1,5 Milliarden für Batteriezellen: Rettet die EU jetzt, was Northvolt verbockt hat?

Die EU wirft gerade 1,5 Milliarden Euro für eine heimische Akku-Produktion in den Ring. Das neue Förderprogramm heißt „Battery Booster“. Das Geld stammt aus dem Emissionshandel und fließt als zinsloser Kredit an die Hersteller. Der Plan ist simpel: Wir brauchen dringend eigene Stromspeicher für europäische E-Autos. Bisher kommen die wichtigen Zellen fast immer aus Asien, meistens direkt aus China.
Bislang bauen hierzulande nur VW und Tesla überhaupt eine Zellfertigung im großen Stil auf. Die Kapazitäten reichen hinten und vorne nicht. VW werkelt mit der Tochter PowerCo in Salzgitter, Tesla will 2027 in Europa starten. Beide können damit absehbar nicht einmal ihren eigenen Bedarf für die Produktion decken.
Rettungsring nach dem Crash
Die Finanzspritze aus Brüssel wirkt wie ein Pflaster auf einer Platzwunde. Northvolt ist kürzlich pleitegegangen. Porsche hat seine eigene Batterie-Tochter kurzerhand wieder abgestoßen. Der europäische Traum vom eigenen Akku bröckelt gewaltig. Da kommen 1,5 Milliarden Euro fast wie ein Verzweiflungsakt rüber. Werfen wir einen Blick auf die aktuellen Player im Markt:
- CATL: Der chinesische Riese fertigt schon in Europa. Insider-Fazit: Denen bauen wir keine Konkurrenz mehr auf, die lachen über unsere Bürokratie und machen einfach.
- VW (PowerCo): Startet in Salzgitter für die MEB+ Modelle. Insider-Fazit: Solide Nummer, aber reicht eben nur für den Eigenbedarf. Von Skalierung für Dritte fehlt jede Spur.
- Tesla: Plant ab 2027 eine eigene Zellfertigung. Insider-Fazit: Elon Musk kündigt viel an. Ob der Zeitplan wirklich hält, steht auf einem völlig anderen Blatt.
Für den Autokäufer ändert das Förderprogramm erst einmal gar nichts. E-Autos kratzen in Europa gerade an der 25-Prozent-Marke bei den Neuzulassungen. Zinslose Kredite machen die Zellen aus europäischer Produktion nicht magisch günstiger als die asiatische Konkurrenz. CATL und BYD produzieren schlicht effizienter und haben die Lieferketten für Rohstoffe längst fest im Griff. Die EU kauft sich mit dem Battery Booster lediglich ein wenig Zeit. Ohne echte Strukturreformen bei den Energiekosten verpufft das Geld aus dem Emissionshandel völlig wirkungslos in den leeren Werkshallen.
Quelle: European Commission
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