VW ID. Polo & Skoda Epiq: Lieferzeiten werden zum Debakel

Schräge Frontansicht des neuen kompakten VW ID. Polo in auffälligem Lime-Gelb. Das günstige Elektroauto von Volkswagen zeigt moderne LED-Scheinwerfer und große Alufelgen in einer urbanen Straßenszene
Quelle: Volkswagen AG
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Der Ansturm auf Volkswagens neue Elektro-Kompaktklasse schlägt in Frust um: Über 100.000 Bestellungen verzeichnet der Konzern für seine „Electric Urban Car Family“, doch die Fertigung hinkt hoffnungslos hinterher. Wer auf das günstige Basismodell hofft, blickt bei den Händlern auf absurd lange Wartezeiten.

Zwei Jahre Wartezeit für die 25.000-Euro-Klasse

Die Nachfrage nach den neuen Stromern aus dem Volkswagen-Konzern bricht alle Rekorde. Allen voran treiben der Skoda Epiq mit 35.000 Bestellungen und der VW ID. Polo mit 30.000 Bestellungen den Auftragseingang nach oben. Gemeinsam mit dem Cupra Raval und dem später folgenden VW ID. Cross soll die Baukasten-Familie den Massenmarkt elektrifizieren. Genau an dieser Skalierung scheitern aktuell die Produktionskapazitäten in den Werken.

Besonders hart trifft das Nadelöhr die Kundschaft im Einstiegssegment. Während Käufer der gehobenen Ausstattungslinien Life und Style beim VW ID. Polo mindestens zehn Monate warten müssen, kollabiert der Zeitplan beim Basismodell. Für die Variante Trend, die ab 24.900 Franken angetreten ist, nennen Händler mittlerweile zwei Jahre Lieferzeit für den ID. Polo Trend. Wer heute unterschreibt, bekommt sein Auto unter Umständen erst Ende 2028 ausgeliefert. Ein unhaltbarer Zustand für Pendler, die ein bezahlbares Alltagsauto suchen.

Produktionsstau erfasst auch den Skoda Epiq

Die Engpässe beschränken sich keineswegs auf Wolfsburg. Auch beim tschechischen Hoffnungsträger Skoda Epiq türmen sich die Auftragsbücher, während die Bänder die Nachfrage nicht bedienen können.

Selbst der Griff zu den teureren Versionen beschleunigt die Auslieferung kaum. Wer sich für die Langstrecken-Variante mit dem 55-kWh-Akku entscheidet, wartet laut Händleraussagen mehr als sieben Monate auf seinen Neuwagen. Obwohl sich das Modell im Reichweiten-Alltagstest des Skoda Epiq als effizienter Begleiter erwies, verpufft dieser Produktvorteil am Markt. Die potenziellen Käufer stehen in den Verkaufsräumen vor leeren Händlerplätzen und ungewissen Auslieferungsterminen.

Schweigen im Konfigurator als verhängnisvolle Taktik

Auffällig ist die Informationspolitik der Konzernmarken. Während Mitbewerber Lieferzeiten dynamisch und transparent im Online-Konfigurator ausweisen, schweigen die Portale von VW, Skoda und Cupra konsequent.

Diese Verschleierung wirkt Kalkül: Würde VW im Konfigurator eine Wartezeit von 24 Monaten anzeigen, bräche die Conversion-Rate im Netz augenblicklich ein. Die ernüchternde Realität erfahren Kunden erst im Verkaufsgespräch beim Vertragshändler. Bereits die hohe Nachfrage nach dem spanischen Ableger Cupra Raval hat gezeigt, wie eng die Batteriezell-Versorgung gestrickt ist. Die Synergieeffekte der MEB-Small-Plattform verwandeln sich bei Engpässen in einen Ketteneffekt, der alle Konzernmarken gleichzeitig lähmt.

Abwanderung droht: Die Konkurrenz schläft nicht

Volle Auftragsbücher sichern zwar theoretisch die Auslastung, bergen im Volumenmarkt jedoch massive Risiken. Autokäufer in dieser Preisklasse sind selten bereit oder in der Lage, jahrelang auf ein Alltagsfahrzeug zu warten.

Hält der Lieferstau an, droht dem Konzern eine Welle von Stornierungen. Die internationale Konkurrenz steht mit lieferfähigen Alternativen bereit. Wenn Volkswagen die Fertigung in den spanischen und tschechischen Werken nicht rasch hochfährt, wird der eigene Verkaufserfolg zum Bumerang – und spült die Frustrierten direkt in die Verkaufsräume der Mitbewerber.

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2 Kommentare

  1. Ich sehe das genauso.
    Solange wartet ein Nutzer nicht und wird zur Konkurrenz, ich denke vorwiegend China, abwandern.
    Auch wieder ein schwerer Management Fehler bei VW.

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