VW und Rivian: Software-Allianz nimmt Hürde, aber Kosten drohen zu explodieren

Volkswagen und der amerikanische Elektroauto-Hersteller Rivian feiern einen ersten Erfolg ihrer Software-Allianz. Die Partner haben die kritischen Wintertests in Nordschweden erfolgreich abgeschlossen. Erste Fahrzeuge von VW, Audi und Scout absolvierten die Prüfungen mit der neuen Rivian-Technologie an Bord. Darunter befand sich auch ein Prototyp des kommenden Elektro-Kleinwagens ID.Every1. Dieser Stromer rollt ab dem kommenden Jahr in Portugal als erstes VW-Modell mit der neuen Software vom Band.
Dieser technische Fortschritt macht den Weg frei für die nächste Milliarden-Überweisung nach Amerika. Die Freigabe der Gelder aus dem insgesamt 5,8 Milliarden Dollar schweren Investitionspaket ist an exakt solche Etappenziele geknüpft. VW-Chef Oliver Blume zeigte sich nach den Tests euphorisch und sprach von einer Beschleunigung in Richtung Zukunft. Volkswagen braucht diese Technologie dringend für den Umbau zum softwaredefinierten Fahrzeug. Die neue Architektur bündelt bisher unzählige kleine Steuergeräte in wenigen Zentralrechnern. Das spart im Idealfall Hardware, reduziert die Komplexität der Kabelbäume und ermöglicht einfache Updates über das Mobilfunknetz.
Ein Blick hinter die Kulissen dämpft die Euphorie allerdings gewaltig. Die Rettung vor dem eigenen Software-Chaos der Tochtergesellschaft Cariad könnte extrem teuer werden. Interne Schätzungen gehen davon aus, dass Volkswagen allein im Jahr 2026 rund 2,3 Milliarden Euro in das Joint Venture pumpen muss. Die Wolfsburger tragen Berichten zufolge bis zu 75 Prozent der laufenden Kosten des gemeinsamen Entwicklungszentrums.
Bisher profitiert offensichtlich fast ausschließlich Rivian von diesem Milliarden-Deal. Der amerikanische Partner sichert sein eigenes Überleben mit deutschem Geld. Volkswagen streckt die Kosten vor und hofft auf einen technologischen Befreiungsschlag in der Zukunft. Der Druck auf den Autobauer wächst stetig. Konkurrenten wie Tesla oder BYD fahren den Deutschen bei der digitalen Vernetzung längst davon. Die Kooperation mit Rivian gleicht daher einem riskanten finanziellen Spagat mit absolut ungewissem Ausgang.
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