Cupra Raval: Volle Sicherheit gibt es nur gegen Aufpreis

Vergiss das alte Vorurteil, dass billige Autos aus China fahrende Seifenkisten sind. Im neuesten Euro NCAP Crashtest mit verschärften Prüfregeln zeigen die Stromer aus Fernost der etablierten Konkurrenz, wo der Hammer hängt. Das eigentliche Überraschungsei kommt nämlich aus dem VW-Konzern: Der Cupra Raval holt ab Werk nur 4 Sterne.
Wer beim Spanier die vollen 5 Sterne haben will, muss extra zahlen. Das kostenpflichtige Sicherheitspaket rüstet die aktive Gefahrenerkennung bei Kriechtempo und an unübersichtlichen Kreuzungen nach. Heißt im Klartext: Wenn du im Großstadtchaos nicht selbst den Aufpreis hinlegst, spart der Hersteller an Assistenzsystemen, die Unfälle im Alltag verhindern sollen.
China-Stromer überzeugen beim Aufprallschutz
Bei den chinesischen Modellen gibt es beim Crashschutz dagegen wenig zu meckern. Seit 2021 hat sich die Anzahl der von Euro NCAP getesteten Fahrzeuge aus China verzehnfacht – und die Hersteller liefern ab. Das zeigt der direkte Blick auf die harten Ergebnisse der drei Herausforderer Leapmotor B05, Geely E2 und Aion UT.
Beim Leapmotor B05 stehen beim Sicheren Fahren 66 %, bei der Unfallvermeidung 77 %, beim Unfallschutz bärenstarke 92 % und bei der Sicherheit nach einem Unfall 89 % auf dem Zettel. Der Geely E2 zieht mit 79 % beim Sicheren Fahren, 72 % bei der Unfallvermeidung, 86 % beim Unfallschutz und hervorragenden 95 % nach einem Crash nach. Auch der Aion UT punktet solide mit 66 % (Sicheres Fahren), 74 % (Unfallvermeidung), 91 % (Unfallschutz) sowie 88 % (Sicherheit nach dem Unfall).
Die VW-Zahlen im direkten Vergleich
Der Cupra Raval schneidet in der Basisversion beim Sicheren Fahren mit mageren 58 % ab, klettert aber mit dem Option-Pack auf 72 %. Bei der Unfallvermeidung reicht es serienmäßig nur für 66 %, was das Aufpreispaket immerhin auf 77 % hievt. Besser sieht es beim Aufprallschutz mit 91 % und der Rettungssicherheit nach einem Unfall mit 95 % aus.
Nervige Software bremst die Chinesen aus
Allerdings bleibt die Software die größte Schwachstelle der Fernost-Fraktion. Leapmotor und Aion verbauen fast alle Funktionen in verschachtelte Touch-Menüs. Das lenkt beim Fahren massiv ab und drückt auf den Bedienkomfort im Alltag – hier behält der Cupra Raval dank durchdachterer Ergonomie klar die Nase vorn.
Zusätzlich geraten futuristische Spielereien wie elektrische Türöffner nach großen Rückrufaktionen in China zunehmend ins Visier der Hüter der Sicherheit. Die Prüfer schieben dem extremen Digitalisierungswahn einen Riegel vor und fordern wieder handfeste Technik. Am Ende gilt: Die günstigen China-Autos bieten echte Sicherheit fürs Geld, zwingen dich aber zu Touchscreen-Kompromissen.
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