VW ID. Cross: Fertigung in Pamplona gestartet, Druck steigt

VW-Markenchef Thomas Schäfer feiert den Anlauf des neuen ID. Cross in Pamplona als starken Schritt für die Marke. Am 18. September lief der erste kompakte Stromer im spanischen Werk vom Band. Wer den schleppenden Hochlauf der bisherigen ID-Familie beobachtet hat, spürt hinter den Jubelbotschaften den immensen Druck auf Wolfsburg.
Spaniens Werk Pamplona wird zur wichtigsten Drehscheibe
Jahrzehntelang rollten in Navarra ausschließlich Verbrenner vom Band. Jetzt hat Volkswagen den Standort komplett umgekrempelt und auf die flexible Fertigung der neuen MEB-Entry-Architektur vorbereitet. Das Werk baut nun mehrere Marken auf einer einzigen Linie zusammen.
Die Spanier lassen den neuen Crossover direkt neben dem tschechischen Schwestermodell montieren. Dort fertigt der Konzern neben dem ID. Cross auch den Skoda Epiq auf derselben Fertigungslinie in Pamplona. Zeitgleich übernimmt das nahe gelegene Werk Martorell die Produktion des flachen VW ID. Polo und des Cupra Raval.
Diese enge Verzahnung soll die Stanz- und Montagekosten spürbar drücken. Schon bei der ersten Ankündigung zeigte sich der VW ID. Cross als kompaktes Elektro-SUV für die Stadt als Hoffnungsträger für höhere Stückzahlen. Wolfsburg muss zeigen, dass die neue Plattform nicht nur auf dem Papier günstig kalkuliert ist.
100.000 Vorbestellungen schaffen Fakten im Konzern
Laut Volkswagen liegen für das gesamte Quartett aus ID. Polo, Cupra Raval, Skoda Epiq und ID. Cross bereits mehr als 100.000 Vorbestellungen vor. Das Interesse der Kunden ist schlicht vorhanden. Die Nachfrage verlagert sich spürbar in die bezahlbaren Fahrzeugklassen unterhalb von 30.000 Euro.
Der Haken liegt in der Umsetzung. Wer Hunderttausend Fahrzeuge im Auftragsbuch stehen hat, muss diese auch ohne Software-Querelen und Qualitätsmängel ausliefern. Volkswagen darf sich die Patzer der ersten ID.3-Generation schlicht nicht mehr erlauben.
Dass günstige Einstiegspreise im Konfigurator oft mit Kompromissen erkauft werden, zeigte sich erst kürzlich beim VW ID. Polo Trend im Detail-Check. Die Kunden erwarten beim ID. Cross eine Alltagstauglichkeit, die nicht an knallharten Rotstift-Entscheidungen bei Akku-Chemie oder Ladeleistung scheitert.
Der echte Preiskampf gegen China beginnt erst jetzt
Mit dem Produktionsstart in Pamplona stellt sich VW der harten Realität des europäischen Marktes. Konkurrenten aus China drücken mit aggressiven Preisen in das Segment der kompakten Stromer. Volkswagen muss mit den südeuropäischen Werken beweisen, dass europäische Fertigung bei niedrigen Fahrzeugpreisen eine auskömmliche Marge abwerfen kann.
Der Frontantrieb und die Umstellung auf günstigere LFP-Akkus sind logische Schritte im Baukasten. Läuft die Logistik in Pamplona reibungslos, hat VW ein starkes Produkt auf den Rädern. geraten die Stückzahlen jedoch ins Stocken, wird der Preiskampf in der Kompaktklasse absurd hart.
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