BMW rettet Alpina in die Zukunft: Erst röhrender V8, später Stromer

Vision BMW Alpina
Quelle: BMW
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München übernimmt das Steuer beim Edeltuner aus Buchloe endgültig. Der bayerische Autokonzern führt Alpina nach der Übernahme in eine neue Ära. Das erste eigene Modell unter der Regie des Mutterkonzerns rollt im Jahr 2027 zu den Händlern. Die Basis für den Luxusliner liefert die aktuelle 7er-Reihe.

Beim Antrieb gehen die Entwickler schrittweise vor. Zum Start verbauen die Ingenieure einen reinen V8-Benziner ohne jede elektrische Unterstützung. Ein Stecker kommt dem Debütwagen nicht ins Heck. Erst zu einem späteren Zeitpunkt folgt eine rein elektrische Variante des Oberklasse-Gefährts.

Software-Notstand zwang Traditionsmarke zum Verkauf

Kleine Stückzahlen und strenge Abgasregeln vertragen sich schlecht. Die Familie Bovensiepen verkaufte die Markenrechte auch wegen des hohen Drucks zur Elektrifizierung. Dem Familienbetrieb fehlten schlicht die nötigen Programmierer und Budgets für eigene Software. Ohne tiefgreifende Software-Anpassungen wäre ein elektrischer Alpina aber nur ein umgelabelter BMW von der Stange geblieben.

BMW nutzt hier geschickt das Standing der Marke Alpina, um betuchte Kunden abzuholen, die mit den futuristischen i7-Modellen fremdeln. Während Mercedes seine Tuning-Tochter AMG mit hochgezüchteten Vierzylinder-Hybriden und schweren Akkus bei den Puristen ins Abseits manövriert hat, besetzt BMW nun die Nische des klassischen, kompromisslosen Luxus-V8. Das rettet den Kult vorerst, verschiebt das eigentliche Problem der Identitätsfindung im Elektro-Zeitalter aber nur nach hinten.

Für das zukünftige Aussehen der Fahrzeuge ist Maximilian Missoni verantwortlich. Der ehemalige Designchef der Elektro-Marke Polestar leitet nun die Gestaltung der Luxusklasse bei BMW. Missoni setzt auf absolute Technologieoffenheit bei der Modellplanung. Kunden wählen zukünftig die Motorisierung aus dem bestehenden BMW-Regal, Alpina verfeinert die Basis anschließend gewohnt extrem auf Leistung und Komfort.

China-Geschäft erzwingt den Elektromotor

  • Modellstart: Das erste Serienfahrzeug erscheint 2027.
  • Plattform: Der Luxus-Cruiser nutzt die Basis des 7er-BMW (interne Bezeichnung G72).
  • Varianten: Geplant sind mehrere Modellversionen statt nur eines einzelnen Modells.
  • Zukunft: Ein reines Elektroauto ist für den globalen Markt fest eingeplant.

Der Verzicht auf Elektrizität funktioniert zum Start gut, taugt aber nicht als dauerhafte Strategie. Alpina-Chef Oliver Viellechner verweist auf Märkte wie China. Dort lässt sich eine reine Verbrenner-Marke in der Luxusklasse kaum noch gewinnbringend verkaufen. BMW baut die Stromer-Variante also nicht aus purem Enthusiasmus, sondern wegen des harten Überlebenskampfs auf dem asiatischen Markt.

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