Zeekr 9X: Der 900V-Sechssitzer startet bei 119.500 Euro

Frontansicht eines dunklen Zeekr 9X an der Ladesäule
Quelle: Zeekr
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Als Geely vor wenigen Wochen die europäischen Pläne für seinen mächtigen Range-Extender enthüllte, fehlte noch das entscheidende Puzzleteil auf meinem Bildschirm: die konkrete Zahl auf dem Preisschild. Jetzt stehen die Preise für Deutschland fest, und die Ansage ist deutlich: Der Zeekr 9X Ultra AWD wechselt erst ab 119.500 Euro den Besitzer. Wer die vollgepackte Black Line bevorzugt, legt sogar mindestens 126.500 Euro auf den Tisch. Das zeigt unmissverständlich, in welchen Revieren die Chinesen wildern wollen.

Mächtiger Sechssitzer fordert europäische Oberklasse heraus

Der Aufpreis im Vergleich zum chinesischen Heimatmarkt fällt gewohnt üppig aus, überrascht beim Blick auf die hohen Import- und Zulassungshürden aber kaum noch. Dass der Zeekr 9X als 900-Volt-SUV voll auf den Verbrenner setzt, war bereits technisch eine spannende Wendung für den europäischen Markt. Nun muss sich das 5.239 Millimeter lange Schiff auch finanziell gegen die etablierte Konkurrenz von Mercedes, BMW oder Porsche behaupten.

Mit einem Radstand von 3.169 Millimetern bietet der Luxusliner reichlich Platz für sechs Personen in einer großzügigen 2+2+2-Sitzkonfiguration. Wer das Fahrzeug zum ersten Mal sieht, begreift sofort die schiere Dimension. Geely baut hier keinen verkleideten Crossover für die Innenstadt, sondern ein echtes Schlachtschiff für Langstrecken.

Unter der Karosserie steckt eine technische Kombination, die in dieser Fahrzeugklasse selten zu finden ist. Das System stemmt 660 kW (897 PS) über einen Dual-Motor-Antrieb auf die Straße. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt trotz der gewaltigen Ausmaße in 4,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit deckelt der Hersteller bei 240 km/h. Das sind Fahrwerte, die bis vor Kurzem reinen Supersportwagen vorbehalten waren.

Hochmoderne Assistenzsysteme für die Langstrecke

Abgerundet wird das Gesamtpaket durch eine umfassende Sensorik. Lidar-gestützte Fahrassistenz und Funktionen wie Remote-Parken gehören in dieser Preisliga zum guten Ton und sollen den Alltag mit dem Fünf-Meter-Riesen spürbar erleichtern.

900-Volt-Ladedruck trifft auf praxistaugliche Alltags-Masse

Das eigentliche technische Ausrufezeichen setzt das Zusammenspiel aus der schnellen 900-Volt-Architektur und dem integrierten Verbrenner als Generator. Statt rein elektrisch auf riesige Batterien zu setzen, wählt Zeekr einen Mittelweg für Langstreckenfahrer. Der Verbrenner dient im Hintergrund als Stromerzeuger, wenn die Schnellladesäule unterwegs belegt ist.

Für die Praxis bedeutet das eine spürbare Entlastung beim Ziehen schwerer Lasten. Wer am Wochenende ein Boot oder einen Pferdeanhänger transportiert, bekommt eine Anhängelast von bis zu 2.000 kg zur Verfügung gestellt. Der Kofferraum schluckt je nach Sitzkonfiguration flexibel zwischen 677 und 2.148 Liter Gepäck.

Innerhalb des Mutterkonzerns baut sich damit eine extrem selbstbewusste Preisstaffelung auf, wenn man bedenkt, wie sehr beim Polestar 3 der Wechsel auf 800 Volt das Preissegment nach oben korrigiert hat. Zeekr schiebt den 9X noch eine Etage höher und visiert eine Klientel an, die bislang ohne Zögern sechsstellig bei den etablierten Premiummarken unterschrieben hat.

Auslieferungsstart Ende 2026 lässt Käufern noch Bedenkzeit

Geduld brauchen Kaufinteressenten in Deutschland allerdings noch eine ganze Weile. Geely peilt den offiziellen Auslieferungszeitraum zwischen Dezember 2026 und dem ersten Quartal 2027 an. Bis die ersten Kundenfahrzeuge auf deutschen Straßen rollen, verstreicht also noch reichlich Zeit.

Die Preisankündigung schlägt zudem Wellen über die deutschen Grenzen hinaus. Auch in der Schweiz rechnet die Branche nach dieser Bekanntgabe mit Einstiegspreisen deutlich jenseits der 115.000 Franken.

Ob das Rezept aus gewaltiger Systemleistung, cleverem Generator-Konzept und einem sechsstelligen Einstiegspreis in Deutschland aufgeht, bleibt spannend. Die Technik zeigt Muskeln, aber im Segment über 100.000 Euro entscheidet oft nicht nur das Datenblatt, sondern das Markenprestige im Kundenkopf.

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