Xiaomi Smart Band 11: Schlanke Hardware, vollgestopfte Software

Xiaomi Smart Band 11 in verschiedenen Farben
Quelle: Xiaomi
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Xiaomi liefert mit dem neuen Smart Band 11 ein echtes Hardware-Fliegengewicht ab, aber beim Software-Konzept schüttele ich nur den Kopf. Die Gehäusedicke schrumpft auf 9,99 Millimeter bei 15,58 Gramm, doch im selben Atemzug knallt der Konzern unzählige Smart-Home- und Auto-Funktionen auf das Mini-Display. Wer auf einem schmalen Armband wirklich seine Auto-Sitzheizung regeln will, muss mir die Logik dahinter erst noch erklären.

Display-Power trifft auf schmalen Rahmen

Die Hardware-Eckdaten lesen sich schlicht beeindruckend. Das verbaute 1,72 Zoll AMOLED-Display ballert eine Spitzenhelligkeit von 2.000 Nits auf das Feld und wird von symmetrischen, zwei Millimeter schmalen Rändern gerahmt. Xiaomi nutzt einen matt sandgestrahlten Rahmen aus einer Aluminiumlegierung und bleibt beim praktischen Quick-Release-System für die Armbänder. Das Gehäuse schrumpft um neun Prozent gegenüber dem Vorgänger und stellt das bisher dünnste Band der Chinesen dar.

Bei der Akkuleistung bleibt Xiaomi gewohnt stark. Im Ultra-Long-Modus hält der Stromspeicher bis zu 21 Tage durch, während bei normaler Nutzung erst nach 12 Tagen Schluss ist. Wer das Always-On-Display durchgehend aktiviert lässt, kommt immerhin noch auf 7 Tage Laufzeit. Schon beim Vorgänger Xiaomi Smart Band 10 Pro überzeugte die Ausdauer im Alltag. Nun legt der Hersteller bei der Gehäusedicke nach, ohne die Batterie-Performance komplett zu opfern.

Messtechnisch stockt der Hersteller ebenfalls auf. Ein überarbeiteter Herzfrequenzsensor mit Dual-Lamp- und Dual-PD-Aufbau analysiert den Puls im Zusammenspiel mit eigenen Algorithmen rund um die Uhr und schlägt bei ungewöhnlichen Werten Alarm. Blutsauerstoff, Stresslevel, Atemübungen und der weibliche Zyklus stehen auf der Liste der Tracker-Funktionen. Ergänzt wird das Paket durch HRV-Schlafanalysen und Trendberichte. Sportler greifen auf mehr als 150 Trainingsmodi zu, inklusive zehn Laufkursen mit Ziel-Pulszonen und Vibrationssignalen. Schwimmer bekommen dank 5ATM-Schutz eine Stil-Erkennung sowie eine 9-Achsen-Haltungserkennung geboten, die Runden mit bis zu 95 Prozent Genauigkeit erfasst.

HyperOS 4 überlädt das kleine Display

Auf der Software-Seite installiert der Konzern das frische Betriebssystem HyperOS 4, das ein zweispaltiges App-Layout und ein zentrales Steuerungszentrum mitbringt. Doch hier beginnt der eigentliche Quatsch. Anstatt das Armband als kompakten Fitness-Tracker zu belassen, verwandelt Xiaomi das Handgelenk in eine Bedienzentrale für Vernetztes. Neben Mi-Home-Geräten lassen sich kompatible Fahrzeuge fernsteuern. Akkustand, Innenraumtemperatur, Sitzposition, Sitzheizung und Musikwiedergabe wandern direkt auf das schmale Band.

Damit nicht genug: Ein integrierter Page-Turner soll das Umblättern von E-Books, Präsentationen oder Kurzvideos erlauben. Ein eigener Gaming-Modus zeigt Respawn-Countdowns, Pulsverlauf oder Gemütszustände während des Zockens auf dem Smartphone an. Über 400 Spiele stehen bereit, wobei die Anzeige des Spielfortschritts vorerst den Flaggschiff-Modellen der Xiaomi 17-Serie vorbehalten bleibt. Auch Kurier- und Lieferdienste schicken bevorzugte Benachrichtigungen auf die Uhr.

Ganz ehrlich: Niemand liest Romane oder steuert Sitzheizungen über einen winzigen Bildschirmstreifen. Dieser Versuch, jedes denkbare Software-Feature in einen Tracker zu quetschen, wirkt schlicht absurd. Während ausgewachsene Uhren wie die Xiaomi Watch 5 genügend Displayfläche bieten, braucht ein Fitnessband schnelle Workouts und lange Laufzeiten statt überladener Menüstrukturen.

Gute iOS-Anbindung und faire Preise

Überraschend pragmatisch zeigt sich der Hersteller bei der Einbindung von Apple-Hardware. Das Band spiegelt Benachrichtigungen synchron zwischen iPhone und Xiaomi-Handy, unterstützt iOS-Kurzbefehle und dient als Fernauslöser für die iPhone-Kamera. Radfahrer schicken ihre Pulsdaten per Bluetooth direkt an kompatible Fahrradcomputer.

In China verlangt Xiaomi für die Standard-Variante schmale 299 Yuan (ca. 39 Euro), während die NFC-Ausführung mit 349 Yuan (ca. 46 Euro) zu Buche schlägt. Bei den Gehäusefarben stehen Silber, Schwarz, Rosa-Gold und Dämmerungs-Gold bereit. Passend dazu gibt es Bänder aus Strickseide, Flechtleder oder Fluorkautschuk.

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