BMW i1: Heckantrieb und 800 Volt fordern Konkurrenz heraus

Die Münchner wagen den Elektro-Konter in der Kompaktklasse. Während Audi beim kommenden A2 e-tron starr auf eine 400-Volt-Architektur mit mageren 105 kW Ladeleistung vertraut, setzt der geplante BMW i1 ab 2028 Maßstäbe im Premium-Segment. Die Bayern nutzen die verbleibende Zeit gezielt, um technische Hausaufgaben zu machen, die andere Hersteller schlicht verschlafen.
Statt wie beim aktuellen 1er auf Frontantrieb aus Sparzwang zu setzen, bringt BMW beim i1 den elektrischen Heckantrieb zurück. Für Fans klassischer Fahrdynamik ist das eine kleine Sensation. Eine elektromechanische Entkopplung der Vorderachse garantiert spürbar mehr Lenkpräzision ohne störende Antriebseinflüsse.
Ich halte diesen Schritt für überfällig. Jahrelang verkauften uns Hersteller Kompakt-Stromer mit Frontantrieb als alternativlos, nur um Produktionskosten zu drücken – auf Kosten des Wendekreises und des Fahrgefühls.

Sub-10-Minuten-Laden sprengt die Grenzen im Kompaktsegment
Die echte Ansage liegt jedoch im Unterboden. Eine 800-Volt-Architektur auf Basis der Neue-Klasse-Plattform ermöglicht theoretische Ladeleistungen von über 400 kW. Bei einem vermuteten Akkupaket von 60 bis 70 kWh entspricht das einer physikalischen Laderate von weit über 5C. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent schrumpft damit im Idealfall auf unter zehn Minuten.
In Verbindung mit einer geschätzten WLTP-Reichweite von über 700 Kilometer pulverisiert BMW das Reichweitenargument der Verbrenner-Fraktion. Während Mercedes seine A-Klasse künftig zum Crossover umbaut, bleibt BMW der klassischen Hatchback-Silhouette treu. Ein SUV-Zwang für Stadtpendler entfällt somit endlich.
Einzig beim Radstand müssen Käufer genau hinsehen. Da E-Plattformen bauartbedingt lange Radstände erzwingen – wie man es bereits beim neuen i3 sieht –, könnte der i1 in der Gesamtlänge spürbar wachsen. Den Parkplatzvorteil im dichten Großstadtverkehr verspielt BMW damit womöglich leichtsinnig.
Pragmatischer Verbrenner-Parallellauf schützt Gebrauchtmarkt
Für Skeptiker ohne eigene Ladeinfrastruktur gibt es Entwarnung. Der bestehende Verbrenner-1er wird keineswegs hastig abgewürgt, sondern läuft parallel weiter und erhält ein optisches Upgrade im Stil der Neuen Klasse. BMW fährt hier eine kundenorientierte Mehrgleisigkeit, anstatt Käufer in unfaire Elektro-Aufpreise zu drängen.
Entscheidend bleibt am Ende die Preisgestaltung bei den Münchnern. Wenn der i1 preislich spürbar unter dem iX1 angesetzt wird, geraten Audi und Mercedes mächtig unter Zugzwang. Bis 2028 bleibt der Markt zwar in Wartestellung, aber das Warten könnte sich erstmals wieder auszahlen.
Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen
Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!
