Xiaomi HyperOS 4: Neuer Liquid-Glass-Look bringt ein fieses Alltagsproblem

Xiaomi HyperOS 3 Übersicht
Quelle: Xiaomi
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Schluss mit öden, flachen Kacheln auf dem Smartphone. Xiaomi schmeißt das bisherige Design komplett um und spendiert HyperOS 4 eine Optik aus flüssigem Glas. Sieht auf den ersten Blick extrem chic aus, geht im Alltag bei direkter Sonne aber kräftig auf die Nerven.

Wenn Transparenz die Sicht raubt

Schick sieht es aus. Erste Screenshots von Prototypen der kommenden Xiaomi 18-Serie zeigen ein System, das bereits auf einer frühen Testversion von Android 17 aufbaut. Xiaomi wirft das altbekannte flache Layout über Bord. Stattdessen setzt der Hersteller auf sogenannte Liquid Glass-Effekte mit Lichtbrechungen und transparenten Schichten innerhalb der Systemordner.

Ein echter Hingucker. Aber ergonomischer Quatsch.

Wer sein Smartphone draußen bei hellem Tageslicht nutzt, braucht knallharte Kontraste statt transparenter Spielereien. Die Ordner legen sich wie geschmolzenes Glas über das Hintergrundbild. Im Showroom wirkt das edel. Auf der Straße will ich einfach nur schnell meine Apps erkennen.

2.5D-Icons und geschrumpfte Leisten

Xiaomi schraubt an fast jedem Winkel der Benutzeroberfläche. Die flachen Symbole weichen neuen 2.5D App-Icons, die mit feinen Lichtkanten mehr Tiefe vortäuschen. Dazu gesellen sich dickere Statusleisten-Icons für Akku oder Empfang sowie ein spürbar kürzerer Gesten-Navigationsbalken am unteren Displayrand.

Auffällig. Im direkten Vergleich mit HyperOS 3.1 wird der Schritt überdeutlich. Wo die vorherige Version noch auf flache Ordner, dünne Statuszeilen-Symbole und einen langen Gestenbalken setzte, wirkt HyperOS 4 deutlich verschachtelter. Abstrakte Hintergrundbilder in Tönen wie Lavender & Soft Gold, Serene Blue & Slate oder Organic Green & Olive begleiten das Redesign zusammen mit fetter Typografie auf dem Sperrbildschirm.

Hübsche Fassade statt echter Optimierung

Kehrseite der Medaille. Xiaomi poliert die Oberfläche zwar optisch auf, ändert am grundlegenden Bedienkonzept aber rein gar nichts. Transparenzen und Unschärfen fressen stetig Grafikleistung und drücken unnötig auf die Akkulaufzeit. Das nervt. Pustekuchen.

Wer auf einen echten Effizienzsprung bei der Systembedienung gehofft hat, bekommt hier vorerst nur viel Fassade serviert. Schicke Glaseffekte lösen keine verschachtelten Menüstrukturen. Ob Xiaomi diese Transparenzen bis zum finalen Release noch abschaltbar macht, bleibt der entscheidende Haken für die Praxis.

Warum der Design-Trend die Hardware belastet

Die Rückkehr zu transparenten Oberflächen ist kein Einzelfall, sondern ein branchenweiter Trend. Viele Hersteller versuchen derzeit, die visuelle Monotonie der letzten Jahre zu durchbrechen. Glaseffekte und Lichtbrechungen bringen auf hochauflösenden OLED-Panels zwar optische Tiefe zurück, verlangen der Hardware aber einiges ab.

Jedes Mal, wenn ein transparentes Element über den Bildschirm gleitet, muss die Grafikeinheit die Brechungen in Echtzeit neu berechnen. Was auf teuren Flaggschiff-Prozessoren geschmeidig aussieht, führt auf günstigeren Geräten schnell zu Mikrorucklern und frisst wertvolle Energie. Xiaomi muss erst noch beweisen, dass dieser Optik-Schnickschnack die Akkulaufzeit nicht völlig in den Keller zieht.

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