Nothing Ear (3a) Testbericht

Nothing hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf als Hersteller erarbeitet, der auch in der Budget-Klasse nicht auf Experimente verzichtet. Mit den Nothing Ear (3a) setzt das Londoner Unternehmen diese Tradition fort: Für nur 99 Euro bekommt man In-Ears, die nicht nur das charakteristische transparente Design fortführen, sondern auch ein Feature mitbringen, das kein anderer Hersteller in dieser Form anbietet – einen internen Speicher zur Aufzeichnung von Telefonaten und Audio-Schnipseln, direkt in den Ohrhörern.
Die Ear (3a) beerben die beliebten Nothing Ear (a) und positionieren sich als günstigere Alternative zu den Nothing Ear (3) für rund 180 Euro. Gegenüber dem Vorgänger wandert einiges nach oben: größere 12-mm-Treiber statt 11 mm, ein vollwertiger 8-Band-Equalizer, verbessertes ANC, Bluetooth 6.0 und – als Novum – Static Spatial Audio.
Ich habe die Kopfhörer in der Farbe weiß kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen, dies hat natürlich wie immer keine Auswirkungen auf das Testergebnis.
Lieferumfang & Ohrstöpsel
Im Karton liegen neben Hörern und Case eine Kurzanleitung sowie Silikon-Ohrstöpsel in vier Größen (XS, S, M, L) – Größe M ist bereits vorinstalliert. Auch hier wieder sehr nett: Die Ohrstöpsel verfügen über ein integriertes Schutzgitter, das Schmutz und Ohrenschmalz auffängt, bevor es an das empfindliche Aluminiumgitter der Hörer gelangt – ein einfaches, aber wirkungsvolles Detail für die Langlebigkeit.
Wichtig: Ein USB-C-Ladekabel liegt dem Lieferumfang nicht bei. Bei einem Preis von 99 Euro für einige sicherlich eine unnötige Sparmaßnahme, andererseits dürfte mittlerweile jeder Haushalt über ein solches Kabel verfügen, welches man dann nutzen kann.
Technische Daten
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Bauform | In-Ear, True Wireless, geschlossen |
| Treiber | 12 mm, dynamisch, 32 Ω |
| Frequenzbereich | 20 Hz – 40.000 Hz |
| Bluetooth | Version 6.0 |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, LDAC (Hi-Res Audio zertifiziert) |
| Multipoint | Ja (2 Geräte), Google Fast Pair, Microsoft Swift Pair |
| Interner Speicher | 32 MB (ca. 2 Std. Audioaufzeichnung) |
| ANC | Adaptiv, bis 45 dB, wirksam bis 5 kHz, 3 manuelle Stufen |
| Mikrofone | 3 pro Seite, KI-gestützte Geräuschunterdrückung |
| IP-Zertifizierung | IP54 (Hörer UND Case) |
| Akkulaufzeit Hörer (ohne ANC) | bis zu 10 Std. |
| Akkulaufzeit Hörer (mit ANC) | bis zu 6 Std. |
| Akkulaufzeit mit Case (ohne ANC) | bis zu 42 Std. |
| Akkulaufzeit mit Case (mit ANC) | bis zu 25 Std. |
| Akku-Kapazität | 55 mAh je Hörer, 500 mAh Case |
| Schnellladen | 5 Min. → ca. 1 Std. Wiedergabe |
| Ladezeit vollständig | ca. 70–75 Min. (USB-C) |
| Kabelloses Laden | Nicht unterstützt |
| Spatial Audio | Static Spatial Audio (ohne Head-Tracking) |
| Low-Lag-Modus | Ja, für Gaming und Video |
| Gewicht | Hörer: 4,5 g je Seite / Case: ca. 41 g |
| Farben | Schwarz, Weiß, Gelb, Pink |
| Lieferumfang | Hörer, Ladecase, Eartips (XS/S/M/L), Kurzanleitung – kein USB-Kabel |
| Preis (UVP) | 99 Euro |
Einordnung ins Nothing-Portfolio: Die Namensgebung von Nothing sorgt regelmäßig für Verwirrung. Zur Klarstellung die Generationenübersicht:
- 1. Generation: Nothing Ear (1), Ear (stick)
- 2. Generation: Nothing Ear (2)
- 3. Generation: Nothing Ear, Nothing Ear (a)
- 4. Generation: Nothing Ear (3), Nothing Ear (3a) ← dieses Modell
Design & Verarbeitung
Das teiltransparente Nothing-Design bleibt das Markenzeichen und wird konsequent fortgeführt: Der Blick auf Platine und technisches Innenleben ist charakteristisch für die Marke und hebt sich weiterhin deutlich vom Einheitsbrei am Markt ab. Farblich stehen Schwarz, Weiß, Gelb und ein neues, auffälliges Pink zur Wahl.
Das Ladecase behält seine kompakte Grundform bei, wirkt durch eine ovalere Wölbung aber noch etwas hosentaschenfreundlicher. Es misst 64,8 × 48,95 × 22,8 mm und wiegt rund 41 Gramm; zusammen mit den Hörern kommt das Gesamtpaket auf etwa 50 Gramm. Neu und praktisch: Erstmals sitzen drei Status-LEDs am Case, die über Akkustand, Pairing-Status und Öffnungszustand informieren – ein Detail, das bei vielen Konkurrenzmodellen bislang fehlt.
Kleinerer Kritikpunkt: Der Case-Deckel wackelt minimal und wirkt nicht ganz so gut verarbeitet wie beim teureren Aluminium-Case der Ear (3). An den Ohrhörern selbst gibt es dagegen nichts zu beanstanden – die Verarbeitung ist sauber, es knarzt nichts, Spaltmaße stimmen.

IP54 für Hörer und Case
Beide Komponenten – Hörer und Case – sind nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Das ist ein spürbares Upgrade gegenüber dem Vorgänger Ear (a), dessen Case nur IPX2 bot und bereits bei mehrseitigem Spritzwasser Probleme bekam. Für Sport, Regen und Schweiß sind die Ear (3a) damit gut gerüstet.
Tragekomfort
Der Tragekomfort ist wirklich sehr gut. Die Hörer sitzen fest und bequem im Ohr, drücken auch bei längerem Tragen nicht und bleiben selbst beim Sport oder Joggen sicher an ihrem Platz. Wirklich ein sehr angenehmer fester Sitz. Auf der Seite liegend lassen sich die Hörer aufgrund der Bauform allerdings nicht komfortabel tragen.
Beim Radfahren zeigt sich eine erfreuliche Eigenschaft: Fahrtwind erzeugt kaum störendes Rauschen im Klangbild – ein Bereich, in dem viele Konkurrenzmodelle deutlich schlechter abschneiden.

Klangqualität
Größerer Treiber, mehr Bass
Der wichtigste Hardware-Sprung gegenüber dem Vorgänger liegt im Treiber: Statt 11 mm kommt nun ein 12-mm-Treiber mit leichter PMI-Membran zum Einsatz. Das Ergebnis ist unmittelbar hörbar – Nothing gibt bis zu 5 Dezibel mehr Bass gegenüber den Ear (a) an, was sich im Praxistest bestätigt. Und erstmals ist für mich der Sound out-of-the-box fast perfekt. Dass hatte ich bisher noch bei keinem Nothing-Audioprodukt.
Der Sound der Ear (3a) ist klar bassbetont und emotional abgestimmt. Der Bass kommt druckvoll und prominent, ohne zu matschen oder andere Frequenzbereiche zu verdrängen. In Hip-Hop, EDM, Pop und elektronischer Musik macht das durchweg Spaß. Die Mitten wirken warm, aber sauber und klar – trotz der Klangfülle mangelt es weder an Details noch an Durchsetzungsvermögen; Stimmen werden gefällig und körperreich, aber nie aufdringlich wiedergegeben. In den Höhen ist Kraft vorhanden, die aber wohldosiert bleibt und selbst bei hohen Lautstärken nicht hart oder scharf wirkt.
Wichtig für Klangpuristen: Dies ist kein Sound für audiophile Hörer, die eine neutrale, analytische Wiedergabe erwarten – für den Mainstream-Geschmack liefern die Ear (3a) aber einen mitreißenden, satten Sound, der dem Preis absolut angemessen ist.
Klanglich näher an den teuren Ear (3) als an den Ear (a)
Im direkten A/B-Vergleich mit beiden Nachbarmodellen positionieren sich die Ear (3a) klanglich näher an den deutlich teureren Ear (3) als am direkten Vorgänger. Die Bühne wirkt räumlicher, Instrumente erhalten mehr Raum, ohne dass Stimmen verdeckt werden. Die Ear (3) behalten dennoch einen Vorteil bei sehr dichten, komplexen Produktionen, wo noch etwas mehr dynamisches Feingefühl und Tiefe erkennbar bleibt.

8-Band-Equalizer und geteilte Presets
Ein zentrales Software-Upgrade: Anders als beim Vorgänger, der nur einen rudimentären EQ bot, steht bei den Ear (3a) jetzt der volle 8-Band-Equalizer zur Verfügung, den bislang nur die teureren Ear (3) hatten. Neu ist zudem die Möglichkeit, eigene EQ-Profile per QR-Code mit anderen Nutzern zu teilen und eine wachsende Community-Bibliothek zu nutzen.
Einschränkung: Der fortgeschrittene 8-Band-EQ arbeitet in der Praxis mitunter etwas zu radikal. Wird tieferen Frequenzen mehr Nachdruck verliehen, sinkt spürbar die Gesamtlautstärke der übrigen Frequenzen. Ein Software-Update könnte dies zukünftig beheben.
Spatial Audio
Static Spatial Audio (ohne Head-Tracking) ist neu mit an Bord und lässt sich optional aktivieren. Bei Filmen und dichten Live-Mitschnitten kann es die Immersion erhöhen und die Bühne weitet sich angenehm; bei regulärer Musik wirkt der Effekt für manche Ohren dagegen schnell etwas hohl und hallig, während der Bassbereich bei bassstarker moderner Musik verzerren kann. Die Funktion lässt sich zudem nicht mit der Klangregelung kombinieren.



Das Alleinstellungsmerkmal: Interner Speicher & Aufnahme
32 MB Flashspeicher direkt in den Ohrhörern
Erstmals verbaut Nothing internen Speicher direkt in True-Wireless-Kopfhörern – etwa 32 Megabyte, was für rund zwei Stunden Audioaufzeichnung reicht. Für eine mitgetragene Musiksammlung reicht das nicht (und ist auch nicht frei bespielbar), aber für die neue Aufnahmefunktion ist es genau richtig dimensioniert.
Zwei Funktionen nutzen diesen Speicher: Call Recording für Anrufe und Meetings sowie Audio Snapshot für kurze Ausschnitte aus laufender Wiedergabe – beide funktionieren komplett on-device und damit systemweit über praktisch jede App hinweg.
Call Recording: Anrufe systemübergreifend aufzeichnen
Werden während eines Telefonats beide Ohrhörer gleichzeitig gedrückt, startet die Aufnahme. Eine kurze Sprachansage informiert automatisch alle Gesprächsteilnehmer über die laufende Aufzeichnung, sodass niemand unwissentlich aufgenommen wird – bei Bedarf kann das Gespräch dann verlassen werden. Bemerkenswert: Die Funktion arbeitet anwendungsübergreifend und funktioniert nicht nur bei klassischen Telefonaten, sondern auch bei WhatsApp, FaceTime, Google Meet und anderen Kommunikationsdiensten. Aufnahmen können bis zu zwei Stunden am Stück dauern.
Im Test funktioniert das Feature makellos: Die Aufnahme startet zuverlässig auf Knopfdruck, der Mitschnitt ist wenig später auf dem Smartphone abrufbar. Eine Einschränkung gibt es beim Verbinden mit einem Laptop: Hier wird das Gegenüber derzeit nicht automatisch über die Aufnahme informiert – Nutzer sollten in diesem Fall selbst Bescheid geben.
Audio Snapshot: Clips aus laufender Wiedergabe sichern
Mit Audio Snapshot lässt sich die aktuelle Wiedergabe – Podcasts, Songs, YouTube-Videos, Sprachnachrichten – auf Knopfdruck als Audiodatei speichern. Aus Urheberrechtsgründen ist ein Clip bewusst auf maximal 60 Sekunden begrenzt (Standard: 30 Sekunden); ganze Songs lassen sich damit nicht mitschneiden. Besonders praktisch: In der App lässt sich einstellen, ob die kommenden oder die vergangenen 30 Sekunden gespeichert werden sollen – ein cleverer Gedanke oder ein gutes Zitat im Podcast ist damit blitzschnell gesichert, ohne zurückspulen zu müssen.
Akku-Hinweis: Wenn die Ear (3a) durchgehend die vergangenen 30 Sekunden zwischenspeichern sollen, wirkt sich das spürbar negativ auf die Akkulaufzeit aus. Zudem funktioniert die Aufnahmefunktion nur mit dem AAC-Codec – bei aktiviertem LDAC steht sie nicht zur Verfügung.
Transkription
Über die Nothing X App lassen sich Aufnahmen anschließend transkribieren – wahlweise über ein schnelles und ein präzises Offline-Modell oder eine KI-gestützte Pro-Transkription mit Sprechererkennung, die auf einem Server in Paris verarbeitet wird. Im Test funktionierte die Transkription zuverlässig und passend. Die Pro-Version steht neuen Nutzern drei Monate kostenlos mit 120 Minuten pro Monat zur Verfügung; anders als bei der Konkurrenz plant Nothing nach aktuellem Stand kein dauerhaftes Bezahlmodell für die Grundfunktionen.
Regionale Verfügbarkeit: Call Recording ist aus Datenschutzgründen aktuell nur in Deutschland, der Schweiz und Frankreich verfügbar und standardmäßig deaktiviert. Die Freischaltung erfolgt automatisch über SIM-Region und Geodaten, ein kostenloser Nothing-Account ist erforderlich.
Active Noise Cancelling (ANC)
Die aktive Geräuschunterdrückung fällt spürbar breitbandiger aus als beim Vorgänger und unterdrückt Stimmen sowie komplexe Geräuschquellen wie Straßen- oder Baulärm deutlich wirksamer. Nothing gibt eine Dämpfung von bis zu 45 dB an, wirksam bis 5 kHz. Zwar erreichen die Ear (3a) keine absoluten Spitzenwerte und arbeiten nicht ganz auf dem Niveau des großen Bruders Ear (3), landen aber deutlich im oberen Mittelfeld des Marktes – für unter 100 Euro ein bemerkenswertes Ergebnis.
Der Grundpegel monotoner Geräusche – Verkehrsrauschen, ÖPNV-Brummen – wird zuverlässig und nahezu vollständig ausgeblendet. Bei plötzlichen, lauten Geräuschen wie Zurufen im Fitnessstudio stößt das System an seine Grenzen. Positiv fällt auf, dass das ANC unempfindlich gegenüber Wind ist – kein störendes Pfeifen im Freien – und auch Schritthall beim Gehen kaum ein Thema ist.
Transparenzmodus
Der Transparenzmodus verstärkt Außengeräusche recht intensiv und ermöglicht so problemlos Gespräche oder das Verfolgen von Durchsagen bei pausierter Wiedergabe. Auch während laufender Musik verbessert sich die Außenwahrnehmung merklich. Ein mittelstarkes Grundrauschen ist dabei in Kauf zu nehmen, und ganz an die Natürlichkeit des Branchenprimus Apple reicht der Modus nicht heran – wobei sich die AirPods Pro 3 preislich ohnehin in einer anderen Liga bewegen.
Bedienung & Nothing X App
Bedient werden die Hörer über die bewährten Pinch-Gesten am Stiel: einmaliges Zusammendrücken für Play/Pause und Anrufannahme, mehrfaches Drücken für Titelnavigation, Halten für den ANC-Moduswechsel. Beide Hörer gleichzeitig gedrückt startet die Aufnahmefunktion. Im Gegensatz zu reiner Touch-Steuerung, wie sie einige Konkurrenten nutzen, kommt es hier fast nie zu versehentlichen Fehleingaben – ein Vorteil, der auch mit Handschuhen funktioniert. Sämtliche Belegungen lassen sich in der App individuell anpassen.
Die Nothing X App (Android & iOS) gilt bei mehreren Testern als eine der besten Kopfhörer-Apps am Markt: übersichtlich, gut gestaltet und funktional. Sie benötigt weder Nutzerkonto noch aktiviertes GPS – nur für die Aufnahmefunktion ist ein kostenloser Nothing-Account erforderlich. Enthalten sind ANC-Steuerung mit drei Stufen plus Adaptiv-Modus, der einfache sowie der 8-Band-Equalizer, Passformtest, Suchfunktion, Firmware-Updates, Low-Lag-Modus für Gaming sowie die Verwaltung der Aufnahmefunktionen. Mit einem Nothing Phone lässt sich zusätzlich ChatGPT per Sprache integrieren.
Etwas eigenwillig zeigt sich die Trageerkennung: Werden die Hörer länger als drei Minuten aus dem Ohr genommen, setzt die Wiedergabe beim Wiedereinsetzen nicht automatisch fort – ein Verhalten, das allerdings auch bei mancher Konkurrenz auftritt.
Konnektivität
Mit Bluetooth 6.0 ist ein aktueller Standard an Bord, Auracast wird jedoch weiterhin nicht unterstützt – vermutlich, weil Nothing zunächst die Integration in die eigenen Smartphones priorisiert, bevor das Feature plattformübergreifend ausgerollt wird. Codec-seitig stehen neben SBC und AAC auch LDAC zur Verfügung, was die Hi-Res-Audio-Zertifizierung ermöglicht; iPhone-Nutzer sind wie üblich auf AAC beschränkt. Multipoint mit zwei gleichzeitigen Geräteverbindungen funktioniert zuverlässig, ebenso Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair.
Akkulaufzeit & Laden
Gegenüber dem Vorgänger hat sich bei der reinen Akkulaufzeit kaum etwas verändert. Ohne ANC sind laut Hersteller bis zu 10 Stunden am Stück möglich, mit aktiviertem ANC realistisch rund 6 Stunden. Zusammen mit dem Case ergeben sich bis zu 42 bzw. 25 Stunden Gesamtlaufzeit. Das ist ein solider, alltagstauglicher Wert, aber kein Ausdauerrekord in dieser Preisklasse.
Geladen wird ausschließlich über USB-C, kabelloses Laden fehlt – bei diesem Preis verschmerzbar. Die Schnellladefunktion ist dagegen stark: 5 Minuten am Strom reichen für rund eine Stunde Wiedergabe. Eine vollständige Ladung dauert etwa 70–75 Minuten.
Sprachqualität & Telefonie
Für klare Sprachübertragung sorgen drei KI-gestützte Mikrofone pro Seite in Kombination mit Clear-Voice-Technologie. Beim Laufen und Joggen funktionieren Telefonate im Test problemlos, die Stimme wird sauber und verständlich übertragen, während Windgeräusche größtenteils gefiltert werden – selbst bei stärkeren Böen bleibt beim Gegenüber nur ein leichtes Säuseln hörbar. Beim Radfahren wird es dagegen schwieriger: Hier ist der Fahrtwind für den Gesprächspartner zu präsent für komfortable Telefonate.
Bei starken, unregelmäßigen Umgebungsgeräuschen unterliegt die Sprachabschwächung gewissen Schwankungen, was die Verständlichkeit gelegentlich beeinträchtigen kann. Für den Alltag als Headset – auch am PC via Multipoint – eignen sich die Ear (3a) aber uneingeschränkt.
Einordnung im Wettbewerb
| Kategorie | Nothing Ear (3a) 99 € | Nothing Ear (a) Vorgänger | Nothing Ear (3) ~180 € | Soundcore Liberty 5 ~100 € |
|---|---|---|---|---|
| Klangcharakter | Bassbetont, emotional | Bassfokus, weniger Mitten | Ausgewogener, dynamischer | Bassbetont, ähnlich |
| Treiber | 12 mm | 11 mm | 11 mm (Premium) | – |
| ANC-Stärke | Bis 45 dB, oberes Mittelfeld | Solide | Sehr stark | Gut |
| Equalizer | 8-Band (neu) | Rudimentär | 8-Band | Einfach |
| IP-Schutz | IP54 (Hörer + Case) | IP54 / IPX2 Case | IP54 / IP55 | Variiert |
| Speicher/Aufnahme | 32 MB, Call Recording + Snapshot | Nicht vorhanden | Mikrofon im Case, kein Speicher | Nicht vorhanden |
| Akku mit ANC | 6 Std. / 25 Std. Case | Ähnlich | Ähnlich | Ähnlich |
| Bluetooth | 6.0 | 5.3 | 6.0 | 5.4 |
| Preis-Leistung | Exzellent | Gut | Solide | Sehr gut |
Stärken & Schwächen
✓ Stärken
- Einzigartige, systemweite Anruf- und Audioaufzeichnung
- Kräftiger, emotionaler Bass dank neuem 12-mm-Treiber
- Voller 8-Band-Equalizer erstmals in der günstigen A-Serie
- IP54 für Hörer UND Case – Upgrade zum Vorgänger
- Sehr guter, sicherer Tragekomfort
- Ohrstöpsel mit integriertem Schmutzschutzgitter
- Deutlich verbessertes, breitbandiges ANC
- Unempfindlich gegenüber Wind und Schritthall
- Bluetooth 6.0, LDAC, Multipoint, Fast Pair
- Eine der besten Kopfhörer-Apps am Markt
- Herausragende Schnellladefunktion
- Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis
x Schwächen
- Kein USB-C-Ladekabel im Lieferumfang
- ANC nur oberes Mittelfeld, kein High-End
- Kein Auracast
- Akkulaufzeit solide, aber kein Rekord
- 8-Band-EQ arbeitet teils zu radikal (Lautstärkeverlust)
- Call Recording aktuell nur in DE, CH, FR verfügbar
- Audio Snapshot auf kurze 60-Sek.-Schnipsel begrenzt
- Case-Deckel wackelt minimal
- Aufnahmefunktion nicht mit LDAC kombinierbar
- Kein Klang für audiophile Puristen
Fazit
Die Nothing Ear (3a) gehören zu den besten In-Ear-Kopfhörern, die man aktuell für rund 100 Euro kaufen kann. Der Sprung gegenüber dem Vorgänger ist in fast jeder Kategorie spürbar: mehr Bass durch den größeren Treiber, ein vollwertiger 8-Band-Equalizer, deutlich breitbandigeres ANC und ein Upgrade beim Wasserschutz. Das transparente Nothing-Design bleibt dabei ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber der übrigen Konkurrenz in dieser Preisklasse.
Das eigentliche Highlight ist aber die neue Aufnahmefunktion: Call Recording und Audio Snapshot funktionieren komplett on-device und damit systemweit über praktisch jede App hinweg – eine Funktion, die es in dieser Form bei keinem anderen In-Ear-Kopfhörer gibt. Ob Meeting-Mitschnitt, spontane Notiz aus einem Podcast oder dokumentiertes Telefonat: Das Feature erweist sich im Alltag als echt praktisch, nicht nur als Spielerei.
Kleinere Kompromisse wie das fehlende Ladekabel, die regional noch begrenzte Verfügbarkeit von Call Recording oder das nicht ganz spitzenmäßige ANC schmälern das Gesamtbild kaum. Für 99 Euro bekommt man ein rundes, durchdachtes Gesamtpaket mit einem einzigartigen Zusatznutzen.
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