Audi Concept C: Porsches Elektro-Basis rettet Ingolstadt

Audi Concept C
Quelle: AUDI AG
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Dass Audi nach dem Aus von TT und R8 ein schmerzhaftes Vakuum im Sportwagen-Regal mitschleppt, nervt Fans seit Monaten. Jetzt ist endlich raus, wer das Problem löst: Zuffenhausen. Porsche hat offiziell bestätigt, dass der künftige Audi Concept C auf der neuen Elektro-Plattform der kommenden Porsche 718-Generation (Boxster und Cayman) aufbaut. Ein überfälliger Schritt, der für den geplanten Marktstart 2027 klare Verhältnisse schafft.

Mittelmotor-Layout: Akku hinter den Sitzen schlägt Skateboard-Standard

Elektroautos von der Stange setzen auf flache Akkupakete im Fahrzeugboden. Für einen echten Sportwagen taugt dieser Ansatz wenig, weil man sofort zu hoch sitzt und das Coupé wie ein aufgebockter Crossover wirkt. Audi greift deshalb tief in Porsches Trickkiste: Die Batterie wandert aufrecht direkt hinter die Sitze vor die Hinterachse.

Dass dieser Kniff das Fahrverhalten rettet, zeigt die Batterie-Wette gegen das Übergewicht beim Porsche 718 Elektro, bei der drei Akkublöcke für eine hecklastige Gewichtsverteilung von 55,2 Prozent sorgen.

Für das intern als C-Sport geführte Projekt bedeutet das klassisches Mittelmotor-Feeling ohne faule Kompromisse. Mit 4.520 Millimetern Länge, 1.970 Millimetern Breite und einer flachen Bauhöhe von 1.285 Millimetern steht der Wagen breiter und satter auf der Straße als der alte R8. Und dass das Leergewicht trotz 800-Volt-System bei rund 1.690 Kilogramm landet, ist im Zeitalter tonnenschwerer Stromer eine echte Ansage.

Targa-Coupé mit Knöpfen: Audi grenzt sich vom Porsche-Klon ab

Die größte Gefahr bei solchen Plattform-Deals liegt auf der Hand: Niemand zahlt einen sechsstelligen Betrag für einen umgelabelten Porsche. Audi weiß das und zieht beim Karosseriekonzept eine deutliche Grenze. Während Porsche seine 718er-Stromer bereits im November präsentiert, lässt sich Audi bis 2027 Zeit und spendiert dem Zweisitzer zwei herausnehmbare Dachhälften, die komplett unter dem Heckdeckel verschwinden.

Wirtschaftlich ist dieser Schulterschluss reine Überlebensstrategie, denn Porsche und Audi rücken bei gemeinsamen Plattformen enger zusammen, um die exorbitanten Entwicklungskosten für Nischenmodelle überhaupt noch betriebswirtschaftlich einzuspielen.

Im Cockpit erteilt Audi dem Touchscreen-Wahn eine willkommene Absage: Echte physische Schalter, ein versenkbares Zentraldisplay und reduzierte Flächen erinnern ganz bewusst an die Tugenden des Ur-TT. Zusammen mit simulierten Schaltstufen und synthetischem Klang soll das Verbrenner-Nostalgiker abholen. Ob der Plan aufgeht, hängt letztlich davon ab, ob Audi die fahrdynamische Zuffenhausener Schärfe unangetastet lässt – oder sie mit weichgespülter Abstimmung verwässert.

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