CATL und BYD: Der Feststoff-Akku kommt viel später

BYD Sold State Battery
Quelle: CarNewsChina
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Schluss mit den PR-Märchen von der unendlichen Reichweite im E-Auto ab übermorgen. Die Akku-Giganten CATL und BYD posaunen zwar heraus, dass sie 2027 mit der Pilotfertigung von Feststoff-Batterien starten wollen. Wer aber glaubt, dann beim Händler um die Ecke ein bezahlbares Elektroauto mit 1.000 Kilometer Reichweite mitzunehmen, hat die Rechnung ohne die knallharte Chemie gemacht.

Schauen wir uns die Nacktzahlen an: Flüssiges Lithium-Ion kratzt bei 350 Wh/kg an seiner physikalischen Obergrenze. Der Sulfid-Feststoff-Akku von CATL schafft im Labor satte 500 Wh/kg und Ladezeiten von zehn Minuten. BYD kontert derweil mit sechs frischen Patenten für ein Dual-Elektrolyt aus Sulfid und Halid an der Kathode, um die Grenzwert-Widerstände zu drücken. Klingt nach Gigantenduell? Ist es auch, aber vorerst nur unter dem Mikroskop.

Warum 2027 erst die Labor-Hölle verlässt

CATL-Chef Robin Zeng hat die Euphorie auf dem Sommer-Davos auf dem Boden der Tatsachen zerschmettert. Technologisch steht der Feststoff-Akku aktuell gerade einmal bei Stufe 4 von 9 auf der Reifegrad-Skala. Stufe 4 bedeutet: Der Zell-Prototyp funktioniert auf dem Labortisch bei 20 Ah, aber das war’s auch schon.

Wenn CATL-Chefentwickler Wu Kai bis 2027 die Stufe 7 oder 8 anpeilt, heißt das übersetzt lediglich: Eine kleine Pilotanlage – wie das 2-GWh-Werk im chinesischen Yibin – spuckt ein paar tausend Zellen für Testflotten aus. Das ist Meilen von einer Serienfertigung entfernt. Denn von der Pilotlinie bis zur kommerziellen Skalierung auf eine Million Fahrzeuge vergehen typischerweise vier bis sechs Jahre.

Bezahlbare Volks-Akkus bleiben bis 2030 reine Wunschvorstellung

Was bringt der ganze Hype also dem normalen Autofahrer in den nächsten Jahren? Erstmal herzlich wenig. Die ersten seriennahen Zellen wandern ab 2027 exklusiv in unbezahlbare Luxusschlitten oberhalb von 37.000 US-Dollar Nacktpreis – und das vor Steuern. Premium-Hersteller nutzen die Technik als Statussymbol, während Start-ups wie QuantumScape oder Factorial zusammen mit VW und Mercedes noch an der gleichen Wand lehnen.

Ein kompakter Stromer mit 500 Kilometer echter Reichweite für kleines Geld und 15 Minuten Ladezeit bleibt vor 2030 reine Zukunftsmusik. Der Feststoff-Akku ist ohne Zweifel der Heilige Gral der Energiewende, aber die Entzauberung der Zeitpläne zeigt: Wer heute ein E-Auto braucht, sollte nicht auf ein Wunder im Jahr 2027 warten.

Das wurde aber auch Zeit, dass der Nebel der Marketing-Versprechen verfliegt.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert