Tesla Grünheide: 3 Sonderschichten reichen nicht

Während bei der Wolfsburger Konkurrenz der Baum brennt, dreht Elon Musk im Osten von Berlin an der Preisschraube für die Schlagzahl. Um die wieder anziehende Nachfrage zu bedienen, verordnet Tesla Grünheide im September genau 3 zusätzliche Sonderschichten. Das Ziel steht felsenfest: Ab Mitte Oktober sollen wöchentlich 7.500 Elektroautos die Gigafactory verlassen.
Derzeit rollen weniger als 6.500 Fahrzeuge pro Woche vom Band. Die Extra-Arbeit im September betrifft fast die gesamte Fertigung – lediglich die Batterie- und Zellfertigung bleibt bei den Sonderschichten außen vor.
Schnellere Bänder, aber das Soll wackelt
Schon im Juni kündigte Werksleiter André Thierig an, die Produktion von 5.000 auf 7.500 Autos pro Woche hochzuschrauben. Dafür drückten die Ingenieure die Taktzeit von 80 auf nur noch 45 Sekunden pro Fahrzeug.
Technisch steht das hohe Tempo, doch bei der Stückzahl hakt es im Getriebe. Grund sind Hürden bei der Umstellung und der weiteren Automatisierung einzelner Fertigungsschritte. Aktuell entstehen pro Schicht rund 450 Fahrzeuge. Selbst mit den drei Extraschichten kommt die Fabrik in der stärksten September-Woche realistisch nur auf 7.100 bis 7.300 Autos.
Krasser Kontrast zum Sanierungs-Frust bei VW
Die Lage in Brandenburg steht im extremen Gegensatz zum Rest der deutschen Autobranche. Volkswagen beschloss ein radikales Sanierungsprogramm: 50.000 Stellen sollen entfallen, die Produktion in den 4 Werken Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm steht langfristig auf der Kippe. VW stöhnt über gigantische Überkapazitäten in Europa – Tesla bekommt die Autos kaum schnell genug montiert.
Ganz ohne Makel ist die Bilanz in Grünheide allerdings nicht. Im gesamten Jahr 2025 spuckte das Werk gut 202.000 Fahrzeuge aus. Das entsprach einer mageren Auslastung von gerade einmal 54 Prozent.
Rebound bei den Zulassungen erzwingt Reaktion
Dass Tesla nun nachlegen muss, liegt am schlagartigen Umschwung auf dem Heimatmarkt. Im August kletterten die Neuzulassungen in Deutschland auf 3.034 Fahrzeuge – ein Plus von 110,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Schaut man auf den Zeitraum seit Jahresbeginn, steht sogar ein Zuwachs von 182 Prozent in den Akten. Grünheide muss also arbeiten, damit die Lieferzeiten nicht explodieren.
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