VW ID.3 Neo im ersten Test: Endlich echte Tasten und die Qualität, die wir verdient haben

VW ID.3 Neo
Quelle: Volkswagen AG
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Volkswagen verpasst seinem Elektro-Dauerbrenner ein radikales Update und bringt den VW ID.3 Neo mit echten Knöpfen sowie massiv aufgewertetem Innenraum auf die Straße. Nach Jahren heftiger Kritik an billigen Materialien und nervigen Touch-Slidern korrigiert Wolfsburg die Fehler der Vergangenheit konsequent. Der gelungene Neustart im Golf-Format zeigt auf dem GTEST-Event in Alsfeld, dass VW wieder auf seine Kunden hört.

Die inneren Werte: Abschied vom Playmobil-Plastik

Wer das Urmodell von 2020 kennt, atmet im neuen Cockpit sofort auf, denn der frustrierende Hartplastik-Look fliegt komplett raus. Stattdessen sind nun hochwertige Stoffe und schicke Metalleinlagen an Bord, die dem Kompakten endlich den verdienten Premium-Touch verleihen. Die größte Erlösung für Tech-Begeisterte ist jedoch das Aus der unseligen Touchslider auf dem Lenkrad. VW setzt wieder auf echte, blind fühlbare Tasten sowie einen haptischen Lautstärkeregler in der Mittelkonsole. Sogar die ehemals zwei Fensterheber-Schalter weichen vier echten Tasten.

Infotainment und Antrieb im Härtetest

Das neue Android-Infotainment wächst auf stolze 12,9 Zoll und reagiert im ersten Check erfreulich flott. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt die fehlende Neigung zum Fahrer hin, wodurch das Display massiv im Blickfeld steht. Hinter dem Lenkrad thront ein 10,25-Zoll-Instrumentendisplay, das mit einem coolen Retro-Modus im Golf-I-Stil punktet. Unter der Haube liefert der Heckantrieb mit 170 kW ordentlich Power und sprintet in 7,1 Sekunden auf Tempo 100. Allerdings drücken die satten 1.966 Kilogramm Leergewicht spürbar auf das Kurvenverhalten.

Die wichtigsten technischen Daten des ID.3 Neo:

  • Batterie & Laden: 79-kWh-Akku mit einer maximalen DC-Ladeleistung von 183 kW.
  • Reichweite & Verbrauch: 574 bis 627 Kilometer nach Herstellerangabe bei einem Verbrauch von 14,4 bis 15,8 kWh.
  • Smarte Features: Neues One-Pedal-Driving und Vehicle-to-Load (V2L) mit bis zu 3,6 kW für externe Geräte.
  • Abmessungen: Kompakte 4,26 Meter Länge im klassischen Golf-Format.

Marktkontext: Reicht das gegen die Konkurrenz?

Mit einem Basispreis von mindestens 44.995 Euro ist der ID.3 Neo kein Schnäppchen, positioniert sich aber stark im dünn besiedelten Kompaktsegment. Der direkte Konkurrent Renault Megane Elektro patzt beim jüngsten Update mit maximal 500 Kilometern Reichweite und wird hier klar abgehängt. Spannend wird das Duell im eigenen Haus, da der kleinere ID. Polo trotz kleinerem Akku kaum weniger Platz bietet. Nach rund 32.000 Neuzulassungen im Vorjahr hat VW mit diesem fetten Update aber beste Chancen, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Volkswagen liefert mit dem ID.3 Neo das längst überfällige Mea Culpa. Dass wir im Jahr 2026 physische Tasten und vier Fensterheber-Knöpfe als Innovation feiern müssen, zeigt, wie tief der Wolfsburger Sparzwang das Erbe der Marke beschädigt hatte. Das Facelift repariert zwar die schlimmsten Ergonomie-Sünden und distanziert den Renault Megane erfolgreich, doch das Übergewicht von fast zwei Tonnen bleibt die Achillesferse der MEB-Plattform.


Quelle: Insideevs

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