Xpeng G9L: China bekommt 800 Volt, Europa wartet

Am 17. September 2026 startet der Xpeng G9L Fünfsitzer-SUV in China. Pre-Sales liefen seit 11. August ab 259.800 Yuan. Serienmäßig 800-Volt-Architektur, 5C-Laden und doppelkammerige Luftfederung. Während Xpeng in China die Latte hochlegt, bleibt Europa bei der abgespeckten Variante. Das nervt.
800 Volt und 5C als Standard – nicht als Option
Xpeng setzt beim G9L konsequent auf Hochvolt. Die BEV-Versionen erreichen nach CLTC bis 755 Kilometer, die EREV-Variante kombiniert 435 km rein elektrisch mit 1.602 km Gesamtreichweite. Beide laden mit 5C. Messwerte vom 14. September zeigen 619,6 kW Peak und in neun Minuten bis 450 Kilometer Nachladung. Das ist keine Prospektzahl, sondern gemessene Praxis.
Die Maße unterstreichen den Anspruch: 5.120 × 1.999 × 1.782 mm, Radstand 3.100 mm. Serienmäßig sitzt hintere Radlenkung mit ±7,5 Grad – Wendekreis nur 5,4 Meter. Allrad-BEV beschleunigt in 4,45 Sekunden auf 100, die EREV-Allrad-Version in 4,95. Kofferraum: 1.152 Liter. Genau diese Hardware-Kombination liefert Xpeng auch an den Partner Volkswagen. Dort fährt der ID. Unyx 08 in China bereits mit 800-Volt-Technik, während europäische Kunden weiter mit 400-Volt-Systemen und 200-kW-Deckel leben müssen. Der Abstand wächst, und niemand in Wolfsburg scheint in Eile.
VLA 2.0 und die Europa-Verzögerung
An Bord sitzen drei Turing-KI-Chips und das zweite Generation VLA-System. Kamerasignale gehen direkt in Lenk- und Bremsbefehle, ohne den klassischen Zwischenschritt. Das gleiche System, das in Demonstrationen schon autonom auf Fähren rangiert, soll ab 2027 auch in Europa ankommen – unter anderem über die L03-Reihe und die VW-Partnerschaft. Der Xpeng-VLA-2.0-Ansatz ohne starre Logikketten zeigt, wohin die Reise geht. Für den G9L bedeutet das Level-2++ mit hohem Anspruch, aber weiterhin kamera-basiert und wetterabhängig. Die Kamera-Falle bleibt real.
Xpeng peilt mit G9L und dem bereits laufenden Sechssitzer GX im vierten Quartal über 60.000 Einheiten pro Monat an. Rechtshändige Exemplare rollen bereits vom Band und gehen zuerst nach Australien – 64 Märkte sind im Visier. Europa bleibt 2027-Thema. Die Konkurrenz heißt Li L7 und Aito M7. Xpeng positioniert den G9L als Tech-Flagschiff im 260.000-Yuan-Segment und liefert die Hardware, die europäische Hersteller ihren Kunden noch vorenthalten.
Die Kehrseite ist absurd klar: China bekommt 800 Volt, 5C und serienmäßige Luftfederung plus Hinterachslenkung als Standard. Europa bekommt die abgeschwächte Variante – wenn überhaupt. Xpeng liefert die Technik, VW nutzt sie lokal und hält den Transfer zurück. Der G9L zeigt, wie schnell die Chinesen den Abstand vergrößern. Am 17. September um 19 Uhr Peking-Zeit fällt der Startschuss. Die Zahlen und die Hardware sind da. Ob der Preis und die Software den Markt wirklich aufmischen, zeigt erst der Verkauf. Bis dahin bleibt der G9L das nächste Beispiel dafür, dass die Technik in China schon lange da ist – und Europa weiter wartet.
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Die Europa Premiere ist schon für Pariser Autosalon im Oktober bestätigt also kommen wird G9 L in 2027 sicher
Auch der aktuell in Deutschland verkaufte G9 hat 800V, für Ladeleistung liegt bei bis zu 525kW.
Die Allrad Variante hat auch Luftfederung.
Man wartet aber nur bei VW, nicht bei XPeng selbst.