Xpeng L03: Das 36.000-Euro-Versprechen ohne Laserscanner

München, feuchter Asphalt. Der neue Xpeng L03 dreht hier bereits seine Testrunden. Der chinesische VW-Partner will ab 2027 das sogenannte teilautomatisierte Fahren per Software-Update nach Europa bringen. Klingt verheißungsvoll. Ist aber vor allem eins: eine billige Wette auf gutes Wetter. Wer bei Dämmerung, Nebel oder Schneegestöber unterwegs ist, schaut nämlich ganz schnell in die Röhre.
Die Kamera-Falle für den Sparfuchs
Xpeng drückt den L03 ab rund 36.000 Euro auf den Markt. Eine Ansage. Möglich macht den Kampfpreis der radikale Verzicht auf teure Laserscanner. Alles läuft rein über optische Kameras. Schön für die Marge des Herstellers, billiger bei der Anschaffung für uns. Ein Haken bleibt.
Ich seh das pragmatisch. Im Alltag zählt für mich schlicht, dass die Kiste auch bei strömendem Regen oder dichtem Nebel sauber in der Spur bleibt. Optische Linsen stoßen ohne Radar oder LiDAR schlicht physikalisch an ihre Grenzen. Absurd. Dass Tesla seit Jahren genau für diesen Kamera-Sonderweg heftig in der Kritik steht, scheint in China niemandem den Schlaf zu rauben.
25 Prozent weniger Patzer? Geschenkt.
Ein Blick nach Asien. Seit März 2026 läuft die Software in China. Die Zahl der menschlichen Eingriffe sank dort um 25,87 Prozent pro 100 Kilometer. Nett für die Pressemitteilung. Im echten Leben leider völlig egal. Das System bleibt nämlich auf Papier und Straße ein stures Level 2++.
Bauchtanz um Paragraphen. Scheppert es, haftet zu 100 Prozent der Mensch hinterm Lenkrad. Teslas furchtbar irreführende Bezeichnung „Full Self Driving Supervised“ lässt grüßen. Wer glaubt, er könne auf der Autobahn entspannt die Hände in den Schoß legen, baut auf Sand. Übrigens: Mercedes zieht ab Anfang 2027 mit Level 2++ nach. Ein teurer Trend zur Schmutzkonkurrenz auf Kosten unserer Aufmerksamkeit.
Warum die Autoindustrie die Haftung lieber auf uns abwälzt
Der Preiskampf bei Stromern wird brutal geführt. Durch das Streichen der LiDAR-Einheiten spart Xpeng in der Fertigung mehrere Tausend Euro pro Auto ein. Genau dieser Kniff sichert die Marge beim L03. Das Risiko blinder Linsen wandert dadurch ungeniert zum Käufer.
Das Wettrüsten um Level 2++ offenbart eine unbequeme Wahrheit. Solange Assistenzsysteme nicht als echtes autonomes Fahren (Level 3 oder höher) typisiert sind, halten sich Xpeng, Mercedes und Co. rechtlich schadlos. Sie verkaufen uns das luftige Gefühl von Autonomie, verkrümeln sich beim Unfall aber sofort hinter dem Kleingedruckten.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
