VW ID. Up: Wolfsburgs 20.000-Euro-Ansage gegen Chinas Billig-Stromer

Frontansicht eines gold-gelben Volkswagen ID.Every1
Quelle: Volkswagen AG
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Volkswagen zieht beim kleinsten Stromer endlich durch: Markenchef Thomas Schäfer bestätigt den Marktstart des VW ID. Up für 2027 zu einem Einstiegspreis von rund 20.000 Euro. Ich habe die jahrelangen Vertröstungen der Branche zu bezahlbaren Elektroautos gründlich satt, doch der kleinste Wolfsburger kommt ohne Wenn und Aber.

Schäfer bezeichnet den City-Stromer intern als das entscheidende letzte Puzzlestück, um die breiteste Auswahl im europäischen Volumensegment abzubilden. Viele Beobachter hielten zuvor eine Verschiebung des 20.000-Euro-Autos bis 2028 für ausgemachte Sache, da die Margen im A-Segment traditionell winzig sind. Der Schritt erfolgt aus purer Notwehr gegen Chinas Billig-Welle, und der Markt brennt darauf: Fast 150.000 Vorbestellungen verzeichnet die Electric Urban Car Family seit dem Produktionsanlauf im Juni.

37-kWh-LFP-Batterie: Gleichteile retten die Marge

Um die harte Preismarke von 20.000 Euro profitabel darzustellen, meidet Volkswagen teure Neuentwicklungen. Die technische Basis stellt die bewährte MEB+-Plattform mit Frontantrieb. Beim Energiespeicher bedient sich der ID. Up direkt bei den größeren Geschwistern: An Bord sitzt exakt dieselbe Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit 37 kWh Kapazität, die auch im ID. Polo (ab 24.995 Euro) und im ID. Cross (ab 27.995 Euro) arbeitet.

Auf dem Papier klingt das nach Schmalhans, in der Praxis ist es ein durchdachter Schachzug. Bereits bei der Konzept-Premiere stand fest, dass der günstige E-Kleinwagen mit 250 km Reichweite antreten soll: Volkswagen garantiert offiziell mindestens 250 Kilometer nach WLTP-Zyklus. Da der größere ID. Polo mit demselben Akku auf bis zu 334 Kilometer kommt, dürfte der leichtere ID. Up im Stadtverkehr spürbar sparsamer sein.

Vorne arbeitet ein kompakter Elektromotor mit 70 kW (94 PS) Leistung, dessen Höchstgeschwindigkeit bei 130 km/h bewusst abgeregelt wird. Dass der Einstiegs-Stromer für 20.000 Euro auf günstige Komponenten und standardisierte Zellen setzt, ist die einzig tragfähige Methode gegen die Billig-Konkurrenz. Wer bei einem City-Auto für 20.000 Euro Langstrecken-Bolzen erwartet, hat das Konzept schlicht nicht verstanden.

3,88 Meter Vernunft: Parkplatzjäger mit echtem Nutzwert

Mit einer Außenlänge von exakt 3.880 Millimetern trifft der ID. Up einen wunden Punkt der aktuellen E-Mobilität. Er überragt den alten Verbrenner-Up (3.600 Millimeter) um 28 Zentimeter, bleibt aber handliche 17 Zentimeter kürzer als der ID. Polo (4.053 Millimeter). Das Auto passt in jede Parklücke, ohne dass man sich im Innenraum beengt fühlt.

Vier vollwertige Sitze und ein Kofferraumvolumen von 305 Litern machen das Stadtauto alltagstauglich für den Wocheneinkauf. Natürlich liefert ein VW ID. Polo GTI mit 441 Litern Kofferraum für fast das Doppelte des Preises spürbar mehr Ladevolumen, doch beim ID. Up steht der reine Nutzwert im Vordergrund. Die Karosserie übernimmt die Konturen der Studie ID. EVERY1: kurze Überhänge, langer Radstand und ein sachliches Gesicht ohne überflüssige Schnörkel.

Spaniens Bänder laufen heiß: Keine Almosen für Amerika

Hinter den Kulissen steht die Fertigungskette laut dem spanischen Magazin Autofácil bereits fest. Der Kleinwagen wird auf der iberischen Halbinsel gebaut, wo Volkswagen seine kompakten Stromer bündelt: Martorell fertigt den ID. Polo und den Cupra Raval, während in Navarra der ID. Cross und der Skoda Epiq entstehen.

Der ID. Up markiert einen von insgesamt neun neuen Modellstarts, die Volkswagen bis Ende 2027 realisieren will. Bitter für US-Kunden: Amerika geht beim kleinen Stromer leer aus, da VW in Übersee 2027 stattdessen den ID. Tiguan als Nachfolger des ID.4 bringt.

Volkswagen hat beim Basis-Polo bewiesen, dass die 25.000-Euro-Schwelle zu knacken ist. Wenn der ID. Up 2027 pünktlich für 20.000 Euro beim Händler steht, hat Wolfsburg endlich das richtige Werkzeug in der Hand, um den Vormarsch aus Fernost zu stoppen. Die entscheidende Frage bleibt: Kann Wolfsburg diesen Preis ohne quälende Aufpreislisten halten?

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