BYD Da Han: 1.000-Kilometer-Monster entlarvt das europäische Lade-Problem

schräge Heckansicht von oben auf einen grünen BYD Da Han
Quelle: BYD
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

BYD greift in der automobilen Königsklasse an und zeigt mit dem Da Han eine 5,25 Meter lange Luxus-Limousine, die selbst eine Mercedes S-Klasse bei den Abmessungen überragt. Im Datenblatt stehen spektakuläre 1.008 km Reichweite nach chinesischem CLTC-Zyklus. Umgerechnet auf den europäischen WLTP-Standard bleiben davon immer noch satte über 800 km reale Langstrecken-Autonomie übrig.

Da bin ich echt gespannt, wie die etablierte Konkurrenz auf dieses Paket reagiert. Unter der langen Haube sitzt nämlich kein vager Prototyp, sondern eine 102,3 kWh große LFP-Blade-Batterie. Dass BYD trotz des höheren Zellgewichts von Lithium-Eisenphosphat auf vierstellige Reichweiten kommt, zeigt das exzellente Feintuning bei Aerodynamik und Effizienz.

Megawatt-Laden im Alltag: Die unbarmherzige Physik der Ladesäule

Noch heftiger als die Reichweite klingt das Ladeversprechen: In knapp 9 Minuten auf 97 % soll der Akku wieder gefüllt sein. Rechnet man das auf die Batteriekapazität um, sprechen wir von einer durchschnittlichen Ladeleistung von weit über 600 kW mit Ladepeaks im Bereich von 1.000 kW.

Das klappt allerdings nur an den neuen, BYD-eigenen 1.500-kW-Flash-Chargern in China. In Europa existieren solche Mega-Charger schlicht nicht. Wenn der Stromer zu uns rollt, bremst ihn der hiesige CCS2-Standard aus: An extrem starken 400-kW-HPCs wird sich die Ladezeit physikalisch bedingt eher bei 12 bis 15 Minuten einpendeln.

LFP-Zellchemie gegen Gewicht: Der Preis der XXL-Reichweite

Dass BYD bei der neuen Flaggschiff-Limousine voll auf Reichweite statt nur auf Ladepeaks setzt, markiert einen Strategiewechsel. Der gigantische Energiespeicher bringt jedoch das klassische Oberklasse-Problem mit sich: Die Masse der Batterie treibt das Fahrzeuggewicht nach oben. Für die Kundschaft in diesem Segment dürften Kilo und Preis allerdings nebensächlich sein, solange der Reisekomfort stimmt.

Ob und wann der BYD Da Han offiziell nach Europa kommt, bleibt abzuwarten. Neben der Homologation muss BYD vor allem das Software-Ökosystem und die Ladekurve an europäischen Säulen anpassen. Wenn die Chinesen diese Hausaufgaben lösen, wird es für die heimischen Premium-Hersteller verdammt eng.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert