Xiaomi Watch S5 41mm: Kleines Gehäuse, helle Ansage

Endlich zieht Xiaomi die Notbremse beim Größenwahn am Handgelenk. Wer bisher keine Lust hatte, sich einen klotzigen Tellermine-Schiffsdiesel an den Arm zu schnallen, bekommt die Watch S5 jetzt in handlichen 41 Millimetern. Xiaomi verkleinert das Gehäuse drastisch, schraubt zeitgleich aber eine brutale Display-Helligkeit rein und feiert ganz nebenbei die Premiere von HyperOS 4 auf der Uhr.
3.000 Nits Flutlicht für zierliche Handgelenke
Die Formsprache spricht eine deutliche Sprache: Das Teil richtet sich an alle, die normale Smartwatches schlicht nerven. Bisher musste man bei der normalen Xiaomi Watch S5 mit ihrem 46-Millimeter-Stahlgehäuse einiges an Masse in Kauf nehmen. Die neue Variante bringt es auf schlanke 41 Millimeter Durchmesser, ist nur noch 9,9 Millimeter dünn und wiegt ohne Band knackige 36 Gramm.
Das 1,32-Zoll-AMOLED-Display feuert mit 60 Hz und setzt beim Thema Ablesbarkeit eine echte Marke. Im Peak drückt das Panel bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit raus. Das ist eine Ansage an die Konkurrenz bei direkter Sonneneinstrahlung. Zur Erinnerung: Das große Schwestermodell war als Ausdauer-Smartwatch mit HyperOS 3 und 2.500 Nits Helligkeit schon kein Dunkelkammer-Kandidat, aber die kleine Ausführung packt nochmal ordentlich was drauf. Verkleidet wird das Ganze in einen Edelstahl-Rahmen samt Keramik-Lünette und einer Diamantschliff-Krone mit 24 Facetten.

UV-Sensoren und HyperOS 4 statt echter Wear-OS-Freiheit
Unter der Haube läuft erstmals ab Werk HyperOS 4. Xiaomi spendiert der Uhr eine überarbeitete WeChat-App inklusive Sprach-zu-Text und Schnellantworten. Dazu gesellt sich die gewohnte Ökosystem-Anbindung: Smart-Home-Geräte steuern, Live-Feeds der Türklingel abgreifen oder das Xiaomi-E-Auto entriegeln geht direkt vom Arm aus. Überraschend offen zeigt sich Xiaomi bei der Synchronisation mit iOS und Apple Health, wobei tiefere Systemfunktionen natürlich weiterhin ein Xiaomi-Smartphone voraussetzen.
Die Sensorik packt Xiaomi voll. Ein 4-LED/4-Fotodioden-Modul misst Puls und SpO2, während gleich drei Handgelenk-Temperatursensoren mit ±0,1 °C Genauigkeit für Zyklus-Tracking und Ovulationsprognosen sorgen. Ein cleveres Feature für Outdoor-Fans ist der integrierte Dual-Band-UVA- und UVB-Sensor. Der misst die UV-Strahlung in Echtzeit und schlägt Alarm, bevor die Sonne die Haut verbrennt.
Sportler bekommen über 150 Sportmodi, Dual-Frequenz-GNSS für präzise Streckenaufzeichnung und farbige Offline-Karten. Sogar ein spezieller Skimodus ist an Board, der Neigungswinkel, Höhe und Tempo trackt. Stürzt man auf der Piste schwer, löst die automatische Sturzerkennung selbstständig einen Notruf aus.
Marketing-Märchen bei der Akkulaufzeit
Physik lässt sich nicht austricksen: Das kleinere Gehäuse fordert beim Akku sein Opfer. Xiaomi verbaut einen 590-mAh-Stromspeicher. Die beworbenen 14 Tage Laufzeit sind jedoch reiner Papiertiger und nur im kastrierten Energiesparmodus machbar.
Bei normaler Nutzung mit allen aktiven Gesundheits-Messungen schrumpft der Wert rasch auf 8 Tage. Wer das Always-on-Display zuschaltet, muss nach rund 5 Tagen an die Ladeschale. Das ist im Vergleich zur großen 46-mm-Version spürbar kürzer, liegt aber immer noch meilenweit vor der typischen Ein-Tages-Konkurrenz von Apple oder Samsung.
In China startet die Basisversion mit Sportarmband für 1.299 Yuan (umgerechnet ca. 175 Euro). Wer Leder will, zahlt 1.499 Yuan (ca. 200 Euro). Eine auf 5.000 Stück limitierte Transparent Edition mit Drachenkristall-Glas schlägt mit 2.499 Yuan (ca. 335 Euro) zu Buche. Sobald die Xiaomi Watch S5 in Deutschland gelistet wird, dürften die Euro-Preise gewohnt etwas höher ausfallen.
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