BMW M350 xDrive: Neue 3er-Reihe durchbricht 100.000-Euro-Schallmauer

Heck des 2027er BMW M350 xDrive in der Farbe Fire Vegas Red mit den ikonischen M-Streifen
Quelle: BMW
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BMW schaltet kurz nach der Weltpremiere der neuen G50-Generation den offiziellen Konfigurator für den deutschen Markt frei. Wer beim vorläufigen Topmodell M350 xDrive wirklich jedes Häkchen in der Aufpreisliste setzt, reibt sich beim Blick auf den Endpreis verwundert die Augen. Die Münchner Mittelklasse-Ikone überschreitet beim Vollausstattungstest problemlos die sechsstellig geschätzte Grenze und landet bei atemberaubenden 101.655 Euro.

Ich habe mir die Aufpreisgestaltung im deutschen Konfigurator im Detail angesehen und muss ehrlich sagen: Dass ein BMW 3er ohne echtes M-Logo auf der Heckklappe die 100.000-Euro-Marke knallt, ist ein ziemliches Starkstrom-Signal. BMW verzichtet beim neuen Modelljahrgang 2027 nicht nur komplett auf den Diesel, sondern dreht bei den Sonderausstattungen an einer Preisschraube, die selbst langjährigen Marken-Fans schlucken lässt. Wir reden hier schließlich nicht von einem M3 Competition, sondern von der M-Performance-Variante der regulären Serienlimousine.

Einstieg verdoppelt: Von 49.900 Euro bis in M3-München-Gefilde

Der Einstieg in die neue G50-Welt beginnt auf dem Papier verhältnismäßig zivilisiert: Der Basis-Benziner 318 startet bei 49.900 Euro. Doch wer Allradantrieb, Reihensechszylinder-Power und die volle M-Performance-Optik haben will, greift direkt zum BMW M350 xDrive. Dieses Modell startet nackt bei 80.900 Euro. Damit ist die Grundbasis bereits fast doppelt so teuer wie das Einstiegsmodell.

Was dann folgt, ist eine betriebswirtschaftliche Meisterleistung aus der Aufpreisabteilung in München. Knapp 21.000 Euro lassen sich zusätzlich in den Konfigurator schaufeln. Wer den Plattform-Split der G50-Generation und das komplette Diesel-Aus verfolgt hat, wusste, dass BMW die Marge pro verkauftem Fahrzeug steigern muss. Dass der Endpreis von 101.655 Euro allerdings fast exakt auf dem Niveau eines unbereinigten M3 Competition liegt, bleibt eine Ansage.

Besonders skurril wirkt dieser Preis, wenn man bedenkt, dass noch keine exklusiven Individual-Lackierungen enthalten sind. Die Konfiguration rollt im optionalen Ocean Wave Blue für 990 Euro vom Band. Eine matte Individual-Farbe wie Frozen Space Silver schiebt BMW erst ab März 2027 nach – der Preis wird also künftig noch weiter nach oben klettern.

M Tech Paket II und Zubehör: So kommen 20.755 Euro Extras zusammen

Den dicksten Einzelposten auf der Rechnung stellt das neue M Technologie Paket II mit stolzen 4.300 Euro dar. In diesem Paket bündelt BMW 20-Zoll-Leichtmetallräder, Sportreifen, eine optimierte Motorkühlung sowie eine prächtige Individual-Lederinnenausstattung samt M Sport-Sitzen. Wer Kurven dynamischräubern will, kommt an diesem Haken kaum vorbei.

Richtig kritisch wird es bei den vielen kleinen Aufpreisen, die bei einem Grundpreis von über 80.000 Euro eigentlich längst Serie sein sollten. BMW verlangt im Jahr 2026/2027 allen Ernstes 320 Euro für ein beheizbares Lenkrad und weitere 450 Euro für eine elektrisch öffnende Heckklappe. Für schicke Kristall-Bedienelemente werden 320 Euro fällig, während Mitfahrer im Fond für 400 Euro geheizte Sitze spendiert bekommen. Das aufgemotzte Harman Kardon Sound-System mit 16 Lautsprechern schlägt mit 350 Euro zu Buche, während der Online-Dienst Security Assistant 480 Euro kostet.

Damit ist die Aufpreis-Orgie aber noch nicht beendet, denn der Konfigurator rechnet auch praktisches Zubehör gnadenlos ein:

  • Anhängerkupplung (elektrisch schwenkbar): 1.150 Euro
  • BMW Roof Box (550 Liter Stauraum): 1.099 Euro
  • 18-Zoll-Winterkomplettradsatz: 3.000 Euro
  • BMW Service Inklusive (5 Jahre / 100.000 km): 3.097 Euro

Wer sein Auto für den Alltag rüstet und Wartungsrisiken abfedern will, knackt die Sechsstelligkeit spielend.

Drift-Modus per Over-the-Air-Update erst Ende 2027

Die Produktion der neuen G50-3er-Reihe läuft bereits im November 2026 im Stammwerk Dingolfing an. Interessanterweise verlegt BMW die reine Verbrenner-Produktion der 3er-Reihe damit wieder vollständig nach Deutschland und zieht Kapazitäten aus Mexiko ab.

Ein technisches Schmankerl müssen Käufer des M350 xDrive allerdings zum Verkaufsstart noch entbehren: Der reine Heckantriebs-Modus – intern als Drift Moment bezeichnet – steht zum Fertigungsstart im November noch nicht bereit. BMW wird dieses Feature erst im Laufe des Jahres 2027 ab Werk verbauen. Bereits ausgelieferte Fahrzeuge sollen die Funktion später bequem per Over-the-Air-Update (OTA) nachgeliefert bekommen.

In der Gesamtschau zeigt sich eine klare Strategie: Während die Münchner auf der einen Seite am vollelektrischen M3-Nachfolger und dem elektrischen i3 der Neuen Klasse tüfteln, lassen sie sich die verbleibende Verbrenner- und M-Performance-Faszination fürstlich bezahlen. Wer das Beste aus der alten und neuen Welt im G50 vereinen will, muss gewillt sein, Oberklasse-Preise für ein Mittelklasse-Auto zu bezahlen.

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