VW ID. Up: Volkswagens 20.000-Euro-Hoffnung auf 2028 vertagt

Frontansicht des kommenden VW ID.1
Quelle: Volkswagen AG
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Die jüngsten Berichte rund um das geplante Volkswagen Einstiegsmodell für unter 20.000 Euro lassen mich allerdings stirnrunzelnd zurück. Statt wie erhofft im Jahr 2027 auf den Markt zu rollen, deutet sich für den VW ID. Up eine Verschiebung bis mindestens 2028 an.

Wolfsburg hat den Namen angepasst. Aus der ursprünglichen Studie namens ID. Every1 und der Arbeitsbezeichnung ID. 1 wird schlicht der VW ID. Up. Der Abschied vom reinen Ziffern-Schema betrifft nach dem ID. Polo nun auch die kleinste Klasse. Zahlen schaffen Distanz, etablierte Namen wie Up erzeugen Vertrautheit. Dass VW ausgerechnet bei der Modellbezeichnung aufklemmt, überrascht kaum.

Der historische Kontext ist eindeutig. Der frühere e-Up basierte noch auf einer umgerüsteten Verbrenner-Plattform und verkaufte sich bis zum Produktionsende 2023 erstaunlich gut. Der neue VW ID. Up soll dagegen auf einer echten Elektro-Plattform stehen. Das bringt Platzvorteile, schiebt die Entwicklungskosten aber spürbar nach oben.

Technik-Spagat und Zeitplan: 20.000-Euro-Marke vertagt bis 2028

Die Verschiebung auf 2028 trifft Volkswagen an einer empfindlichen Stelle. Im kommenden Jahr 2026 stellt VW zunächst den ID. Polo für rund 25.000 Euro auf die Straße. Doch der Preiskampf im Markt tobte längst ohne Wolfsburg. Günstige Konkurrenz wie der MG 4 Urban zeigt eindrucksvoll, mit wie viel Preisdruck europäische Hersteller zu kämpfen haben.

Zwei Jahre Pause zwischen dem ID. Polo und dem ID. Up sind eine lange Zeit. China baut den Vorsprung bei Batteriekosten und Effizienz unermüdlich aus. Wer im Einstiegssegment erst 2028 ein Modell unter 20.000 Euro bringt, riskiert wertvolle Marktanteile an die Konkurrenz zu verlieren.

Margendruck im Kleinwagensegment verzeiht keine Rechenfehler

Klar ist auch die finanzielle Realität. Ein Elektroauto für unter 20.000 Euro bringt kaum Marge ein. Volkswagen entwickelt den Wagen nicht für dicke Gewinne, sondern als Imageträger und Flotten-Effizienzbringer. Dass man bereits bei der früheren Planung für den VW ID. 1 mit China-Technik auf billigere Lieferketten schielen musste, zeigt die Komplexität der Kalkulation.

Jeder Monat Entwicklungsverzögerung kostet Geld. Wenn sich der Start im Werk Portugal tatsächlich auf 2028 verschiebt, steigen die Fixkosten pro Fahrzeug weiter an. Volkswagen muss am Ende ein Auto ausliefern, das trotz scharfer Kalkulation bei Software und Reichweite absolut klapperfrei funktioniert. Schlechte Kompromisse verzeiht der Markt in diesem Segment schlicht nicht.

Warten auf den Volks-Stromer wird zur Geduldsprobe

Das Signal an potenzielle Käufer ist zwiespältig. Einerseits ist es schlau, ein E-Auto lieber gründlich fertigzuentwickeln als unfertige Software auf Kunden loszulassen. Andererseits verliert VW wertvolle Zeit. Ein VW ID. Up für unter 20.000 Euro im Jahr 2028 muss sich an völlig neuen Maßstäben messen lassen.

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