Zeekr 7X: Chinas Lade-Monster deklassiert Tesla

2024er Zeekr 7X in Seitenansicht
Quelle: Zeekr
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200.000 Bestellungen weltweit für ein Elektro-SUV, das erst vor wenigen Monaten an den Start ging. Geelys Edel-Tochter Zeekr knallt mit dem Zeekr 7X eine Zahl auf den Tisch, die selbst bei Tesla in Grünheide für Stirnrunzeln sorgen dürfte. Dass die 200.000ste Order ausgerechnet in Mexiko unterschrieben wurde, zeigt unmissverständlich: Die Chinesen verlassen ihr Gehege und rollen den Weltmarkt von hinten auf.

900 Volt im Alltag: Warum europäische Ladesäulen bremsen

Unter dem Blech steckt kein halbgarer Aufguss, sondern die konzerneigene PMA2+-Plattform mit 900-Volt-Siliziumkarbid-Architektur. Zeekr packt in die Top-Version ein 103-kWh-Qilin-Akkupaket von CATL, das den Hub von 10 auf 80 Prozent in glatten 10 Minuten durchprügeln soll. Das wurde aber auch Zeit, dass jemand dem ewigen Warten am Schnelllader den Kampf ansagt.

Auf dem Papier stehen 802 Kilometer Reichweite nach chinesischem CLTC-Zyklus. Übersetzt in die harte Realität des europäischen WLTP-Standards bleiben davon praxistaugliche 580 bis 630 Kilometer übrig. Der eigentliche Haken liegt ohnehin an der Autobahn: Um die theoretische Ladeleistung voll auszunutzen, braucht es HPC-Lader, die mehr als die hierzulande üblichen 500 Ampere durch das CCS2-Kabel jagen können. An einer Standard-300-kW-Säule von Alpitronic oder Ionity verpufft ein Teil des Ladevorteils schlicht an der europäischen Infrastruktur.

795 PS gegen Model Y: Wettrüsten am Kunden vorbei?

Wer zur Allrad-Variante greift, bekommt 585 kW (795 PS) Systemleistung serviert. Der 2,3-Tonner schießt damit in 2,98 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ob man das in einem Familienauto wirklich braucht? Völliger Blödsinn im Stadtverkehr, aber als Machtdemonstration gegen das Tesla Model Y Performance hochgradig wirksam.

Im Innenraum feuert Zeekr aus allen Hardware-Rohren: Angetrieben von einem Qualcomm Snapdragon 8295 rennt das Infotainment ohne Ruckler, während Sensoren und LiDAR-Einheiten auf Level-2+-Autonomie getrimmt sind. Tesla setzt bekanntlich auf radikale Sparsamkeit, kamerabasiertes Vision-Only und maximale Software-Effizienz. Zeekr wählt den diametral entgegengesetzten Weg und wirft schiere Hardware-Masse ins Gefecht.

Europa-Rollout und die EU-Zoll-Bremse

Mit 62.865 tatsächlichen Auslieferungen von Januar bis Juli stemmt der 7X bereits knapp 30 Prozent des gesamten Zeekr-Volumens. Nach Märkten wie Norwegen, Schweden, den Niederlanden und Thailand soll der Rollout weitergehen. Doch für Deutschland, Österreich und die Schweiz droht ein Dämpfer: Die zusätzlichen EU-Ausgleichszölle auf in China gefertigte Elektroautos treffen auch Geely mit knapp 19 Prozent Aufschlag plus 10 Prozent Standardzoll.

Preislich ist der 7X für den DACH-Raum noch nicht final eingepreist, doch Schnäppchenpreise wie in Fernost sind damit vom Tisch. Dazu kommt die Achillesferse aller neuen Player: Ohne ein dichtes, verlässliches Werkstatt- und Servicenetz nützen auch 900 Volt Ladespannung wenig, wenn der Kotflügel nach einem Parkrempler drei Monate auf Ersatzteile wartet.

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