steuern.
Auch beim Blick auf das gesamte Jahr 2025 mit über drei Milliarden Kilometern holt Tesla die Daten-Keule heraus:
- Schwere Unfälle: Rückgang um 45 Prozent auf Autobahnen, 69 Prozent auf Bundesstraßen, 50 Prozent im Stadtverkehr und 40 Prozent auf Nebenstraßen.
- Bremsmanöver: Automatische Notbremsungen sanken um bis zu 84 Prozent, abrupte harte Bremsungen um 81 Prozent.
- Spurwechsel: Bei 377 Millionen Manövern gab es 99 Prozent weniger Bagatellschäden auf Autobahnen und 93 Prozent weniger abseits davon.
- Müdigkeit: Registrierte Ermüdungsmomente der Fahrer auf der Autobahn sanken um 67 Prozent.
Dazu kommen über 230.000 Szenariotests unter Dauerregen, Nebel oder bei Nacht mit einer angeblichen Erfolgsquote von über 98 Prozent. Interne Entwicklungsfahrzeuge spulten zudem 1,6 Millionen Kilometer ohne selbstverschuldeten Unfall ab.
Ob man das wirklich braucht? Der Haken an der Sache
Klingt nach einer perfekten Bilanz, aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen: Das sind reine Herstellermeldungen von Tesla selbst. Zudem bleibt FSD (Supervised) auch nach dem Daten-Update ein reines Assistenzsystem. Der Fahrer muss das Auto durchgehend überwachen und trägt am Ende die volle Verantwortung.
Ob man das im Alltag wirklich braucht oder ob die Behörden am 6. Oktober den Daumen heben, bleibt abzuwarten. Tesla hat den Ball jetzt jedenfalls mit voller Wucht ins Feld der EU-Bürokratie geschlagen.
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