Xiaomi Redmi 17: Die Einstiegsklasse wird unverschämt teuer

Vorder- und Rückseite des Redmi 17 in 2 Farben
Quelle: Xiaomi
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Vergiss die Zeiten, in denen Xiaomi brauchbare Handys für unter 100 Euro auf den Markt geworfen hat. Wer heute bei den Chinesen das billigste Modell abgreifen will, greift tief in die Tasche. Und kriegt erschreckend wenig dafür. Die globale Speicherkrise frisst die Sparsparte eiskalt auf.

HD-Geflimmer für über 200 Euro

Eine echte Ansage. Minimum 220 Euro will Xiaomi laut den ersten Händler-Listings für die reine 4G-Variante des Redmi 17 sehen. Willst du 5G? Dann bist du direkt mit 250 Euro dabei.

Ein Witz. Für die Kohle serviert uns der Hersteller ein riesiges 6,9-Zoll-LCD mit einer mageren HD-Auflösung von 1600 x 720 Pixeln. Auf so einer gigantischen Diagonale wirkt das schlicht matschig. Texte lesen? Nervt. Da retten auch die variablen 60, 90 oder 120 Hz nicht mehr viel. Die Helligkeit geht mit typischen 675 Nits und maximal 825 Nits im High-Brightness-Modus noch in Ordnung. Ändert nix an der miesen Pixeldichte.

Magerer Speicher trifft auf Monster-Akku

Sparzwang an allen Ecken. Mager bestückt. Lächerliche 4 GB Arbeitsspeicher stecken im Basismodell, gepaart mit 128 GB oder 256 GB Flash-Speicher. Wer flüssiges Multitasking erwartet, schaut in die Röhre.

Im Inneren der 4G-Version werkelt der MediaTek Helio G91 Ultra mit maximal 2,0 GHz. Bei der 5G-Ausgabe setzt Xiaomi auf den Qualcomm Snapdragon 4 Gen 5 mit bis zu 2,4 GHz Taktung. Das rechtfertigt diesen Preis kein Stück. Wenigstens bleibt der MicroSD-Slot zur Speichererweiterung erhalten. Genau wie zwei NanoSIM-Schächte und der klassische 3,5-mm-Klinkenanschluss.

Immerhin packt Xiaomi einen riesigen 7500-mAh-Akku in die Kunststoff-Hülle. Geladen wird per USB Power Delivery mit bis zu 45 Watt. Ein absoluter Brocken. Das spiegelt sich auf der Waage wider: 232 Gramm bei 4G, 235 Gramm bei 5G und ganze 8,8 Millimeter Gehäusedicke.

Das Kamera-Setup bleibt spartanisch. Eine 50-Megapixel-Hauptkamera kriegt einen praktisch nutzlosen Auxiliary-Sensor für Makros an die Seite gestellt. Für Selfies muss eine simple 8-Megapixel-Knipse herhalten. Weil es nur ein LCD ist, sitzt der Fingerabdrucksensor an der Seite im Power-Button. Softwareseitig kommt Hyper OS 3 auf Basis von Android 16 zum Einsatz. Farbtechnisch gibt es Deep Blue, Oak Green und Schwarz, später wohl noch Orange und Lotus Purple.

Mein Fazit? Quatsch. Einen Kauf kann ich aktuell niemandem empfehlen. Hol dir fürs selbe Geld lieber ein zwei Jahre altes Mittelklasse-Modell vom Gebrauchtmarkt.

Das Ende der 100-Euro-Klasse: Warum die Speicherkrise Billig-Smartphones killt

Jahrelang war die Redmi-Reihe das verlässliche Volks-Handy für den schmalen Geldbeutel. Vorbei. Explodierende Einkaufspreise bei DRAM- und NAND-Speicherbausteinen zwingen selbst Fertigungsgiganten wie Xiaomi in die Knie. Um die Marge nicht komplett zu begraben, bleiben Herstellern nur zwei Stellschrauben: Preise hoch oder Hardware abspecken. Xiaomi macht beim Redmi 17 einfach beides gleichzeitig.

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